Online-PetitionUS-Regierung soll einen Todesstern bauen

Mehrere Tausend US-Bürger verlangen von ihrer Regierung per Online-Petition, dass sie einen Todesstern wie in "Krieg der Sterne" bauen lässt – um Jobs zu schaffen. von 

Todesstern

Lego hat den Todesstern schon nachgebaut – einige US-Amerikaner denken aber in größeren Maßstäben.  |  © CC BY 2.0 stachelbeer/flickr

Deutsche Medien und Bürger empören sich schon, wenn die heimische Rüstungsindustrie die Wirtschaftskraft des Landes stärkt, indem sie ein paar Panzer zusammenschraubt und an irgendwelche Scheichs verkauft. Die Amerikaner denken da in größeren Maßstäben. Sie wollen, dass ihre Regierung einen Todesstern baut – um Jobs zu schaffen.

Rund 4.000 US-Bürger haben sich jedenfalls schon für einen Nachbau der imperialen Superwaffe aus dem Film Krieg der Sterne ausgesprochen, in einer Online-Petition ans Weiße Haus . Die US-Regierung hat, ähnlich wie der deutsche Bundestag , eine Website, auf der Bürger eine Petition einreichen können. "We the people" heißt sie.

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Zeichnen innerhalb von 30 Tagen mehr als 25.000 Menschen mit, muss sich die US-Regierung dazu äußern und das Anliegen an die zuständige Abteilung weiterleiten. So steht es in den FAQ zu "We the people" .

Ein gewisser John D. hat die Petition mit dem Titel "Mittel und Ressourcen sichern, um 2016 mit dem Bau eines Todessterns zu beginnen" verfasst. Darin heißt es: "Indem wir unsere Verteidigungsressourcen auf eine überlegene Weltraum-Plattform und ein Waffensystem wie den Todesstern konzentrieren, kann die Regierung Stellen in den Bereichen Bau, Ingenieurswesen und Erforschung des Weltalls schaffen und zudem unsere nationalen Abwehrkräfte verstärken."

Die Petition läuft noch bis zum 14. Dezember. Nachdem Mashable , eines der bekanntesten Techblogs der USA , darüber berichtet hat , besteht durchaus die Chance, dass die Marke von 25.000 Mitzeichnern erreicht wird.

Gefahren für Handwerker durch militante Linke

Ganz durchdacht ist die Idee aber wohl nicht. Studenten der Lehigh University in Pennsylvania haben schon einmal ausgerechnet , wie viel Stahl man für den Nachbau des Todessterns bräuchte. Das Ergebnis: 1.080.000.000.000.000 Tonnen. Bei der derzeitigen Stahlproduktion von 1,3 Milliarden Tonnen im Jahr weltweit würde es gut 800.000 Jahre dauern, bis genug Blech für den Todesstern vorhanden wäre. Kosten würde das beim heutigen Stahlpreis etwa 852.000.000.000.000.000 US-Dollar. Dabei sind die Studenten nur von einem Durchmesser von 140 Kilometern ausgegangen, laut Starwars-Wiki hatte der erste Death Star aber 160 Kilometer.

Und schon 1994 ließ Regisseur Kevin Smith die Hauptdarsteller seines Films Clerks – Die Ladenhüter über die Gefahren streiten, die der Bau eines Todessterns für Handwerker und Ingenieure mit sich bringt.

Die These (im Skript im Abschnitt 48 ff) : Bei der Zerstörung des nicht vollendeten zweiten Todessterns in Episode VI der Star-Wars-Reihe durch die Rebellen seien viele Unschuldige zu Tode gekommen. Denn das Imperium müsse beim Bau des zweitens Todessterns, der sogar 900 Kilometer durchmaß, viele unabhängige Klempner und Dachdecker unter Vertrag genommen haben, um das Projekt in überschaubarer Zeit abschließen zu können. Das Imperium allein hätte die nötigen Fachkräfte jedenfalls nicht stellen können, glaubt die Filmfigur Randal.

