Graph SearchFacebook macht die Profilbildung zum Suchprinzip
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Gefunden wird nur, was öffentlich ist

Von Facebook veröffentlichter Screenshot einer Suche nach den Filmvorlieben der eigenen Freunde.

Von Facebook veröffentlichter Screenshot einer Suche nach den Filmvorlieben der eigenen Freunde.  |  © Facebook

Die Ortsmarken in Fotos, heißt das, könnten beispielsweise dazu dienen, schnell Bilder aus einer bestimmten Region zu finden, wenn Journalisten für ihre Berichte aus dem Gebiet danach suchten. Auch Gesprächspartner ließen sich nun problemlos identifizieren, schreibt Lavrusik weiter. Name der Firma, plus Ort des Firmensitzes beispielsweise – schon zeigten sich alle, die bei einer bestimmten Bank in New York arbeiten. Wenn sie das denn angegeben und öffentlich zugänglich gemacht haben.

Denn die Suche kann nur finden, was in den entsprechenden Kategoriefeldern steht, und sie darf nur finden, was für alle zugänglich ist. Selbstverständlich würden alle Einstellungen der Privatsphäre beachtet, versicherte Facebook. Angezeigt werden nur Inhalte, die entweder öffentlich sind oder die mit dem Suchenden geteilt wurden.

Einzelne Informationen sind harmlos, Profile nicht

Doch bei den Ergebnissen handelt es sich wie gesagt praktisch um Profile oder Muster. Zu sehen ist damit nun, wer in diese Muster oder Profile passt. Das ist, trotz aller Einstellungen zur Privatsphäre, nicht unproblematisch. Denn werden zwei Daten miteinander kombiniert, kann sich aus ihnen eine neue, so ursprünglich nie erwünschte Aussage ergeben. Jede Information für sich ist harmlos, beide zusammen nicht mehr.

Kai Biermann
Kai Biermann

Kai Biermann ist Redakteur im Team Investigativ/Daten bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Beispiele für dieses Problem gibt es genug. Schon vor Jahren haben zwei Studenten des Massachusetts Institute of Technology gezeigt, dass eigentlich unverfängliche Informationen bei Facebook treffsicher dazu dienen können, Schwule zu outen, auch wenn diese ihre sexuelle Orientierung an keiner Stelle öffentlich gemacht hatten. Möglich ist das über die Kombination bestimmter, für sich genommen uneindeutiger Merkmale.

Genau deswegen sehen Datenschützer die Profilbildung so skeptisch, die Konzerne wie Google und eben Facebook anstreben. Mit der Suche ist sie nun immerhin für jeden sichtbar.

Was dazu führen könnte, dass die Sorgen um Facebooks Datenmacht nur noch wachsen. Denn das Instrument Graph Search ist attraktiv. Nach eigenen Angaben sind auf den Servern des Konzerns eine Milliarde Menschen, 240 Milliarden Bilder und eine Billion Verbindungen gespeichert.

Für Facebook selbst ist die Funktion wichtig. Zuckerberg bezeichnete sie als eines der drei Standbeine des Unternehmens, neben dem Newsfeed und der Timeline. Und sie könne gar zu einem eigenen Geschäftsmodell werden, wie der Guardian ihn zitiert. Ganz bestimmt wird sie dazu führen, dass Nutzer noch länger auf der Seite bleiben als bislang schon, und dass sie die vorhandenen Daten intensiver nutzen und so neue erzeugen.

Vorerst ist die Suche nur als Beta und nur für Nutzer der amerikanischen Sprachversion verfügbar. Sie soll aber wie immer nach und nach überall installiert werden. Wer sie testen mag, kann sich hier auf einer Warteliste eintragen. Auch inhaltlich ist sie limitiert. Gesucht werden können Menschen, Bilder, Orte und Interessen. Einzelne Postings erfasst das Instrument nicht. Noch nicht. Das sei in Arbeit, hieß es.

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Leserkommentare
  1. Ach ja, es zeigt sich doch immer wieder, das der Mensch bei Facebook nicht der Kunde ist, sondern das Produkt.

    Sehr schön hat das dieser Blogeintrag dazu ausgedrückt:
    http://unfertigegedanken....

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  2. Ein Zyniker würde jetzt sowas sagen wie...

    ..wenn Honecker noch leben würde, gäbe es dafür ein like.

    9 Leserempfehlungen
  3. für Facebook? Das scheint einem dringenden Bedürfnis zu entsprechen.

    Wenn ich mich richtig erinnere wird in einzelnen Schulen bereits Facebook unterrichtet wie früher Gemeinschaftskunde oder ähnliche Fächer.

    Jetzt haben wir langsam den ersehnten Beweis, dass wir uns von den gemeinsamen Vorfahren der Primaten deutlich entfernt haben.

    Oder ist das womöglich nur eine Schleife?

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    • Afa81
    • 16. Januar 2013 0:19 Uhr

    ...der Primat hat rumgebrüllt und auf seiner Brust getrommelt um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen - Der Homo sapiens stellt die neuesten Saufbilder online um auf sich aufmerksam zu machen (gibt da übrigens noch viiiiiiiele ähnliche Verhaltesmuster außerhalb von Facebook die solche Intentionen zeigen).

  4. hat ihr Internetangebot gerade um Schurwolle erweitert... ähnlich spannend.

    3 Leserempfehlungen
    • Afa81
    • 16. Januar 2013 0:19 Uhr
    6. Nö...

    ...der Primat hat rumgebrüllt und auf seiner Brust getrommelt um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen - Der Homo sapiens stellt die neuesten Saufbilder online um auf sich aufmerksam zu machen (gibt da übrigens noch viiiiiiiele ähnliche Verhaltesmuster außerhalb von Facebook die solche Intentionen zeigen).

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  5. 7. ach...

    das wird sie FB Aktie auch nicht retten...

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    • kp67
    • 16. Januar 2013 2:32 Uhr

    Die Aussage ist nicht haltbar. Die FB-Aktie verläuft seit Mitte November steil nach oben. Erst _wegen_ der Ankündigung für die Suchfunktion ist sie heute etwas abgerutscht.

    Facebook ist schon weitestgehend in unseren Alltag integriert und wird erst mit dem Gesamtsystem untergehen.

    • kp67
    • 16. Januar 2013 2:32 Uhr

    Die Aussage ist nicht haltbar. Die FB-Aktie verläuft seit Mitte November steil nach oben. Erst _wegen_ der Ankündigung für die Suchfunktion ist sie heute etwas abgerutscht.

    Facebook ist schon weitestgehend in unseren Alltag integriert und wird erst mit dem Gesamtsystem untergehen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "ach..."
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    "Facebook ist schon weitestgehend in unseren Alltag integriert und wird erst mit dem Gesamtsystem untergehen."

    Sag ich doch ;-)

    ...es gab schon ganz andere Hypes, die schneller als gedacht auch wieder weg waren....

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