Video on DemandDie gesamte deutsche Kinohistorie auf Abruf
Seite 2/2:

Beginn einer Entwicklung in Deutschland

Eine neue Plattform aufzubauen, ist aber auch angesichts des bestehenden Wettbewerbs nicht leicht. Filmklassiker wie Feuerzangenbowle oder Angst essen Seele auf etwa gibt es bereits bei Lovefilm als Stream zu sehen. Auch Maxdome und Videoload (Telekom) haben ihre virtuellen Regale gut gefüllt. Trotzdem hofft man auf gegenseitige Synergieeffekte: "Neue Player treiben die Marktentwicklung von VoD voran", sagt ein Maxdome-Sprecher.

Die neuen Projekte sehen ihre Chancen deshalb vor allem in der Nische. "Wir machen keinen zusätzlichen Gemischtwarenladen auf, sondern haben ein klar umrissenes Thema", beschreibt Vogel die Strategie hinter Schätze des deutschen Films. Darum sei es kein Problem, wenn mancher Film schon in anderen Portalen verzeichnet ist. Wirtschaftlich stehe das VoD-Geschäft noch am Anfang, hauptsächlich gehe es den Initiatoren um die kulturpolitische Aufgabe.

"Wir stehen in Deutschland am Beginn einer Entwicklung, die mit der fortschreitenden Digitalisierung noch deutliche Zuwächse verzeichnen wird", ist sich Christoph Schneider, Geschäftsführer von Lovefilm, sicher. Dass die Einführung von Videoplattformen nicht von heute auf morgen geht, mussten auch die Fernsehmacher schon erkennen. So gründeten 17 Partner, darunter ZDF und WDR, im April die Germany‘s Gold GmbH. Ihre Plattform soll alte Fernsehprogramme digital erschließen. Doch zunächst muss das Bundeskartellamt die Freigabe erteilen, seit einem Jahr läuft die Prüfung mittlerweile. Zuvor hatte das Amt schon einem ähnlichen Vorhaben der Privatsendergruppen Pro Sieben Sat 1 und RTL einen Riegel vorgeschoben.

Erst vier Prozent nutzen kostenpflichtige Plattformen

In der Tat nutzten in Deutschland im Jahr 2011 nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erst vier Prozent der deutschen Haushalte kostenpflichtige Abrufplattformen. Allerdings zeigt die Absatzkurve steil nach oben, obwohl die Durchschnittspreise auf 4,70 Euro pro Film gestiegen sind. Von Januar bis September 2012 ist der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch einmal um 53,3 Prozent auf jetzt 69 Millionen Euro in die Höhe geschnellt.

Unter der Adresse was-ist-vod.de haben der Bundesverband Audiovisuelle Medien und die Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Medien Tipps zum Thema Video on Demand zusammengestellt. Darunter befindet sich auch ein Vergleich von rund 30 legalen deutschsprachigen Angeboten.

Erschienen im Tagesspiegel

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. So viele werden das ja leider nicht sein.... Im Vergleich mit Frankreich zum Beispiel.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Da haben Sie allerdings recht. Spontan fallen mir nur "Nosferatu", "Das Cabinet des Dr. Caligari", "M - Eine Stadt sucht einen Mörder", "Metropolis", "Der müde Tod", "Dr. Mabuse", "Der Golem", "Der Student von Prag", "Phantom", "Faust", "Der letzte Mann", "Berlin - Die Sinfonie der Großstadt", "Menschen am Sonntag", "Die freudlose Gasse", "Die Frau im Mond", "Mutter Krausens Fahrt ins Glück", "Der blaue Engel", "Mädchen in Uniform", "Kuhle Wampe", "Die Feuerzangenbowle", "Die Mörder sind unter uns", "Die Brücke", "Wir Wunderkinder", "Der Hauptmann von Köpenick", "Der amerikanische Freund", "Paris, Texas", "Alice in den Städten", "Stroszek", "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", "Der Himmel über Berlin", "Die Blechtrommel", "Fitzcarraldo", "Aguirre, der Zorn Gottes", "Woyzeck", "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", "Faustrecht der Freiheit", "Angst essen Seele auf", "Die Ehe der Maria Braun", "Berlin Alexanderplatz", "Deutschland im Herbst", "Heimat", "Das Boot", "Die weiße Rose", "Pappa ante portas", "Schtonk!", "Lola rennt", "Das Experiment", "Nirgendwo in Afrika", "Sonnenallee", "Halbe Treppe", "Muxmäuschenstill", "Das Leben der Anderen", "Good Bye, Lenin!" und ein paar Zerquetschte ein.

