InternetzensurPakistan schaltet YouTube nur kurz frei

Gesperrt, freigegeben, wieder gesperrt: Pakistan zeigt sich wankelmütig im Umgang mit YouTube. Klar ist, dass die Regierung blasphemische Inhalte blockieren will. von dpa

Protest in Islamabad gegen Mohammed-Karikaturen im Mai 2012

Protest in Islamabad gegen Mohammed-Karikaturen im Mai 2012  |  ©REUTERS/Faisal Mahmood

Ganze drei Stunden währte die Freischaltung der Videoplattform YouTube in Pakistan , dann sperrte die Regierung das populäre Portal wieder. Der Zugang war im September nach Protesten gegen das Mohammed-Schmähvideo gesperrt worden. Seine Freigabe hatte der Innenminister Rehman Malik noch groß auf Twitter angekündigt: "Es gab zahlreiche Forderungen aus allen Teilen der Gesellschaft, YouTube zu entsperren (…) Ich hoffe, ihr seid jetzt alle glücklich."

Offiziell nannte die Regierung von Premierminister Raja Pervez Ashraf keine Gründe für den abrupten Meinungsumschwung. Ein Mitarbeiter aus dem Umfeld des Premiers sagte aber, man habe nach der Freischaltung festgestellt, dass das Schmähvideo noch verfügbar sei. Während der kurzen Aufhebung der Blockade ergab die YouTube-Suche nach dem Titel mehrere Treffer, darunter auch den Trailer zum Film.

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Neben YouTube blockiert die Telekommunikationsbehörde auf Wunsch des Premiers seit drei Monaten auch etwa einhundert weitere Websites. So solle die Bevölkerung vor Pornografie und blasphemischen Inhalten geschützt werden, sagte ein Sprecher. Ein Expertenteam sei außerdem damit beschäftigt, das Netz nach anti-islamischen Inhalten abzusuchen und diese zu sperren. Internetnutzer seien dazu aufgerufen, zweifelhafte Seiten zu melden, sagte er.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
    • Schlagworte Pakistan | Bevölkerung | Film | Innenminister | Pornografie | Premierminister
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