Internetmedien: "Welt Online" lässt die Bezahlschranke runter
Die Skepsis über den Erfolg ist sogar bei Springer groß, dennoch müssen Leser von "Welt Online" ab Mittwoch zum Teil für die Lektüre bezahlen. "Bild.de" soll bald folgen.
© Screenshot/ZEIT ONLINE

Ein Screenshot der Homepage von Welt Online
Leser der Online-Ausgabe der Zeitung Die Welt müssen ab Mittwoch für die Lektüre teilweise zahlen. Ab dann können Nutzer der Seite welt.de pro Monat 20 Artikel kostenlos lesen, ab dem 21. angeklickten Beitrag greift ein Bezahlsystem ähnlich einem Abonnement, teilte der Axel-Springer-Verlag mit.
Die Startseite bei welt.de bleibt den Angaben zufolge kostenfrei. Artikel, auf die von Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder anderen Seiten verlinkt werden, können ebenfalls weiter kostenlos gelesen werden, hieß es. Abonnenten einer Zeitung der Welt-Gruppe erhalten unbegrenzt freien Zugang. Die Welt ist die erste überregionale Tageszeitung in Deutschland, die für ihren Internetauftritt ein Bezahlsystem einführt. Andere Webseiten des Konzerns, darunter das Hamburger Abendblatt, sind bereits zum Teil kostenpflichtig.
"Wir wollen, dass Qualitätsjournalismus ein Geschäftsmodell bleibt", sagte Axel-Springer-Vorstandschef Matthias Döpfner zu dem Vorstoß. Er räumte ein, dass die Skepsis darüber, ob das Projekt ein Erfolg werde, durchaus groß sei. Was passiere, wenn die User diesen Weg verweigerten, wisse man nicht, sagte er. "Wir müssen jetzt einfach anfangen." Romanus Otte, der bei der Welt-Gruppe für den digitalen Auftritt verantwortlich ist, räumte ein: "Wir werden an Reichweite verlieren. Nervös machen wird uns das aber nicht."
Zahlen der Welt-Apps "ermutigend"
Vorstandsmitglied Jan Bayer sagte, dass das Bezahlsystem ein langfristiges Projekt sei: "Es geht uns nicht um schnelle Erfolge." Er verwies auf andere Anbieter mit Bezahlsystemen, die "die Reichweite mit der Zeit wieder stabilisiert" hätten. Der Erfolg der Welt-Apps sei jedenfalls ermutigend, "weil dort bereits für digitale journalistische Inhalte bezahlt wird."
Zahlen zu den Erwartungen an das Bezahlsystem wollte Springer nicht nennen. Der Medienkonzern plant im kommenden Jahr auch bei bild.de eine Art Bezahlschranke einzubauen. Der Zeitpunkt dürfte mit dem Erwerb der Internet-Rechte für die Fußball-Bundesliga ab der nächsten Saison in Zusammenhang stehen.









"Wir wollen, dass Qualitätsjournalismus ein Geschäftsmodell bleibt"
lol?! In Deutschland muss man mit einer Lupe nach Qualitätsjournalismus suchen und bei dem Axel-Springer-Verlag wird man sicher nicht fündig!
Niemand kann gezwungen werden, Inhalte kostenlos anzubieten. Es ist also das gute Recht von Welt Online sich aus diesem kostenlosen, dafür aber werbeüberhäuften Zirkus zurückzuziehen.
Es gäbe natürlich auch andere Konzepte, wie beispielsweise das von Zeit online, schöne Artikel ohne streng aktuellen Bezug mit Wochen Verspätung feizugeben. (Dabei wissen wir doch: Nichts ist älter als die Zeitung von Gestern.)
Das muss jede Zeitung selbst entscheiden dürfen!
Allerdings wird das, per Vorbildfunktion oder so, nicht dazu führen, dass es keine kostenlose Konkurrenz mehr geben wird.
Da sind beispielsweise die aktuellen Netzinhalte der Fernsehsender (tagesschau.de, heute.de), die keine zusätzliche Bezahlung nehmen können, da sie ja schon durch die Rundfunkgebühren bezahlt sind, oder die Portale der Netzbetreiber, die über die Internetflatrate abgedeckt sind.
