Google setzt bei Gmail seit einiger Zeit auf dieses Konzept, Facebook ebenso. Wer dort die Two-Factor-Authentication einstellt, wird bei der Anmeldung nicht nur auf sein Passwort, sondern auch auf seinen Rechner hin überprüft. So können Angreifer auch mit einem gehackten Passwort nicht ohne Weiteres an das Konto gelangen. Twitter denkt mittlerweile ebenfalls darüber nach, die Two-Factor-Authentication einzuführen.

Aber auch bei diesem Konzept müssen sich Nutzer weiter für jedes Konto ein Passwort merken. Google will deshalb Hardware-Schlüssel, sogenannte Token, einführen. Ein solcher Schlüssel könnte beispielsweise ein Ring oder ein USB-Stick sein, der Passwörter speichert und bei Bedarf an den Rechner übermittelt; etwa per NFC oder Bluetooth. Der Nutzer müsste sich damit überhaupt kein Passwort mehr merken. Was passiert, wenn der Ring verloren geht, ist aber noch unklar. Denkbar wäre aber – wie im richten Leben – einen Sperrcode oder Ersatzschlüssel bereitzustellen. Auch dieser Ansatz wird von einigen Unternehmen bereits heute genutzt.

Passwort auf Knopfdruck

Mit der Firma Yubico ist Google ebenfalls im Gespräch. Yubico vertreibt einen Token namens Yubikey. Der fingernagelgroße USB-Stick erzeugt auf Knopfdruck einen 32-stelligen Schlüssel und kann über entsprechende Schnittstellen in nahezu jede Anwendung integriert werden, zum Beispiel in die Blogging-Software Wordpress. Der Yubikey läuft unter Mac, Windows und Linux und kostet knapp 25 Euro.

Die Alternative sind Passwort-Manager wie zum Beispiel das Open-Source-Programm KeePass. Open Source heißt, jeder kann den Programmcode auf Schwächen oder Hintertüren überprüfen. KeePass kann große Passwörter generieren, verschlüsselt die Datenbank auf dem Rechner und ruft die Passwörter bei Bedarf ab. Der Nutzer muss sich nur ein einziges starkes Passwort ausdenken, um auf das Programm zugreifen zu können. Außerdem gibt es KeePass für iPhone und Android-Geräte. Wer mag, kann KeePass auch auf einen USB-Stick auslagern und so seine Passwörter komplett vom Rechner trennen.

Wer keinen Passwort-Manager benutzen möchte, sollte über die Anschaffung eines Gedächtnistrainer-Programms nachdenken – um sich die vielen verschiedenen Passwörter dauerhaft merken zu können.