Pro Einwahlknoten gibt es einen Pool von IP-Adressen, der immer wieder neu vergeben wird. So kann es geschehen, dass eine IP eben noch für den Versand von Spam verwendet wurde, kurz darauf dann aber einem Kunden zugeteilt wird, der nur eine Reise buchen will. Google aber hat die Adresse unter Umständen noch als Teil eines Botnetzes gespeichert und blockiert sie erst einmal.

Das zumindest ist eine Möglichkeit. Allerdings gibt es derzeit keine verstärkten Aktivitäten von Botnetzen in Deutschland. Der Telekom als größtem deutschen Provider sind jedenfalls keine aufgefallen, wie ein Sprecher sagte. Googles Captcha-Sperre aber scheint in Wellen zu kommen, eine erste gab es vor einigen Monaten, derzeit scheint wieder eine unterwegs zu sein.

Wie viele Computer braucht es, um Google zu verwirren?

Google selbst gibt auch eine etwas andere Erklärung für die Captchas. Wenn die Seite vermute, dass eine Anfrage dazu diene, sie zu "scrapen", werde diese blockiert, so die offizielle Erklärung. Scrapen, englisch für kratzen, ist eine Technik, um mittels automatisierter Abfragen Informationen aus einer Datenbank oder von einer Seite zu ziehen. Zitat aus der schriftlichen Erklärung Googles: "By showing you that distorted series of letters (called a 'captcha'), the search engine is just trying to verify that your queries are coming from an individual rather than a scraping programme." Das Captcha also solle sicherstellen, dass die Anfrage von einem Menschen komme und nicht von einer Software.

Warum Google aber denkt, dass derzeit so viele Menschen seine Seite scrapen wollen, konnte das Unternehmen nicht erklären. Möglicherweise habe die Seite die Suchanfrage "fälschlich" für die Anfrage eines Programms gehalten, hieß es. Es gebe verschiedene Gründe dafür. Beispielsweise, wenn der Computer des Nutzers sich die IP-Adresse "mit vielen anderen Computern teilt".

Was aber bedeutet in diesem Zusammenhang "viele"? Genügt es, dass in einem Haushalt beispielsweise zwei Smartphones, ein Laptop und ein Tablet den Netzzugang nutzen, um von Google für einen Bot gehalten zu werden?

Zu solchen Zahlen will sich das Unternehmen nicht äußern. Die genaue Ursache für die vermehrt auftretenden Captchas werde außerdem noch untersucht, hieß es.

Sobald eine Antwort von Google vorliegt, werden wir sie hier als Update veröffentlichen.