Es wird deshalb auch künftig niemand ohne kostenlose aktuelle Nachrichten auskommen müssen. (Eventuell aber ohne "Qualitätsjournalismus".)
PS: Guckt eigentlich noch jemand MTV seit die zum Bezahlfernsehen geworden sind?
"Warum eigentlich nicht? Niemand kann gezwungen werden, Inhalte kostenlos anzubieten. Es ist also das gute Recht von Welt Online sich aus diesem kostenlosen, dafür aber werbeüberhäuften Zirkus zurückzuziehen."
Selbstverständlich hat jeder das Recht, für seine Arbeit Geld zu verlangen und natürlich trifft dies auch für journalistische Artikel zu.
Das Kernproblem ist allerdings, dass so gut wie keine Qualitätsarbeit mehr bei den Journalisten gibt!
Da werden eilig irgendwelche Agenturmeldungen abgeändert; mitunter finden sich sogar in Konkurrenzblättern (keine Schwesterblätter) absolut textgleiche Absätze; der Inhalt ist sowieso identisch.
Der andere große Nachrichtenteil sind leider nur irgendwelche "Verlautbarungen" von Politik und Lobbyistengruppen. Kritisch auseinander gesetzt wird sich nur sehr selten.
Und wenn man nur ein klein wenig Sachunke in einem Gebiet hat erkennt man immer schnell, dass die Autoren keinerlei Ahnung von dem haben, über was sie da eigentlich schreiben.
Fazit:
Es geht nicht darum, kein Geld zu verlangen. Es geht darum, dass ich und viele andere nicht bereit sind, für diese unreflektierte Art von vermutlich lobbyistengetriebenen Mainstreamjournalismus Geld auszugeben.
Ich will nicht täglich überall lesen, dass der Euro gut für Deutschland war und er alternativlos ist. Auch möchte ich nicht immer das Märchen vom Fachkräftemangel hören. Und Hofberichterstattung ist mir ganz fremd.
"Es gäbe natürlich auch andere Konzepte, wie beispielsweise das von Zeit online, schöne Artikel ohne streng aktuellen Bezug mit Wochen Verspätung feizugeben. (Dabei wissen wir doch: Nichts ist älter als die Zeitung von Gestern.)"
Humbug! Erstens stehen Artikel aus der Donnerstagsausgabe oft schon am darauffolgenden Sonntag oder Montag im Netz, zweitens handelt es sich bei den Artikel sehr oft um tiefergehende Analysen oder quasi "zeitlose" Berichte, die sich auch Monate oder Jahre später noch gut lesen lassen.
... für die der Inhalt auch geschrieben wird - und das sind lange schon nicht mehr wir Normal-Leser.
Das, was sich bei uns als Journalismus verkauft (!), entfernt sich doch schon seit Jahrzehnten immer weiter von der Leserschaft. Lange vor dem Internet wurde das in Umfragen und via MaFo immer und immer wieder festgehalten. Dabei standen immer zwei Leserwünsche im Vordergrund: a) Strikte Trennung von Werbung & red. Inhalt und b) mehr Relevanz für den ganz normal arbeitenden und lebenden Menschen.
Die Verlage gingen den umgekehrten Weg: Sie schrieben zunehmend für Wirtschaft & Politik - und verkauften den eigentlichen Leser als Währung für ihre Werbeplatzierungen.
Dabei half das Ego der so genannten Journalisten: Ob lokal oder überregional, es ist anscheinend viel angenehmer, sich auf Augenhöhe mit Bossen & Bonzen zu wähnen, als sich mit gemeinen Wutbürgern oder dem Moral-Mob (Leserbeschimpfung neulich in der Zeit!) zu solidarisieren. Der Politiker-Kaste geht's anscheinend genauso, die wollen vor allem von der Wirtschaft akzeptiert & über die Medien in ihrer Eigenwahrnehmung bestätigt werden.
