Online-Petition : US-Regierung soll einen Todesstern bauen

Mehrere Tausend US-Bürger verlangen von ihrer Regierung per Online-Petition, dass sie einen Todesstern wie in "Krieg der Sterne" bauen lässt – um Jobs zu schaffen.
Lego hat den Todesstern schon nachgebaut – einige US-Amerikaner denken aber in größeren Maßstäben.

Deutsche Medien und Bürger empören sich schon, wenn die heimische Rüstungsindustrie die Wirtschaftskraft des Landes stärkt, indem sie ein paar Panzer zusammenschraubt und an irgendwelche Scheichs verkauft. Die Amerikaner denken da in größeren Maßstäben. Sie wollen, dass ihre Regierung einen Todesstern baut – um Jobs zu schaffen.

Rund 4.000 US-Bürger haben sich jedenfalls schon für einen Nachbau der imperialen Superwaffe aus dem Film Krieg der Sterne ausgesprochen, in einer Online-Petition ans Weiße Haus . Die US-Regierung hat, ähnlich wie der deutsche Bundestag , eine Website, auf der Bürger eine Petition einreichen können. "We the people" heißt sie.

Zeichnen innerhalb von 30 Tagen mehr als 25.000 Menschen mit, muss sich die US-Regierung dazu äußern und das Anliegen an die zuständige Abteilung weiterleiten. So steht es in den FAQ zu "We the people" .

Ein gewisser John D. hat die Petition mit dem Titel "Mittel und Ressourcen sichern, um 2016 mit dem Bau eines Todessterns zu beginnen" verfasst. Darin heißt es: "Indem wir unsere Verteidigungsressourcen auf eine überlegene Weltraum-Plattform und ein Waffensystem wie den Todesstern konzentrieren, kann die Regierung Stellen in den Bereichen Bau, Ingenieurswesen und Erforschung des Weltalls schaffen und zudem unsere nationalen Abwehrkräfte verstärken."

Die Petition läuft noch bis zum 14. Dezember. Nachdem Mashable , eines der bekanntesten Techblogs der USA , darüber berichtet hat , besteht durchaus die Chance, dass die Marke von 25.000 Mitzeichnern erreicht wird.

Gefahren für Handwerker durch militante Linke

Ganz durchdacht ist die Idee aber wohl nicht. Studenten der Lehigh University in Pennsylvania haben schon einmal ausgerechnet , wie viel Stahl man für den Nachbau des Todessterns bräuchte. Das Ergebnis: 1.080.000.000.000.000 Tonnen. Bei der derzeitigen Stahlproduktion von 1,3 Milliarden Tonnen im Jahr weltweit würde es gut 800.000 Jahre dauern, bis genug Blech für den Todesstern vorhanden wäre. Kosten würde das beim heutigen Stahlpreis etwa 852.000.000.000.000.000 US-Dollar. Dabei sind die Studenten nur von einem Durchmesser von 140 Kilometern ausgegangen, laut Starwars-Wiki hatte der erste Death Star aber 160 Kilometer.

Und schon 1994 ließ Regisseur Kevin Smith die Hauptdarsteller seines Films Clerks – Die Ladenhüter über die Gefahren streiten, die der Bau eines Todessterns für Handwerker und Ingenieure mit sich bringt.

Die These (im Skript im Abschnitt 48 ff) : Bei der Zerstörung des nicht vollendeten zweiten Todessterns in Episode VI der Star-Wars-Reihe durch die Rebellen seien viele Unschuldige zu Tode gekommen. Denn das Imperium müsse beim Bau des zweitens Todessterns, der sogar 900 Kilometer durchmaß, viele unabhängige Klempner und Dachdecker unter Vertrag genommen haben, um das Projekt in überschaubarer Zeit abschließen zu können. Das Imperium allein hätte die nötigen Fachkräfte jedenfalls nicht stellen können, glaubt die Filmfigur Randal.

Randal führt weiter aus: Den unabhängigen Handwerkern müsse der Auftrag lukrativ erschienen sein, schließlich war es ein Regierungsprojekt – doch dann seien die Rebellen gekommen: "Plötzlich tauchen diese militanten Linken auf, beschießen dich mit Laserkanonen und radieren jedes Leben im Umkreis von drei Meilen aus." Für ihn ist das ein Kriegsverbrechen, schließlich seien die Handwerker selbst unpolitisch und unschuldig gewesen, sie wollten einfach nur ihren Lebensunterhalt verdienen.