Randal führt weiter aus: Den unabhängigen Handwerkern müsse der Auftrag lukrativ erschienen sein, schließlich war es ein Regierungsprojekt – doch dann seien die Rebellen gekommen: "Plötzlich tauchen diese militanten Linken auf, beschießen dich mit Laserkanonen und radieren jedes Leben im Umkreis von drei Meilen aus." Für ihn ist das ein Kriegsverbrechen, schließlich seien die Handwerker selbst unpolitisch und unschuldig gewesen, sie wollten einfach nur ihren Lebensunterhalt verdienen.

Sollten die USA also einen Todesstern bauen wollen und dazu Tausende oder gar Millionen von Jobs schaffen, müssten sie wohl eine Risikozulage zahlen. In Zeiten eines überbordenden Staatsdefizits erscheint das einerseits fraglich. Anderseits brächte es wohl Vollbeschäftigung für die nächsten 800.000 Jahre.

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Leserkommentare
  1. Ich bin begeistert! Gott sei Dank gibt es noch seriöse Journalisten wie den Verfasser, die solche Unverfrorenheiten wie diese absolut Ernst gemeinte Online-Petition aufdecken. Die Argumentation, mit der belegt wird, dass sich ein Todesstern entgegen aller Erwartung NICHT in der Realität bauen lässt, ist sage und schreibe brilliant. Mit scharfem Verstand wird der Mumpitz dieser Petitionswütigen hinterfragt. Mit sauber recherchierten Zahlen und Quellen (Jedipedia) wird untermauert, was niemand für möglich gehalten hätte. Und Gott sei Dank bin ich nicht der Einzige, der die schrecklichen Kriegsverbrechen der Linksmilitanten Rebellen an den Unschuldigen Handwerkern des Todessterns in Star Wars Teil VI kritisiert. Ich hoffe sie werden alle für ihre Untaten vor das Kriegsgericht gestellt! Gibt es hier vielleicht noch Rechtsexperten die ausrechnen können, wie viele jahre Gefängnis es für den Mord an der Anzahl Unschuldiger gibt, die für den Bau eines echten Todessterns benötigt werden? An dieser Stelle möchte ich noch die Kommentatoren unter diesem Artikel loben, ihre Expertenmeinungen sind sehr aufschlussreich. Zum Glück wurde klar gestellt, das eine Unterschriftengrenze von 25.000 nicht demokratisch vorbildlich und das Mitspracherecht der Bürger stärkt, sondern einfach nur lächerlich ist. Gut so! Gott sei Dank gibt es bei der "Zeit" noch solch Herausragende Journalisten, jeder Andere hätte die Petition oder meinen Artikel als schwarzhumorige Satire abgetan. Bravo!

  2. Die Idee ist doch ein wirtschaftliches Wunderwerk! Wenn wir einen Todesstern bauen würden, bzw die USA, dann wären die nächsten Jahre keine Spuren von (Jugend-)Arbeitslosigkeit mehr zu sehen. Allerdings brauchen wir dafür auch Experten. Das ist das Problem, und wo liegen die Baupläne? Es gibt vielleicht keine, dann hätten auch die Architekten was zutun! Und was ist mit den Philosophen die doch eh nichts zutun haben? Die könnten die ethischen Aspekte doch mal angrübeln! Soviel wie bei dem Bau eines Todessternes entsteht, das ist der WAHNSINN! Mediendesigner, eh alle unterbezahlt und viel zu viele davon auf dem Markt, die könnten eine Website anfertigen und einen Onlinecomic damit machen. Das wäre vielleicht sogar ein Generationenprojekt, wo nicht nur quasi 'wir' dran arbeiten würden, sondern auch noch unsere Kinder! Man das ist DIE Idee!
    Man die ganzen Star Wars Fans hätten ENDLICH etwas um die Trekkies mal richtig zu natzen! Und nicht nur das, die haben doch auch DIE Ahnung, die Nerds könnte man endlich mal so einsetzen, dass sie richtig attraktiv für andere Menschen würden und sie so sozial besser integrieren. Nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial ein Meisterwerk! (Allerdings sollte man die Stelle nicht mitbauen, an der man den Stern zerstören kann, ist ja doof)