Man bildete also ein Dreigestirn, das sich eine eigene kleine Welt aufbaute, die mit dem oft grauen Alltag nur wenig Ähnlichkeit hat. Prima, dann sollen die sich aber auch untereinander finanzieren. Es ist doch albern, Außenstehende zur Kasse bitten zu wollen, die in dem System lange schon keine Rolle mehr spielen - die Normal-Leser nämlich ...
"Warum eigentlich nicht? Niemand kann gezwungen werden, Inhalte kostenlos anzubieten. Es ist also das gute Recht von Welt Online sich aus diesem kostenlosen, dafür aber werbeüberhäuften Zirkus zurückzuziehen."
Selbstverständlich hat jeder das Recht, für seine Arbeit Geld zu verlangen und natürlich trifft dies auch für journalistische Artikel zu.
Das Kernproblem ist allerdings, dass so gut wie keine Qualitätsarbeit mehr bei den Journalisten gibt!
Da werden eilig irgendwelche Agenturmeldungen abgeändert; mitunter finden sich sogar in Konkurrenzblättern (keine Schwesterblätter) absolut textgleiche Absätze; der Inhalt ist sowieso identisch.
Der andere große Nachrichtenteil sind leider nur irgendwelche "Verlautbarungen" von Politik und Lobbyistengruppen. Kritisch auseinander gesetzt wird sich nur sehr selten.
Und wenn man nur ein klein wenig Sachunke in einem Gebiet hat erkennt man immer schnell, dass die Autoren keinerlei Ahnung von dem haben, über was sie da eigentlich schreiben.
Fazit:
Es geht nicht darum, kein Geld zu verlangen. Es geht darum, dass ich und viele andere nicht bereit sind, für diese unreflektierte Art von vermutlich lobbyistengetriebenen Mainstreamjournalismus Geld auszugeben.
Ich will nicht täglich überall lesen, dass der Euro gut für Deutschland war und er alternativlos ist. Auch möchte ich nicht immer das Märchen vom Fachkräftemangel hören. Und Hofberichterstattung ist mir ganz fremd.
"Es gäbe natürlich auch andere Konzepte, wie beispielsweise das von Zeit online, schöne Artikel ohne streng aktuellen Bezug mit Wochen Verspätung feizugeben. (Dabei wissen wir doch: Nichts ist älter als die Zeitung von Gestern.)"
Humbug! Erstens stehen Artikel aus der Donnerstagsausgabe oft schon am darauffolgenden Sonntag oder Montag im Netz, zweitens handelt es sich bei den Artikel sehr oft um tiefergehende Analysen oder quasi "zeitlose" Berichte, die sich auch Monate oder Jahre später noch gut lesen lassen.
... für die der Inhalt auch geschrieben wird - und das sind lange schon nicht mehr wir Normal-Leser.
Das, was sich bei uns als Journalismus verkauft (!), entfernt sich doch schon seit Jahrzehnten immer weiter von der Leserschaft. Lange vor dem Internet wurde das in Umfragen und via MaFo immer und immer wieder festgehalten. Dabei standen immer zwei Leserwünsche im Vordergrund: a) Strikte Trennung von Werbung & red. Inhalt und b) mehr Relevanz für den ganz normal arbeitenden und lebenden Menschen.
Die Verlage gingen den umgekehrten Weg: Sie schrieben zunehmend für Wirtschaft & Politik - und verkauften den eigentlichen Leser als Währung für ihre Werbeplatzierungen.
Dabei half das Ego der so genannten Journalisten: Ob lokal oder überregional, es ist anscheinend viel angenehmer, sich auf Augenhöhe mit Bossen & Bonzen zu wähnen, als sich mit gemeinen Wutbürgern oder dem Moral-Mob (Leserbeschimpfung neulich in der Zeit!) zu solidarisieren. Der Politiker-Kaste geht's anscheinend genauso, die wollen vor allem von der Wirtschaft akzeptiert & über die Medien in ihrer Eigenwahrnehmung bestätigt werden.
Man bildete also ein Dreigestirn, das sich eine eigene kleine Welt aufbaute, die mit dem oft grauen Alltag nur wenig Ähnlichkeit hat. Prima, dann sollen die sich aber auch untereinander finanzieren. Es ist doch albern, Außenstehende zur Kasse bitten zu wollen, die in dem System lange schon keine Rolle mehr spielen - die Normal-Leser nämlich ...