    Unterm Strich also nicht viel, das zu sehen, erhalten und bewahren sich lohnen würde.

    oder anderen Ländern ist ausgeprägterer Filmkultur als der unseren: Amerika (damit meine ich jetzt keine Filme wie Transporter versteht sich), England, auch Japan, China oder Südkorea. Fritz Lang ist ein Genie, ja, aber wenn das alle erhaltenswerten Filme sein sollen: versuchen sie mal so eine Liste in Frankreich zu erstellen. Sie hätten wahrscheinlich doppelt so viele erhaltenswerte Filme allein in der Filmografie von Catherine Deneuve. Im internationalen Wettbewerb können sich meiner Meinung nach leider nicht viele deutsche Filme messen.

  2. Viel Erfolg bei den Lizenzverhandlungen. Ich wünschen Euch einen langen Atem.

  3. ... ist die Initiative auf jeden Fall, es gibt einige Klassiker die man sich immer wieder anschauen kann. Wenn es dafür eine VoD Plattform gibt, umso besser..

    2 Leserempfehlungen
    • Sikasuu
    • 03. Januar 2013 14:49 Uhr

    Ende der Verwertungskette! Und dann liegt das Material bis zum St. Nimmerleinstag im Keller!
    .
    Das trift ja nicht nur Film. Für Buch und Musik gibt es ja die gleichen Sperren.
    .
    So geht (gewollt?) unendlich viel interssantes und wichtiges Kulturgut verloren.
    .
    Es wird Zeit für eine Änderung der Urheberrechts. Wenn ein Buch,Film, Musikstück.... > xyz Jahre (10-20 Jahre könnten da eine Frist sein) nicht mehr kommerziell verwertet wird, sollte es gemeinfrei werden und wieder an die Allgemeinheit zurückfallen.
    .
    Nichts gegen Künstler die von ihrer Arbeit leben sollen, aber gegen "Rechteinhaber" die durch "Nichtanbieten" solcher Dinge den Markt manipulieren wollen.
    .
    Meint
    Sikasuu
    (der selbst von seiner "Kreativität" lebt)

    4 Leserempfehlungen
  4. Ich schließe mich meinem Vorredner an: Viel Erfolg bei den Lizensverhandlungen!

    Ebenso, hoffe ich dass große technische Mängel der bestehenden VoD-Dienste wie: Fehlende Untertitel, Schlechte Bildqualität, oder (gut, bei deutschen Filmen eher sekundär) Originaltonspuren nicht wieder in den Sand gesetzt werden.

    Von übertriebenen DRM Maßnahmen spreche ich erst gar nicht.

    Filme wie "Vier Minuten" müssen verfügbar sein, denn der deutsche Film ist nicht so schlecht wie wie viele (meist aus Unwissenheit) meinen.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Obwohl ich den ganz nett fand.
    Da gibt es noch mehr, viel mehr. Ein paar meiner persönlichen Lieblinge: "Abgeschmikt", "Nachtgestalten", "Der Eisbär", "Soul Kitchen", "Das Experiment", "Knocking on Heavens Door", "Was tun wenn's brennt", "Elementarteilchen", und das sind nur die, an die ich zuerst denke.
    Ich sehe grade: Es werden ziemlich viele, also lasse ich das mal so stehen.

  5. Eine Leserempfehlung
  6. Obwohl ich den ganz nett fand.
    Da gibt es noch mehr, viel mehr. Ein paar meiner persönlichen Lieblinge: "Abgeschmikt", "Nachtgestalten", "Der Eisbär", "Soul Kitchen", "Das Experiment", "Knocking on Heavens Door", "Was tun wenn's brennt", "Elementarteilchen", und das sind nur die, an die ich zuerst denke.
    Ich sehe grade: Es werden ziemlich viele, also lasse ich das mal so stehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sorry, verklickt.

  7. denn die Zahl der Menschen, die sich überhaupt noch an alte Filme erinnern, schrumpft gewaltig, und die jüngeren zeigen kaum Interesse. Schon ewig suche ich nach Ein Mann geht durch die Wand, Maske in Blau, und einigen anderen Filmen. Früher liefen die ja öfter mal im Fernsehen, aber seit Tierfilmchen, Telenovelas und Pseudodokus das Feld beherrschen...

    3 Leserempfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service