TwitterDer Papst zwitschert die Botschaft

Päpstlichen Segen gibt es bald in 140 Zeichen: Der Pontifex ist bei Twitter angemeldet. Am 12. Dezember verschickt er seinen ersten Tweet. Vorher kann man Fragen stellen. von dpa

Ein Besucher der Generalaudienz in Rom macht ein Foto von Papst Benedikt.

Ein Besucher der Generalaudienz in Rom macht ein Foto von Papst Benedikt.  |  © Alessandro Bianchi/Reuters

Papst Benedikt XVI. ist jetzt beim Kurznachrichten-Dienst Twitter angemeldet. Neben dem englischsprachigen Konto @pontifex gibt es sieben weitere in anderen Sprachen, darunter @pontifex_de auf Deutsch. Die Echtheit der Accounts wurde am Montag von Twitter und dem Vatikan bestätigt .

Bis zur ersten Twitter-Botschaft des Papstes werden allerdings noch einige Tage vergehen. Benedikt werde seinen ersten Tweet am 12. Dezember verschicken und dann auch auf Twitter-Fragen beantworten, kündigte der Betreiber des Dienstes an. Bis dahin könne man Fragen mit dem Schlagwort #AskPontifex twittern.

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Im ersten päpstlichen Tweet wird es um Fragen des Glaubens gehen, teilte der Medienberater des vatikanischen Staatssekretariats, Greg Burke, mit. "Alle Tweets des Papstes sind die Worte des Papstes", sagte er zu den von Benedikt selbst verfassten spirituellen Twitter-Botschaften. "Twitter ist der leichtere Weg für die Botschaft des Papstes", sagte Burke auf die Frage, warum man es nicht mit Facebook versuche. Twitter sei ein Instrument mit vielen Vorteilen.

Tweets auch mit Nichtgläubigen teilen

"Die Twitter-Präsenz des Papstes drückt konkret die Überzeugung aus, dass die Kirche in der digitalen Arena gegenwärtig sein muss", hält der Vatikan zu der neuen Medienaktivität des 85-jährigen Benedikt fest. Noch vor einem Jahr war man im Vatikan anderer Ansicht und warnte die Gläubigen eher davor , sich religiösen Rat über Apps und ähnliche Werkzeuge zu holen.

Twitter sei nur die Spitzes des Eisbergs, was die Präsenz der Kirche in der Welt der neuen Medien angehe, heißt es nun. Der Vatikan ermutigte alle kirchlichen Institutionen und Gläubigen, auf eigene Weise ihre Überzeugungen auf dem "digitalen Kontinent" kundzutun. Benedikt jedenfalls wolle seine Tweets auch mit Nichtgläubigen teilen, diskutieren und einen Dialog anregen.

Angekündigt wurde die Twitter-Offensive schon Anfang November.

Zum ersten und bislang einzigen Mal getwittert hatte der Papst bereits im Juni vergangenen Jahres. Damals gab er über den Account von Radio Vatikan den Start eines neuen Nachrichtenportals der katholischen Kirche bekannt und fügte auf Englisch hinzu: "Gelobt sei unser Herr Jesus Christus ! Mit meinen Gebeten und Segenswünschen, Benedictus XVI."

Der Vatikan hat seine Web-Präsenz in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet. Der vatikanische Kanal im Videoportal YouTube wird von rund 36.000 Nutzern abonniert.

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Leserkommentare
  1. >> Der Pontifex ist bei Twitter angemeldet. <<

    ... nicht mehr als zwölf Follower!
    Sonst gibt das noch Ärger mit dem Chef ...

    3 Leserempfehlungen
  2. "Benedikt jedenfalls wolle seine Tweets auch mit Nichtgläubigen teilen, diskutieren und einen Dialog anregen."
    Da fragt sich der praktische Atheist: Wie macht der das blos? Auch noch ganz persönlich. Als Kind haben wir doch immer geglaubt, dass Gott alles sieht und mit uns sprechen kann. Nun dürfen wird das auch vom Papst glauben. Er will allen persönlich antworten - das sollen wir glauben. Aber wer an die unbefleckte Empfängnis glaubt, der glaubt wohl auch, dass der Papst persönlichmit mit ihm twittert.

  3. Gottgleich:

    "Benedikt jedenfalls wolle seine Tweets auch mit Nichtgläubigen teilen, diskutieren und einen Dialog anregen."
    Da fragt sich der praktische Atheist: Wie macht der das blos? Auch noch ganz persönlich. Als Kind haben wir doch immer geglaubt, dass Gott alles sieht und mit uns sprechen kann. Nun dürfen wird das auch vom Papst glauben. Er will allen persönlich antworten - das sollen wir glauben. Aber wer an die unbefleckte Empfängnis glaubt, der glaubt wohl auch, dass der Papst persönlich mit ihm twittert.
    Und sollte noch jemand daran gezweifelt haben, dass der Vatikan in erster Linie eine grandiose Geschäftsidee ist, der kann sich jetzt bestätigt sehen. Da wird nichts ausgelassen, was dazu dienen könnte, das Geld im Kasten klingen zu lassen, damit die Seele aus dem Fegefeuer springt.

    • 15thMD
    • 03. Dezember 2012 18:14 Uhr

    Natürlich wird der Papst jeden einzelnen Tweet persönlich beantworten. Wenn ich jetzt mal von sehr vorsichtigen 500000 Tweets die WOche an den Papst ausgehe, wird der Mann sich wohl nicht mehr so viel um die Kirche kümmern können.

    Und btw, ich habe auch Twitter. Ist nix dolles, kann man sich anmelden und losschreiben.

    • Kometa
    • 13. Dezember 2012 14:29 Uhr

    "Ich bin unbeschnitten. Und das ist gut so!"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, zz
  • Schlagworte Botschaft | Jesus | Katholische Kirche | Papst | Twitter | Apps
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