Das Bezahlsystem kann man leicht und legal umgehen. Der Mechanismus ist im Artikel beschrieben.
"Artikel, auf die von Suchmaschinen, sozialen Netzwerken oder anderen Seiten verlinkt werden, können ebenfalls weiter kostenlos gelesen werden, hieß es. "
Wie funktioniert es? Das kann jeder jetzt mal auf abendblatt.de austesten. Man geht auf die Seite und sucht sich einen Artikel. Klickt man drauf, erscheint der Bezahlscreen. Kopiert man allerdings die Überschrift des Artikels in die Google(news)-Suche und klickt bei den Suchergebnissen auf haargenau diesen link, kommt man problemlos zum vollständigen Artikel.
Diese Methode ist wie gesagt legal und nichtmal ungern gesehen, da das diesen Artikel und damit die Zeitung in Google hoch bringt und so weitaus mehr clicks/Leser/Kundschaft verschafft.
Oder noch einfacher, man stellt den User-Agent auf Google bot um! Mit dem richtigen Browser Plugin ist es eine Sache von Sekunden.
Davor ist ja demnächst das Leistungsschutzrecht, wenn Google es nicht noch verhindert. An sich haben Sie zunächst recht: wenn ich 20 Artikel schon umsonst lesen kann - und jetzt mal ehrlich: bei den meisten Online-Zeitungen lese ich nicht mehr als einen Artikel täglich, und das macht 20 im Monat (nur Werktage gerechnet) - und dann außerdem noch über fünf Ecken den Rest auch umsonst bekommen kann, ist die Bezahlschranke wohl erstmal nur für ganz Marken-Gebundene und gleichzeitig technisch Unversierte und nicht Netz-affine gedacht.
Aber man wird sehen, wie sich das zurecht rückt. An sich ist es mutig von Springer, voran zu gehen, denn es ist ja klar, dass die ersten die größten Probleme haben, weil sie noch am meisten kostenlose Konkurrenz haben, und die dann noch kostenfreien anderen Medien haben im Gegenzug den größten Nutzen. Allerdings hat Springer natürlich eine Sonderstellung: die Nähe zum Boulevard, die politische Verortung machen den Verlag vor allem überregional nicht ganz, aber ansatzweise konkurrenzlos, da kann man so etwas schon eher wagen. Wenn SPIEGEL ONLINE es demnächst auch wagt, dann versuchen die aus ihrer Vormachtstellung im Netz in die Offensive zu gehen - auch das kann man nachvollziehen. Interessant wird es, wenn die großen überregionalen Qualitätszeitungen an der Reihe sind, egal ob Wochen- oder Tageszeitung: die liberalen Blätter, FAZ ebenso wie FR z. B.(um mal von Frankfurt, nicht von München und Hamburg zu reden).
Oder noch einfacher, man stellt den User-Agent auf Google bot um! Mit dem richtigen Browser Plugin ist es eine Sache von Sekunden.
Davor ist ja demnächst das Leistungsschutzrecht, wenn Google es nicht noch verhindert. An sich haben Sie zunächst recht: wenn ich 20 Artikel schon umsonst lesen kann - und jetzt mal ehrlich: bei den meisten Online-Zeitungen lese ich nicht mehr als einen Artikel täglich, und das macht 20 im Monat (nur Werktage gerechnet) - und dann außerdem noch über fünf Ecken den Rest auch umsonst bekommen kann, ist die Bezahlschranke wohl erstmal nur für ganz Marken-Gebundene und gleichzeitig technisch Unversierte und nicht Netz-affine gedacht.
