Captcha-Sperre : Google hält Nutzer für Angreifer und blockiert sie

Derzeit können viele Menschen nicht direkt auf Google zugreifen. Google blockiert sie und suggeriert, ihr Rechner sei verseucht. Doch die Nutzer sind nicht das Problem.

Googles weiße Seite mit dem schmalen Suchfenster und den bunten Buchstaben ist allgegenwärtig. Meistens zumindest, denn derzeit bleibt der vertraute Anblick hierzulande vielen zunächst verwehrt. Wollen sie Google aufrufen, zeigt ihnen ihr Browser stattdessen eine Warnung.

"Unsere Systeme haben ungewöhnlichen Datenverkehr aus Ihrem Computernetzwerk festgestellt", steht dort, und weiter: "Diese Seite überprüft, ob die Anfragen wirklich von Ihnen und nicht von einem Robot gesendet werden." Wer zur Suchseite will, wird aufgefordert, ein sogenanntes Captcha zu lösen, also eine Buchstabenkombination einzugeben.

Das erfordert keine große Mühe und wäre der Erwähnung kaum wert, wäre da nicht der Text auf der von Google vorgeschalteten Seite. Denn darin wird dem Nutzer suggeriert, sein Rechner sei mit schädlicher Software infiziert und Google habe seine Anfrage deswegen gestoppt.

Die Warnung kann verunsichern

Der seltsame Datenstrom, heißt es da, sei "möglicherweise von bösartiger Software, einem Browser-Plug-in oder einem Skript" verursacht worden. Der Nutzer also sei das Problem.

Von Google vorgeschaltete Seite, die Nutzer blockiert und verhindert, dass die Suche genutzt werden kann. © Screenshot ZEIT ONLINE

Eine solche Warnung dürfte den einen oder anderen Internetbediener verunsichern und möglicherweise gar zu kostenpflichtigen Gegenmaßnahmen treiben. Das aber ist unnötig, niemand muss deswegen einen neuen Virenscanner kaufen. Denn die Betroffenen trifft keine Schuld.

Beim IT-Portal Golem.de ist man sich dessen sicher. Zitat: "Das Problem trat bei den privaten Internetzugängen mehrerer Golem.de-Mitarbeiter auf. Auf allen Computern lief aktuelle Sicherheitssoftware, und alle Software-Patches waren installiert. Das Problem trat mit Windows- und Mac-OS-Computern sowie mit iOS-Geräten auf. Nachträgliche Überprüfungen konnten auf den betreffenden Rechnern keine Schadsoftware finden."

Ursache ist wohl vielmehr ein im Netz alltäglicher Prozess: Wer sich über seinen Provider im Netz einbucht, bekommt von diesem automatisch eine IP-Adresse zugewiesen. Die IP behält der Nutzer aber nicht ewig. Schaltet er seinen Router aus, ist seine IP wieder frei und wird an jemand anderen vergeben. Außerdem gibt es die sogenannte Zwangstrennung. Wenn der Nutzer nicht aktiv ist, spätestens aber nach 24 Stunden, trennt ihn der Provider und vergibt die IP-Adresse neu.

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Kommentare

24 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Naja..

Also ehrlich gesagt finde ich Captchas den lästigsten Internet-Müll seit den late-90s Pop-Up-Fenstern. Es gibt ganz ganz wenige erträgliche Captchas. Googles gehört nicht dazu.

Die Antipathie die Captachs im Laufe der Jahre bei mir erzeugt haben ist schwer zu übertreffen.

Nach dem 3. Tag hab ich einfach angefangen Bing zu verwenden. Keine Zeit für derartigen Kindergarten von Google.

das ist ja

eine dankbar zu lesende Beschreibung eines Problems das dann wenn es käme keines mehr für mich wäre weil jetzt das hier gelesen, klar und verständlich, ganz lieben Dank dafür.

Google, da komme ich kaum noch bei der Suche dran vorbei und habe mich auch daran gewöhnt das das Suchergebnis immer mit Werbung startet, den Browser nutze ich wieder von Micro, der funktioniert für meine Augen besser auf dem Bildschirm.

Seit Wochen schon...

...zumindest bei uns. Verstärkt wohl auch bei den Telekomkunden aus Berlin, so wie es aus dem eigenem Bekanntenkreis scheint. Selbst ein IP-Wechsel bringt da nur kurz Entspannung.
Wir sind jetzt zu Bing gewechselt und bis auf kleine Abstriche zufrieden, nur wenn es sich vermeiden lässt wird Google als zweites zu rate gezogen. Auch wenn wir 1-3 mal Captchas pro Suchanfrage eingeben müssen.

Frage

Kann es sein, dass private Subnetze nicht gemeint sind? Da nahezu jeder Privatanwender einen NAT-Router hat, sieht google nur Anfragen aus öffentlichen Provider-Subnetzen (viel Spaß beim routing privater IP-Adressen).

Wenn es eine Ursache für Googles Problem gibt, dann sollte dieses doch eher nicht im heimischen Subnetz zu finden sein. Ich halte die Warnung daher für fehlplatziert. Man hätte mal die entrsprechenden Provider direkt ansprechen sollen.