Todesstern-Petition"Die US-Regierung ist dagegen, Planeten zu sprengen"

Die US-Regierung hat die Forderung nach einem Nachbau des Todessterns abgelehnt. Schließlich könne dieser viel zu leicht von einem Einmann-Raumschiff zerstört werden.

Charaktere aus "Star Wars", allen voran Darth Vader

Charaktere aus "Star Wars", allen voran Darth Vader   |  © Ronald Wittek/dpa

Die USA werden keinen Todesstern bauen. Das US-Präsidialamt teilte in einer offiziellen Erklärung mit, dass man sich dagegen entschieden habe, eine Weltraum-Superwaffe zu bauen, vergleichbar der aus den Star-Wars-Filmen.

Die Regierung von Präsident Obama reagierte damit auf eine Onlinepetition, die mehr als 30.000 Menschen unterzeichnet hatten. Darin wurde gefordert, dass die USA mit dem Bau eines Todessterns beginnen sollten. Zur Begründung heißt es: "Indem wir unsere Verteidigungsressourcen auf eine überlegene Weltraum-Plattform und ein Waffensystem wie den Todesstern konzentrieren, kann die Regierung Stellen in den Bereichen Bau, Ingenieurswesen und Erforschung des Weltalls schaffen und zudem unsere nationalen Abwehrkräfte verstärken."

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Wenn eine Petition von mehr als 25.000 Bürgern unterzeichnet wird, dann muss sich die zuständige Regierungsstelle damit auseinandersetzen. Im Fall des Todesstern-Vorschlages fiel diese Aufgabe Paul Shawcross zu, der im US-Präsidialamt für das Wissenschafts- und Raumfahrt-Budget verantwortlich ist.

Er gab sich Mühe, die abstruse Forderung adäquat zu beantworten, schließlich hat die Petition viel öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. So versuchte er mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Augenzwinkern zu begründen, warum seine Regierung nicht in der Lage sei, einen solchen Todesstern zu bauen.

Horrende Kosten

Zunächst verwies Shawcross auf die horrenden Kosten: Die Leigh University hatte berechnet, dass eine solche interstellare Superwaffe 850 Billiarden US-Dollar kosten würde. Dazu schrieb der Regierungsvertreter: "Wir arbeiten hart daran, das Regierungsdefizit zu vermindern und nicht aufzublähen." Das US-Haushaltsdefizit beträgt derzeit 1,1 Billionen Dollar, dieses würde sich also durch die Todesstern-Baukosten um den Faktor 773.000 vervielfachen.

Als weiteres Argument gegen den Todesstern-Bau schreibt Shawcross: "Die Regierung ist dagegen, Planeten zu sprengen." In den Star-Wars-Filmen sind die Todessterne für den Zweck konstruiert, Planeten komplett zu zerstören.

Mit seinem letzten Argument zeigt der Regierungsbeamte, wie sehr er in der Welt der Darth Vaders und Jedi-Ritter zu Hause ist. Er schreibt: "Warum sollten wir unzählige Steuergelder für einen Todesstern ausgeben, der eine Schwachstelle aufweist, so dass er von einem Ein-Mann-Raumschiff zerstört werden kann?" Genau das gelingt dem Helden Luke Skywalker in dem ersten veröffentlichten Star-Wars-Film Krieg der Sterne.

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Leserkommentare
    • XTR
    • 12. Januar 2013 18:52 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/kvk

    3 Leserempfehlungen
  1. 7 Leserempfehlungen
  2. Es mag zwar eine abstruse Forderung gewesen sein. Man sollte der US-Regierung aber Hochachtung zollen, dass sie das Anliegen nicht einfach als blanken Unsinn abklassifiziert hat sondern mit einem gewissen humorvollen Ernst Gründe dagegen gesucht und vorgebracht hat. Das ist umso lobenswerter wenn man bedenkt, wie fahrig in manchen europäischen Staaten auf durchaus berechtigte Forderungen aus der Bevölkerung eingegangen wird.

    36 Leserempfehlungen
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    "Warum sollten wir unzählige Steuergelder für einen Todesstern ausgeben, der eine Schwachstelle aufweist, so dass er von einem Ein-Mann-Raumschiff zerstört werden kann?"

    Ich weiss nicht, ob die Beantwortung wirklich als gelungen bezeichnet werden kann. ;-)

    Natürlich sind die Antragsteller doch von einem Todesstern ausgegangen, der eben nicht wie im Film von einem Ein-Mann-Raumschiff zerstört werden kann...

    ...und bewiesen damit ein gewisses Vertrauen in die Innovationskraft der amerikanischen Wirtschaft.

    Ein Vertrauen, das jetzt zerstört ist! ;-)

    • R. Rat
    • 12. Januar 2013 19:05 Uhr

    Die US-Regierung kann sich doch einfach eine $850.000.000.000.000.000-Münze prägen. Schließlich gibt es bei Gedenkmünzen aus Platin ja offiziell keine Obergrenze beim Nennwert.

    13 Leserempfehlungen
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    Die Münze sollte man dann mal in einem 7/11 auf den Ladentisch legen und aufs Wechselgeld warten *kicher*

  3. Wer das Unmögliche nicht denken kann, wird das mögliche nicht erreichen.

    Davon abgesehen schadet es nicht, sind auch Führungskräfte einmal angehalten ihre Grauen Zellen ein wenig umfassender anzustrengen. Gut für die Nervenbahnen.

    Ich würde mir ebenfalls wünschen, würden auch tagesaktuelle politische Entscheidungen sinnbehafteter im Interesse aller Menschen beurteilt.

    Und zum guten Schluß; "Die Regierung ist dagegen, Planeten zu sprengen." - Ist doch toll, kann man sich merken und notfalls daran erinneren, ;).

    6 Leserempfehlungen
    • biggerB
    • 12. Januar 2013 19:13 Uhr

    Es sei denn, "ganz aus Versehen" unsere Erde!

    MfG
    biggerB

    4 Leserempfehlungen
  4. Die Kameraden auf dem Artikelfoto erinnern mich weniger an Lucas'sche Sturmtruppler als an eine Mischung aus Ku-Klux-Clan und orientalischen Schleiertänzerinnen... ;)

    Die Begründungen "sind dagegen, Planeten zu zerstören" und "dass er von einem Ein-Mann-Raumschiff zerstört werden kann" sind aber super!

    5 Leserempfehlungen
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    ... der Sturmtruppen. Nämlich die Blizzard Force, speziell ausgestattet für Schneegebiete.

    • Rend
    • 13. Januar 2013 15:12 Uhr

    dass sie nie Imperium schlägt zurück gesehen haben, ist der Beste.
    Hauptsache heute kennt jeder Jar Jar Binks *würg*
    Danke, George Lucas, echt gut gemacht..

  5. Die Imperiale Flotte wurde von den Rebeln nie besiegt!

    8 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, rav
  • Schlagworte Barack Obama | US-Regierung | Film | Planet | US-Dollar | Dollar
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