Aber man wird sehen, wie sich das zurecht rückt. An sich ist es mutig von Springer, voran zu gehen, denn es ist ja klar, dass die ersten die größten Probleme haben, weil sie noch am meisten kostenlose Konkurrenz haben, und die dann noch kostenfreien anderen Medien haben im Gegenzug den größten Nutzen. Allerdings hat Springer natürlich eine Sonderstellung: die Nähe zum Boulevard, die politische Verortung machen den Verlag vor allem überregional nicht ganz, aber ansatzweise konkurrenzlos, da kann man so etwas schon eher wagen. Wenn SPIEGEL ONLINE es demnächst auch wagt, dann versuchen die aus ihrer Vormachtstellung im Netz in die Offensive zu gehen - auch das kann man nachvollziehen. Interessant wird es, wenn die großen überregionalen Qualitätszeitungen an der Reihe sind, egal ob Wochen- oder Tageszeitung: die liberalen Blätter, FAZ ebenso wie FR z. B.(um mal von Frankfurt, nicht von München und Hamburg zu reden).
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Ich wäre vor 10 Jahren auch bereit gewesen für die Zeit zu zahlen, aber heute würde ich nicht mal 1 Cent pro Jahr zahlen! Die meisten Artikel hier haben nichts mit Qualitätsjournalismus zu tun und der Umgang mit den Kommentatoren ist auch nicht besser!
Es ist nicht so, dass ich selbst große Lust aufs Bezahlen verspüre. Aber ich halte es für richtig, dass die Nutzer für Journalismus bezahlen - sonst gibt es ihn bald nicht mehr.
Genauer: sonst gibt es bald nur noch von Interessengruppen und Öffentlichkeitsarbeitern lancierte Meldungen. Ich möchte das nicht; es wäre für den notwendigen Dialog in einer Demokratie tödlich.
Sie genau dasselbe wie jetzt bekämen, dann aber erst gegen Bezahlung?
Wer sich um die journalistische Qualität sorgt, dem sei empfohlen, mal die Debatte um das Leistungsschutzrecht zu verfolgen. Welche Debatte? Genau!
Oder nehmen sie den blumigen Text inklusive reichlich Eigenlob zum Thema FTD-Ableben in der ZEIT. Anhaltspunkte für die eigentliche Qualität konnte ich nur wenige finden, aber ganz viel "aber wir müssen doch gut sein... allein schon weil wir müssen".
Oder erinnern Sie sich an das Obama-Hochschreiben neulich? Oder Steinbrücks Auftritt als Kanzlerkandidat? "Qualität".
Zur Klärung: Ich zweifle nicht an den Einzelleistungen der Autoren, aber an der Linie der Blätter. Da sind Kampagnen nicht selten und Sie werden es auch wieder beobachten können, wenn Wahlkämpfe aller Art ausgetragen werden. Neutral ist kein Blatt aber, manchmal, sind sie sich in der Vermeidung von Themen oder gar Parteien seltsam einig.
Wenn sich A.-Springers Erben nun also hinter Bezahlhürden positionieren, dann fehlt dem deutschen Journalismus immer noch das, was ihn mal auszeichnete und der "Verlust" (ja, ich musste schmunzeln) der 2 Blätter ist dabei nicht wirklich einer.
Online ist einfach zu viel durch dpa-Kopieren und bei X einfügen entstanden. Inklusive eventueller Übersetzungsfehler oder PR-Phrasen.
Wo war die Qualität als Haiti unter "Sandy" litt? Cholera. Sie war, in unzähligen Artikeln, allein auf die USA konzentriert. Da gewann die Quantität über das andere. Lob den Ausnahmen.
Sie genau dasselbe wie jetzt bekämen, dann aber erst gegen Bezahlung?
Wer sich um die journalistische Qualität sorgt, dem sei empfohlen, mal die Debatte um das Leistungsschutzrecht zu verfolgen. Welche Debatte? Genau!
Oder nehmen sie den blumigen Text inklusive reichlich Eigenlob zum Thema FTD-Ableben in der ZEIT. Anhaltspunkte für die eigentliche Qualität konnte ich nur wenige finden, aber ganz viel "aber wir müssen doch gut sein... allein schon weil wir müssen".
Oder erinnern Sie sich an das Obama-Hochschreiben neulich? Oder Steinbrücks Auftritt als Kanzlerkandidat? "Qualität".
Zur Klärung: Ich zweifle nicht an den Einzelleistungen der Autoren, aber an der Linie der Blätter. Da sind Kampagnen nicht selten und Sie werden es auch wieder beobachten können, wenn Wahlkämpfe aller Art ausgetragen werden. Neutral ist kein Blatt aber, manchmal, sind sie sich in der Vermeidung von Themen oder gar Parteien seltsam einig.