Sollten die USA also einen Todesstern bauen wollen und dazu Tausende oder gar Millionen von Jobs schaffen, müssten sie wohl eine Risikozulage zahlen. In Zeiten eines überbordenden Staatsdefizits erscheint das einerseits fraglich. Anderseits brächte es wohl Vollbeschäftigung für die nächsten 800.000 Jahre.

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Kommentare

119 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

Das wäre lustig wenn es nicht so traurig wäre...

...denn sollten sich da wirklich 25000 Menschen finden die das unterschreiben ist das ein Affront und ein gefundenes Fressen für die Gegner der direkten Demokratie.
Es wäre weiters eine Verschwendung von Steuergeldern und Zeit des Parlamentes.
Und letzten Endes ist traurig das diesen Leuten nichts besseres einfällt um Arbeitsplätze zu schaffen.
Es gibt genug Arbeit für alle - auch in Europa - aber das Geld um das alles zu bezahlen ist falsch verteilt.

Verständlich,

da kommt die eine Hälfte der Durchschnittsdeutschen und überlegt, wie sie diese 800.000 Jahre tarifrechtlich absichern könnte. Ohne Gewerkschaft geht da nix!

Die andere Hälfte nörgelt über die erste Hälfte, dass diese mal wieder nur aus "Unfairteilungsgründen" den gesamten Fortschritt aufhalten. Was ne Unverschämtheit!

Beide zusammen schimpfen auf den Staat, weil der bei solchen Public Private Partnership-Projekten wegen völliger Überforderung

> jegliches finanzielles Ziel aus Prestigegründen aus dem Auge verliert
> sich von den privaten Unternehmen übern Tisch ziehen lässt
> und alle dann wieder mehr Steuern zahlen sollen.

Und das alles für ein Projekt, dass dann ein nichtsahnender Auserwählter Joghurt-Meiter vernichten wird. So ein Mist aber auch.

ZeroHedge, actually

nicht The Onion, aber Zerohedge:

"A Modest Proposal To Boost US GDP By $852 Quadrillion: Build The Imperial Death Star"

"As such we propose that the US, already the world's most expansionist and aggressive foreign policy power, not like there is anything wrong with that of course - it is all for the sake of liberating oppressed foreign oil, should one up itself and build the true symbol of its contemporary socio-historical status: the Imperial Death Star."

http://www.zerohedge.com/...

Und warum druckt die USA seine Dollars nicht selber?

Gibt diese Dollars seinen Landsleuten in die Hand. Dann können die Amerikaner, mit ihren Dollars, auf der ganzen Welt einkaufen, ohne das sich der Staat selbst, Verschulden muss.

Ursache für die Verschuldung von Staaten, ist nur die alleinige Geldschöpfung durch die Banken! Vom Staat geschöpftes Geld ist jederzeit über Steuergesetzgebung fast Problemlos wieder einzuziehen, sofern sich die Staaten mal dazu einigen könnten, die Steuerschlupflöcher zu schließen!

Natürlich funktioniert das mit dem Geldschöpfen vom Staat, und dann überall auf der Welt einkaufen, Nicht! Weil dann jeder ganz schnell dahinter kommt, wie Wertlos das Geld ist.

Komischerweise scheint aber jeder zu Glauben, das die Schuldenaufnahme von Staaten, und dann das Gelddrucken für Bankenrettung und andere, Funktioniert!?

Die Geldschöpfung von Vollgeld ohne Zinsbelastung funktioniert nur innerhalb eines Staates, gerade wegen der Steuerhoheit eines Staates.

Der internationalen Handel, kann auf Dauer nur mit ausgeglichenen Handelsbilanzen funktionieren.

Dann geschieht das Einkaufen mit Vollgeld, im Wesentlichen, innerhalb eines Staates!

Und nur dann macht es Sinn, das Kreditgeld durch Vollgeld zu ersetzten!

Dann funktionieren auch meine Lösungen, ab Kommentar 53:

http://www.zeit.de/wirtsc...

Ansonsten:

http://uhupardo.wordpress...

Und keine Lösung mehr möglich!