NutzerdatenNutzer in Kalifornien verklagen Instagram

Instagram wird vorgeworfen, private Fotos kostenfrei für Werbezwecke zu nutzen. Mutterkonzern Facebook weist das zurück und will die Sammel-Klage "energisch bekämpfen". von afp

Das Instagram-Logo

Das Instagram-Logo  |  © Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images

Gegen die neuen Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen des Online-Fotodienstes Instagram ist in den USA eine Sammelklage eingereicht worden. Wie die kalifornische Anwaltskanzlei Finkelstein und Krinsk nun mitteilte, reichte sie die Klage gegen die Facebook-Tochter bereits am Freitag bei einem Bundesgericht in San Francisco ein. "Instagram nimmt seinen Nutzern ihre Rechte, während es sich selbst von jeder Verantwortung abschirmt", heißt es in der Klageschrift.

Die neuen Nutzungsregeln sahen unter anderem vor, dass die von Instagram-Nutzern veröffentlichten Fotos weltweit und kostenfrei für Werbungen auf Instagram- und Facebook-Seiten genutzt werden dürfen. Nach starker Kritik distanzierte sich Instagram vor einer Woche wieder davon . "Um es deutlich zu sagen: Wir haben nicht die Absicht, Eure Fotos zu verkaufen", sagte Mitbegründer Kevin Systrom. "Wir besitzen Eure Fotos nicht, das tut Ihr."

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In der Klageschrift heißt es jedoch, Instagram habe seine Pläne nicht vollständig zurückgenommen, sondern die Regeln nur zu PR-Zwecken umformuliert. Außerdem solle sichergestellt werden, dass Instagram-Nutzer, die sich von dem Onlinedienst abwendeten, weiterhin alle Rechte über ihre dort veröffentlichten Bilder behielten.

Die Anwaltskanzlei hob außerdem hervor, dass sich Zehntausende Instagram-Nutzer im Bundesstaat Kalifornien der Sammelklage anschließen könnten. Der Instagram-Mutterkonzern Facebook sagte dazu, die Klage sei "wertlos". "Wir werden sie energisch bekämpfen."

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Leserkommentare
  1. > Mutterkonzern Facebook weißt das zurück und will die
    > Sammel-Klage "energisch bekämpfen".

    zurückweisen, nicht zurückweißen.

    7 Leserempfehlungen
  2. Würde Facebook mit seinem Geschäftsmodell, dem Geldverdienen auf Kosten der Privatsphäre seiner Nutzer, offen umgehen, könnte sich jeder selbst entscheiden, wie weit er sich digital nackig machen lässt.

    Die Sammelklage ist richtig und notwendig, denn das Aushöhlen der Privatsüphäre erfolgt - branchentypisch - möglichst heimlich und versteckt über das Kleingedruckte.

    Oder wie im Falle des neuen Telekommunikationsgesetzes in Deutschland durch den Bundestag und den Bundesrat. Hier bleibt nur die Hoffnung auf das Bundesverfassungsgericht.

    Trotzdem:
    Wenn wir den Schulden- und Finanzgau einigermaßen überlebt haben werden, werden wir direkt in einen Datenskandal epischen Ausmaßes hineinlaufen. Denn die Datenberge existieren schon und die damit verbundenen Absichten dienen in keiner Weise Otto N.

    2 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, nf
  • Schlagworte Kalifornien | Bundesgericht | Facebook | Instagram | USA | Werbung
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