Wenn sich A.-Springers Erben nun also hinter Bezahlhürden positionieren, dann fehlt dem deutschen Journalismus immer noch das, was ihn mal auszeichnete und der "Verlust" (ja, ich musste schmunzeln) der 2 Blätter ist dabei nicht wirklich einer.
Online ist einfach zu viel durch dpa-Kopieren und bei X einfügen entstanden. Inklusive eventueller Übersetzungsfehler oder PR-Phrasen.
Wo war die Qualität als Haiti unter "Sandy" litt? Cholera. Sie war, in unzähligen Artikeln, allein auf die USA konzentriert. Da gewann die Quantität über das andere. Lob den Ausnahmen.
Eien Printausgabe hat einen ganz anderen Kostenstruktur als eine Onlineausgabe. Weder fallen Printkosten noch Distribtionskosten an. Werbeflächen können kundenspezifisch platziert werden und haben dadurch einen sehr viel höheren Wirkungsgrad, wodurch sie auch besser zu verkaufen sind.
Für den Dienst (mehr als 20 Artikel zu lesen) eine monatliche Gebühr zu zahlen ist vollkommen überzogen.
Entweder handelt es sich um die Unfähigkeit die Kostenstruktur in den Griff zu bekommen oder (was sehr viel wahrscheinlicher ist) um den Versuch den Konsumten abzuschröpfen. Die NZZ hat ebenfalls versucht dieses durchzusetzen. Meine Antwort war der NZZ zu schreiben, dass ich keinerlei Webseiten und Printausgaben mehr beziehen werden und habe dieses dann auch stringent eingehalten.
Es wird einsam werden auf den Websites der "Welt"
Oder noch einfacher, man stellt den User-Agent auf Google bot um! Mit dem richtigen Browser Plugin ist es eine Sache von Sekunden.
"Warum eigentlich nicht? Niemand kann gezwungen werden, Inhalte kostenlos anzubieten. Es ist also das gute Recht von Welt Online sich aus diesem kostenlosen, dafür aber werbeüberhäuften Zirkus zurückzuziehen."
Selbstverständlich hat jeder das Recht, für seine Arbeit Geld zu verlangen und natürlich trifft dies auch für journalistische Artikel zu.
Das Kernproblem ist allerdings, dass so gut wie keine Qualitätsarbeit mehr bei den Journalisten gibt!
Da werden eilig irgendwelche Agenturmeldungen abgeändert; mitunter finden sich sogar in Konkurrenzblättern (keine Schwesterblätter) absolut textgleiche Absätze; der Inhalt ist sowieso identisch.
Der andere große Nachrichtenteil sind leider nur irgendwelche "Verlautbarungen" von Politik und Lobbyistengruppen. Kritisch auseinander gesetzt wird sich nur sehr selten.
Und wenn man nur ein klein wenig Sachunke in einem Gebiet hat erkennt man immer schnell, dass die Autoren keinerlei Ahnung von dem haben, über was sie da eigentlich schreiben.
Fazit:
Es geht nicht darum, kein Geld zu verlangen. Es geht darum, dass ich und viele andere nicht bereit sind, für diese unreflektierte Art von vermutlich lobbyistengetriebenen Mainstreamjournalismus Geld auszugeben.
Ich will nicht täglich überall lesen, dass der Euro gut für Deutschland war und er alternativlos ist. Auch möchte ich nicht immer das Märchen vom Fachkräftemangel hören. Und Hofberichterstattung ist mir ganz fremd.
Ich kann Ihre Kritik am Journalismus nicht nachvollziehen.
Wie soll es denn anders gehen?
Sollen die von Ihnen kritisierten Agenturmeldungen von Journalisten etwa ignoriert werden?
Oder soll eine Agenturmeldung über eine Werksschließung in Bochum nur dazu führen, dass jede Zeitung in Deutschland sofort einen Journalisten nach Bochum schickt, damit der sich vor Ort informiert?
