Jahresrückblick 2012Als das Netz auf die Straße ging
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Die Demo war für 500 Leute angemeldet

Sandra Mamitzsch bei einer Veranstaltung des Vereins Digitale Gesellschaft

Sandra Mamitzsch bei einer Veranstaltung des Vereins Digitale Gesellschaft  |  CC BY-SA 2.0 / Digitale Gesellschaft

Mamitzsch ist 26. Sie ist Mitglied im Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, beim Verein Digitale Gesellschaft und bei den Grünen . Sie arbeitet bei einer Agentur, die Kampagnen plant, Konferenzen organisiert und Politiker und Firmen bei diesen Themen berät. Mamitzsch ist Aktivistin. Urheberrechte, Vorratsdatenspeicherung, Datenschutz – geht es um Bürgerrechte in der digitalen Welt, ist sie garantiert irgendwo mit dabei.

Mamitzsch ist eine der vielen, leisen Stimmen im Hintergrund, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben. Eine junge Frau, die geduldig Dinge erklärt und Dinge organisiert, die versucht, andere mit Argumenten zu überzeugen. Und die vor allem eines gut kann, verschiedene Menschen miteinander zu vernetzen. Mit Hilfe von Twitter , mit Flyern oder mit dem Telefon. Denn vor allem deswegen waren die Proteste erfolgreich: weil sie von vielen verschiedenen Gruppen unterstützt wurden.

Kai Biermann
Kai Biermann

Kai Biermann ist Redakteur im Team Investigativ/Daten bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

"Ich habe selbst nicht geglaubt, dass sich Menschen dafür interessieren, dass wir es stoppen können", sagt sie. Daher ist der wichtigste Moment für sie auch nicht die Ablehnung im EU-Parlament im Juli. Sondern es sind die europaweiten Demonstrationen im Februar. Die Acta-Demo am 11. Februar in Berlin hätten sie für 500 Demonstranten angemeldet, sagt Mamitzsch. Es kamen schätzungsweise 10.000. "Das war bewegend, so ein vereinender Moment für alle Aktivisten in Europa. Gefühlsmäßig war es anschließend geschafft, auch wenn danach noch ganz viel Arbeit kam."

Könnte sie sich vorstellen, auf der anderen Seite zu stehen, Gesetze zu machen, statt gegen sie zu protestieren? "Wenn, dann nur auf europäischer Ebene", sagt sie. In Deutschland allein etwas ändern zu wollen, bringe nicht viel.

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Leserkommentare
    • Rychard
    • 28. Dezember 2012 10:31 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte setzen Sie sich argumentativ mit den Inhalten des Artikels auseinander. Danke, die Redaktion/au

    • Rychard
    • 28. Dezember 2012 16:40 Uhr
    2. [...]

    Entfernt. Kein Themenbezug. Danke, die Redaktion/jp

    • Rychard
    • 29. Dezember 2012 13:10 Uhr

    dass es clevere Menschen gibt, die nicht aufgeben gegen die Kontrolleure der althergebrachten Informations- und damit Machtherarchien aktiv zu sein ..

    • Rychard
    • 29. Dezember 2012 13:11 Uhr

    Freud .. hierarchien ..

  1. Denn das Netz ist mittlerweile kaum mehr etwas anderes als das Volk. Und zwar nicht nur das deutsche Volk, das französische Volk sondern alle Völker auf diesem Planeten.

    Ich war damals dabei, ebenso bei den Occupy Protesten, beide Bewegung zähle ich zu einem ersten Aufbegehren der Menschen gegenüber einen ihnen immer übermächtig erscheinenteres Geflecht aus Politik und Industrie.

    Übermächtig, weil man heute schon überhaupt nicht mehr weiss, gegen was man überhaupt demonstrieren soll, sind die Probleme doch so zahlreich.

    Mit ACTA entstand ein konkretes Feindbild, man hatte einen klaren Begriff, welchen man mit dem Überwachungsstaat in Verbindung bringen konnte, man hatte einen konkreten Gegner und wusste was zu tun war.

    Dieses konkrete Ziel fehlt mitlerweile und wir müssen alles daran setzen dieses Ziel neu zu formulieren, d.h. einem weiteren Ausbau des Überwachungsstaates weiterhin entschlossen entgegen zu treten, denn ACTA war weder der Anfang noch das Ende.

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