  3. Und die Tourismusbranche? Da sackt doch eh alles ab, Urlaub im Todesstern! Hotel 'Zum Todesstern', man das ist genial!
    'und die Zerstörung des halbfertigen Todessterns in Star Wars Teil VI als Kriegsverbrechen bezeichnet' Naja, je nachdem auf welcher Seite man steht könnte man das als Kriegsverbrechen ansehen.
    '1.080.000.000.000.000 Tonnen' Stahl bräuchte man. Ich hab sehr, sehr gute Beziehungen zu sehr, sehr, sehr weit oben sitzenden Menschen in der Stahlbranche, das kriegt man schon geregelt.
    'Kosten würde das beim heutigen Stahlpreis etwa 852.000.000.000.000.000 US-Dollar' Naja, bevor das für weiter ERNSTHAFTE Kriegsverbrechen verbraucht wird, oder um einfach nur den ein, oder anderen neuen Krieg anzuzetteln, man hat ja sonst nichts zutun, als den Israelis sonst noch was Geld in den Hintern zu blasen, eine gute Investition.
    Sich auf 'Clerks' als verlässliche Quelle zu beziehen finde ich, abgesehen davon, auch großartig.
    'Anderseits brächte es wohl Vollbeschäftigung für die nächsten 800.000 Jahre.' Na also, ran ans Werk!

  4. Die Pyramiden haben 20 Jahre gedauert und Tausende Tote gefordert.
    Und selbst wenn man es schaffen würde ihn hochzubringen, wie will man bewerkstelligen das es nicht in die Erdumlaufbahn gezogen wird.

    "Man könnte z.B. einen etwa 160km grossen Mond eines erdnahen Planeten aus der Umlaufbahn bewegen und dann als Todesstern ausbauen."

    Sie kennen schon die Bedeutung und Funktion eines Mondes?

    Wenn man davon absieht das Staaten wie USA, Russland und China die Erde in 200-400 Jahre gegrillt haben, wird es schon schwer 800.000 Jahre durchgängig an so einer Phantasie zu bauen.

    Und wenn man denn 800.000 Jahre an so einem Ding gebastelt hat, kann es in 10 Sekunden durch Asteroiden, Kometen oder Trümmer zerstört werden.

    Antwort auf "Unsinn?"
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    Ich befürchte die Antwort wird 'Nein' lauten, denn sonst wüssten Sie, dass Ihre Zerstörungstheorie Unsinn ist.

  5. Achso, aber wenn es jetzt um, in Ihren Augen, wirklich wichtige Themen geht, dann wäre die geforderte Unterschriftenanzahl vermutlich 'unverschämt hoch!' .
    Man sollte die Chancengleichheit durchaus bei solchen Angelegenheiten gerade halten.

  6. Ich befürchte die Antwort wird 'Nein' lauten, denn sonst wüssten Sie, dass Ihre Zerstörungstheorie Unsinn ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ernsthaft, sie berufen sich auf einen Film?
    George Lucas ist Science-Fiktion Regisseur, kein Physiker, und das sieht man am Film.

    • R_IP
    • 06. Dezember 2012 18:52 Uhr

    Für Bildung muss ich so gut wie kein Geld ausgeben. Meine Bücherregale sind prall gefüllt mit ungelesenen Büchern, keine Sorge.

    Und warum ist Musikhören und Humor haben für Sie nun ein Widerspruch? Klären Sie mich bitte auf...

    Antwort auf "Wo bleibt die Bildung?"
  7. 104. Unsinn

    Ernsthaft, sie berufen sich auf einen Film?
    George Lucas ist Science-Fiktion Regisseur, kein Physiker, und das sieht man am Film.

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