(Bochum ist noch vergleichsweise nah bei Hamburg oder Berlin gelegen.)
Würde er da mehr sehen als in der Agenturmeldung steht?
"Der andere große Nachrichtenteil sind leider nur irgendwelche "Verlautbarungen" von Politik und Lobbyistengruppen. Kritisch auseinander gesetzt wird sich nur sehr selten."
Die Informationen z.B. aus der Bundes-Regierung kommen nun mal aus der Bundespressekonferenz. Die Journalisten können zwar nachfragen, aber da die Konkurrenz die Nachfrage auch hört, entsteht auf diese Weise immer noch keine exklusive Information.
Wenn es wichtig ist, aktuell zu bleiben, ist nicht viel Zeit für kritische Recherche. Wenn Sie es gerne grundsätzlicher haben wollen, sollten Sie Bücher lesen. Da fließt aber in der Regel mehr als 1 Jahr an Recherche ein.
Wenn Sie meinen, dass die Autoren keinerlei Ahnung haben, wobei Ihre Aussage zweifellos durch Vergleich mit Ihnen entstanden ist, sollten Sie vielleicht selbst Journalist werden, um die Szene etwas aufzumischen.
die Meinung, dass die Medien querbeet einseitige Hofberichterstatter wären, wird auch hier im Forum nicht gerne gesehen und als VT auch mal gelöscht.
Ich seh die Welt-Aktion aber genau deshalb entspannt. Solange nur eine einzige Zeitung mit Ihren Infos umsonst rumkommt, schadets nicht. Da reichts zu erfahren wie toll und wichtig der Euro ist oder wie alternativlos der Fachkräftemangel oder wie wohlgelitten im Volk die Kanzlerin.
Die Zeitungen sind an ihrem Leserschwund selber schuld - mit Bezahlung oder nicht hat das weniger zu tun als mit den transportieren Meinungen.
Ich kann Ihre Kritik am Journalismus nicht nachvollziehen.
Wie soll es denn anders gehen?
Sollen die von Ihnen kritisierten Agenturmeldungen von Journalisten etwa ignoriert werden?
Oder soll eine Agenturmeldung über eine Werksschließung in Bochum nur dazu führen, dass jede Zeitung in Deutschland sofort einen Journalisten nach Bochum schickt, damit der sich vor Ort informiert?
(Bochum ist noch vergleichsweise nah bei Hamburg oder Berlin gelegen.)
Würde er da mehr sehen als in der Agenturmeldung steht?
"Der andere große Nachrichtenteil sind leider nur irgendwelche "Verlautbarungen" von Politik und Lobbyistengruppen. Kritisch auseinander gesetzt wird sich nur sehr selten."
Die Informationen z.B. aus der Bundes-Regierung kommen nun mal aus der Bundespressekonferenz. Die Journalisten können zwar nachfragen, aber da die Konkurrenz die Nachfrage auch hört, entsteht auf diese Weise immer noch keine exklusive Information.
Wenn es wichtig ist, aktuell zu bleiben, ist nicht viel Zeit für kritische Recherche. Wenn Sie es gerne grundsätzlicher haben wollen, sollten Sie Bücher lesen. Da fließt aber in der Regel mehr als 1 Jahr an Recherche ein.
Wenn Sie meinen, dass die Autoren keinerlei Ahnung haben, wobei Ihre Aussage zweifellos durch Vergleich mit Ihnen entstanden ist, sollten Sie vielleicht selbst Journalist werden, um die Szene etwas aufzumischen.
die Meinung, dass die Medien querbeet einseitige Hofberichterstatter wären, wird auch hier im Forum nicht gerne gesehen und als VT auch mal gelöscht.
Ich seh die Welt-Aktion aber genau deshalb entspannt. Solange nur eine einzige Zeitung mit Ihren Infos umsonst rumkommt, schadets nicht. Da reichts zu erfahren wie toll und wichtig der Euro ist oder wie alternativlos der Fachkräftemangel oder wie wohlgelitten im Volk die Kanzlerin.
Die Zeitungen sind an ihrem Leserschwund selber schuld - mit Bezahlung oder nicht hat das weniger zu tun als mit den transportieren Meinungen.
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