Kindle FireAmazon führt eigene virtuelle Währung ein

Mit den Amazon Coins will das Unternehmen den Kauf von Apps, Games und Extras innerhalb von Spielen erleichtern. Nützen soll das vor allem App-Entwicklern. von 

Kindle Fire

Amazons Tablet Kindle Fire  |  © REUTERS/Shannon Stapleton

Im Mai will Amazon eine eigene Währung einführen. Sie heißt Amazon Coins. Ein Coin entspricht einem US-Cent. Das virtuelle Geld soll die Besitzer des Amazon-Tablets Kindle Fire nicht nur dazu verleiten, mehr Apps und Games zu kaufen. Innerhalb der Games können mit den Amazon Coins auch zusätzliche Extras und Spielvorteile erworben werden.

Das alles geht zwar jetzt schon, ist aber an die Bezahlung mit der Kreditkarte gebunden. Die Coins haben zwei Vorteile – jedenfalls für Amazon: Erstens können Eltern problemlos eine bestimmte Summe an Coins erwerben, mit denen dann ihre Kinder auch innerhalb von Apps und Spielen bezahlen können, ohne jedes Mal die Eltern fragen zu müssen. Die Eltern legen einfach ein Budget fest, über das ihre Kinder verfügen können.

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Zweitens schwindet das Gefühl dafür, wie viel man tatsächlich ausgibt. 299 Coins können sich schnell nach Spielgeld anhören, während 2,99 Dollar her nach realem, hart verdientem Geld klingen. Amazon-Vizepräsident Paul Ryder wird in einer Pressemitteilung denn auch unmissverständlich zitiert: "Nun gibt es einen weiteren Weg, um App-Entwicklern zu helfen, noch mehr Amazon-Kunden zu erreichen. Amazon Coins sind eine einfache Möglichkeit für die Kunden, in unserem Appstore Geld für Apps auf dem Kindle Fire auszugeben." Die neue Währung soll also in erster Linie den Entwicklern helfen, mehr Einnahmen zu erzielen.

Davon würde auch Amazon profitieren. Denn erstens bekommt das Unternehmen 30 Prozent von allen App-Einnahmen, und zweitens wird der eigene Appstore für die Entwickler immer wichtiger, wenn sie dort mehr Geld verdienen können als auf anderen Android-Plattformen oder bei iTunes. Amazon will also einen Anreiz für App-Entwickler schaffen, den Appstore zu vergrößern und aufzuwerten. 

Kampf um die attraktivste App-Plattform

Facebook verfolgt mit seinen Credits schon seit Längerem das gleiche Ziel. Grundsätzlich brauchen Google, Apple, Facebook und Amazon, aber auch Ubuntu und Mozilla für ihre Appstores möglichst viele Apps und Games und möglichst viel Nachschub, um attraktiv für die Kunden zu sein. Denn nur wer einen gut gefüllten Appstore hat, findet auch Käufer für seine Hardware. Gerät und App-Angebot bilden immer ein Ökosystem. Das gilt besonders für Amazon, das bei der Hardware möglicherweise sogar draufzahlt und offen zugibt, vor allem an den Inhalten verdienen zu wollen.

Für die Amazon-Kunden haben die Coins – abgesehen von der Möglichkeit, bestimmte Budgets etwa für die Kinder einzuführen – anfangs keine echten Vorteile. Sie profitieren höchstens mittelfristig von einer größeren Auswahl an Apps. Um ihnen den neuen Bezahlweg dennoch schmackhaft zu machen, kündigte Ryder an, zur Einführung "Zigmillionen Dollar in Coins" zu verschenken.

Zum Start im Mai werden allerdings nur US-Kunden mit Amazon Coins bezahlen können. Wann die Währung auch deutschen Amazon-Kunden zur Verfügung steht, ist noch nicht bekannt.

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 05. Februar 2013 18:59 Uhr
    1. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie Kommentare mit klarem Themenbezug. Danke, die Redaktion/jp

    • dëfr
    • 05. Februar 2013 19:09 Uhr

    ..und in 50 jahren wird dann das Land Amazonien gegründet, oder einfach der bis dahin abgeholzte Amazonas einfach gleich genommen. Den Platz brauch man dann auch für die gewachsenen Logistikhallen, wo auch kein Mensch mehr arbeiten wird.

    Da ist dann alles toll und virtuell, die Währung, die Gesellschaft, die Politik, man muss garnicht dort sein um darin zu leben.

  1. fuer die XBOX LIVE Plattform? Gibt es schon seit etlichen Jahren... Die kann man entweder kaufen, als Bonus erhalten oder verdienen.

  2. Es gibt auch seit längerer Zeit die Bitcoin, die sehr erfolgreich im Umlauf sind.

    Das könnte genau su gut elektronischer Gutschein heißen :), den man kann ja nur bei Amazon damit bezahlen. Das schrenkt die käufer ab.

    Z.B. Bitcoins könne man fast über nutzen.

  3. Das Prinzip ist ja nichts Neues. Schon Casinos tauschen Geld in Jetons, beim Poker, Roulette usw. Wem nutzt es? Der Bank! War schon immer so. Legen Sie mal echtes Geld auf den Roulettetisch. Ein winziger Ruck der Erkenntnis geht um den Tisch.
    Allerdings hat mich der Artikel endlich dazu gebracht nutzen/nützen im Duden nachzuschlagen. Nützen geht doch tatsächlich.- Obwohl Süddeutscher korrigiere ich dies seit Jahren. War wohl unnütz. Da frägst du dich doch wem du anrufen sollst um dich zu entschuldigen. Sprache lebt.

    Danke auch an Kommentar Nr.4 für die wunderbare Neuschöpfung der Kombination aus abschrecken und einschränken:
    abschrenken :-) göttlich

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Amazon | Google | Apple | Apps | Facebook | Hardware
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