Eine andere Frage ist ungeklärt – die des Schadens. Vor einiger Zeit wurden Ebay-Nutzer abgemahnt, wenn sie Sachen verkauft und Produktfotos der Firmen verwendeten. Das war zwar sehr ärgerlich für jeden Nutzer. Am Ende aber kamen die meisten Privatnutzer mit geringen Forderungen davon. Denn auch das Urheberrecht kennt Bagatellgrenzen. Wer Social Media jedoch gewerblich nutzt, könnte im Ernstfall mit hohen Forderungen zu rechnen haben. Da sich Rechtsverletzungen nur schlecht ausschließen lassen, preisen viele Unternehmen dieses Risiko bereits bei ihren Auftritten ein.

Kreutzer sieht in dem vorliegenden Fall aber auch ein grundlegendes Problem im deutschen Urheberrecht. "Solche Fälle sollten wie in den USA unter das Prinzip des Fair Use fallen. Das Verhalten der Nutzer schadet niemandem und sollte erlaubt sein." Ein solches Institut ist im deutschen Recht noch nicht vorhanden. Gespräche zur Urheberrechtsreform verlaufen nur schleppend.

Über all das braucht sich der private Facebook-Nutzer bislang keine Gedanken zu machen. Es gibt ein elegantes Mittel, um sich von Abmahnungen fernzuhalten. "Wenn jemand Artikel nur mit seinem engeren Freundeskreis privat teilt, dann ist das urheberrechtlich unerheblich", sagt Kreutzer. Die nächste Frage, die dann im Sinne des Urheberrechts zu lösen wäre, lautet: Was sind auf Facebook eigentlich engere Freunde?

Update: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Vorschaufunktion sei bei Kommentaren auf Facebook nicht zu verhindern. Das geht aber doch - wenn auch nur nachträglich – über die Funktion "Vorschau entfernen".