Bürgerrechtler sahen durch das harte Vorgehen bereits die Meinungsfreiheit bedroht. Immerhin, so ihr Argument, würden solche Bemerkungen, fielen sie in der Kneipe, nur ein Stirnrunzeln hervorrufen und nicht gleich eine Anklage.

Auf die Meinungsfreiheit bezog sich nun auch Starmer. "Es würde die freie Rede ersticken, wenn die Menschen befürchten müssten, dass jedes Mal die Polizei komme, wenn sie etwas veröffentlichen, dass unpopulär oder beleidigend ist", zitierte ihn die L.A. Times .

Doch ist wohl nicht nur die Sorge um Meinungsfreiheit Anlass der neuen Regeln. Die ermittelnden Behörden ersticken inzwischen geradezu in entsprechenden Anklagen. Die Zahl der Menschen, die Facebook, Twitter, Google + et cetera nutzen, steigt und mit ihr die Zahl der rüden Botschaften.

Die Nachrichtenagentur Associated Press hatte mit einer Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erfahren, wie viele solche Fälle in der Vergangenheit bearbeitet wurden. Demnach gab es 2011 insgesamt 1.843 Anklagen nach dem Gesetz über elektronische Kommunikation. Im Jahr 2009 waren es hingegen nur 1.263. Die Zahl der Verurteilungen stieg von 873 im Jahr 2009 auf 1.286 im Jahr 2011.

Gleichzeitig wollte Starmer klarstellen, dass die Anklageregeln nicht als Freibrief verstanden werden. Der Guardian zitiert ihn mit den Worten: "Wenn eine Mitteilung schnell gelöscht wird und wenn Reue erkennbar ist, dann kann eine Anklage unverhältnismäßig sein." Zu behaupten, man habe, als man wieder nüchtern war, eine Botschaft schnell gelöscht, sei aber keine generelle Entschuldigung.