Cyber-Angriffe : Chinesische Hacker attackierten EADS und ThyssenKrupp

Einen Computer-Angriff wertete der Luftfahrtkonzern EADS als so bedenklich, dass er die Bundesregierung informierte. Auf den Rechnern lagen geheime Konstruktionspläne.

Deutsche Unternehmen sind zuletzt massiv von Hackern aus China angegriffen worden. Vor einigen Monaten habe es eine "bemerkenswerte" Attacke auf den europäischen Rüstungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtkonzern EADS gegeben, berichtete der Spiegel unter Berufung auf Konzernkreise.

Offiziell sprach das Unternehmen zwar von einem "Standardangriff", dem Bericht zufolge war aber der Vorgang so schwerwiegend, dass EADS die Bundesregierung darüber informierte. Auf dem angegriffenen Computernetzwerk hätten geheime Konstruktionspläne, Kostenkalkulationen und Korrespondenz mit den Regierungen in Paris und Berlin gelegen.

Auch ThyssenKrupp sei das Ziel von Hackern gewesen, berichtete der Spiegel weiter. Es habe einen "massiven" Angriff von "besonderer Qualität" gegeben. Laut dem Stahlkonzern sei die Attacke auf die USA beschränkt gewesen, die Adressen der Täter seien chinesisch gewesen. Unklar sei allerdings, ob und welche Daten die Angreifer kopiert hätten.

Nur selten machen Unternehmen Hackerangriffe auf ihre Rechner öffentlich. Auch geben sie solche Informationen nur spärlich an die Behörden weiter. Das Innenministerium erwägt nun eine Meldepflicht für Cyber-Attacken für große Unternehmen. Die EU-Kommission plane ähnliches, heißt es in dem Spiegel-Bericht.

1.100 Angriffe auf Regierungscomputer

Auch Computernetze der Bundesregierung wurden angegriffen. Laut Spiegel habe der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr fast 1.100 Hackerangriffe ausländischer Nachrichtendienste registriert. Ziele waren demnach vor allem das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt sowie das Bundeswirtschaftsministerium. Besonders stark seien die Angriffe vor dem G-20-Gipfel auf Mitglieder der deutschen Delegation gewesen. Der Focus schrieb von über 1.000 digitalen Angriffen aus China.

Zuletzt hatten in den USA zahlreiche große Firmen groß angelegte Hackerangriffe vermeldet, die offenbar aus der Volksrepublik begangen wurden. Betroffen waren unter anderem Microsoft, Apple, Facebook, Twitter sowie große Zeitungen. Das US-Sicherheitsunternehmen Mandiant machte in einem Bericht eine Sondereinheit der chinesischen Armee für die Angriffe verantwortlich.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

25 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Willkommen in 2013

Ich weiß nicht, wie ihr beruflicher Hintergrund ist, aber ihre offensichtliche Vorstellung, dass da ein paar Konstrukteure im Keller sitzen, ein paar Pläne am Rechner aufzeichnen und diese dann schön auf der Platte abspeichern, ist naiv.
Diese Konzerne sind hochvernetzt, haben Niederlassungen in aller Welt, die zusammenarbeiten. Die Nutzung des Internets ist dabei nahezu unumgänglich.
Natürlich geschieht das normalerweise verschlüsselt und ist somit sicher - was nichts daran ändert, dass hier offensichtlich mit massiven Angriffen versucht wurde, dies zu umgehen.

Gefahren von 2013

"Diese Konzerne sind hochvernetzt, haben Niederlassungen in aller Welt, die zusammenarbeiten. Die Nutzung des Internets ist dabei nahezu unumgänglich."

Ja, aber wenn man Pläne hat, die Milliarden wert sind, wären Blaupausen eine Alternative.
Man kennt doch die Gefahren des Internets.
Und wenn man dennoch nicht herum kommt die Vernetzung zu nutzen, denn solle man vorsorgen treffen.
Bspl.: Sony, fand man doch eine Woche nach einem Angriff heraus, man wurde gehackt.
Ein Unternehmen welches mit Computertechnik arbeitet.
Da kann man sich doch fragen, haben die keine Gelder oder Personal dafür?
Denn eine Verschlüsselung reicht scheinbar nicht mehr.

Man kann sich einfach nichtmehr blind auf das Internet verlassen.

Mein Computerkentniss reicht grade mal für eine Firewall, allerdings habe ich auch keine wertvollen Daten.

Eine über 10 VPNs

umgeleitete IP, und wenn man zwischendrin bei einem Chinesischen Server angekommen ist, und die die Verbindungsdaten nicht mehr rausrücken stellt man die Suche ein, man hat ja den perfekten Bösen...

Oder will mir jemand ernsthaft weismachen, die staatlich chinesische Telefongesellschaft gibt Daten heraus, die besagen: Ja, die IP XX gehört zu einem Militärcomputer in Shanghai.
Sowas lässt sich von den "Opfern" doch nur über eigene Hackeraktionen oder Vermutungen "herausfinden" - wie soll das anders gehen.