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"Möglicherweise mache ich auch die Blogcharts wieder auf"

ZEIT ONLINE: Waren solche Studien der ursprüngliche Ansatz oder sind die ein Nebenprodukt der Charts?

Schröder: Das Eine bedingt das Andere. Ich interessiere mich schon für solche Charts und will sehen, welche Artikel die populärsten sind. Aber mich interessiert viel mehr, ich möchte auch Erkenntnisse darüber gewinnen, wie Nachrichten wahrgenommen werden.

ZEIT ONLINE: Es ist nicht Dein erstes Ranking, Du hast auch einst die Deutschen Blogcharts gegründet und betreut, die anzeigten, welche deutschen Blogs am häufigsten verlinkt wurden...

Schröder: Ich werde die Blogcharts möglicherweise wieder eröffnen – denn dank 10.000 Flies muss ich sie nicht mehr von Hand erstellen. Ich kann mir die meistbeachteten Blogs nun einfach auf Knopfdruck anzeigen lassen.

ZEIT ONLINE: Spannend wäre die Frage, wie relevant Blogs inzwischen sind, wie viele Nachrichten ursprünglich von Blogs aufgeschrieben und dann von großen Medien aufgegriffen wurden – lässt sich so etwas mit 10.000 Flies untersuchen?

Schröder: Die Geschichte um die BR Space Night zeigt genau das. Die wurde zuerst von einem kleinen Blog aufgeschrieben und erst wirklich wahrgenommen, als der weithin bekannte Blog Internet-Law und dann große Medien das aufgriffen.

Kai Biermann
Kai Biermann

Kai Biermann ist Redakteur im Team Investigativ/Daten bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

ZEIT ONLINE: Der Einfluss der Einschaltquoten auf das Fernsehen gilt ja als eher nicht so gut. Machst Du Dir Sorgen, dass aus Euren Charts ein ähnlicher Einfluss auf Blogs und Medien erwächst?

Schröder: Durchaus. Natürlich fürchte ich, dass wenn Anbieter dieses Werkzeug für sich entdecken, sie anfangen, nur noch zu schreiben, was viele Leute lesen wollen. Aber ich bin mir nicht sicher, dass das auch wirklich passiert. Im Zweifel gibt es das erstens auch ohne diese Charts. Und zweitens zeigen sie, dass jene, die etwas nachmachen und aufgreifen, nicht so viel Erfolg haben wie die, die originäre Inhalte veröffentlichen.

ZEIT ONLINE: Warum legt ihr die Quellen nicht offen, die Ihr nutzt?

Schröder: Weil es Anbieter gibt, die ähnliche Sachen machen. Ich habe viel Zeit investiert, um die Liste zusammenzustellen, damit nichts fehlt, aber das System auch nicht so zugemüllt ist, dass es träge wird. Ich möchte nicht, dass Konkurrenten die Liste einfach übernehmen.

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Leserkommentare
    • pzypher
    • 25. Januar 2013 15:59 Uhr

    freep*rncharts.com ;-)

    Muss es überall einen "Sieger" geben?

  1. Manipulation sollte auch 10kfiles möglich sein. Wenn man genügend Bots oder Fan-Slaves hat.

    Ansonsten eine nette Idee.

  2. Und was ist nun der Unterschied zu http://rivva.de/?

  3. "Soziale Netzwerke"?
    Wieso nicht ehrlich von "Datensammelstuben" schreiben?

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