MicrosoftZeitbombe Windows XP
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Höchste Zeit für die Umrüstung

Das Problem ist schon länger bekannt, Microsoft weist seit längerem darauf hin. "Wer jetzt noch nicht umgerüstet hat, für den wird es höchste Zeit", betont Gürtler. Dennoch erfreut sich XP weiterhin großer Beliebtheit. Das zwölf Jahre alte System war im Januar, also drei Monate nach Einführung von Windows 8, weltweit immer noch auf vier von zehn Rechnern installiert, wie aus Zahlen des Dienstleisters Net Applications hervorgeht. Es läuft und läuft und läuft. Anders übrigens als sein unbeliebter Nachfolger Vista, der sich als unausgereifter Ressourcenfresser entpuppte.

Genaue Zahlen aus der Geschäftswelt liegen nicht vor. "Eine Vielzahl von Unternehmen rüstet derzeit von Windows XP um, die großen sind fast alle so weit", sagt Axel Oppermann, Experte vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Experton. "Aber viele kleine und mittlere Unternehmen sind spät dran.” Bei ihnen spiele das Thema IT-Sicherheit oft eine kleine Rolle. Aufgrund einer nicht-repräsentativen Befragung schätzt Experton, dass Ende des Jahres noch rund sieben Prozent das alte System einsetzen – größtenteils Kleinfirmen und Mittelständler.

"Die XP-Migration ist leider noch nicht überall abgeschlossen", sagt auch Raynet-Chef Aydin, dessen Firma sich auf solche IT-Projekte spezialisiert hat. "Die Unternehmen haben unterschätzt, dass sie dafür Spezialisten benötigen." Zudem komme gerade bei den großen Konzernen oft Spezial-Software zum Einsatz, die sich nur unter hohen Kosten an ein neues Betriebssystem anpassen lasse. "Viele Großunternehmen fahren zweigleisig", sagt der IT-Spezialist.

Umstellung kann zwei Jahre dauern

Die Zeit für den Umstieg wird immer knapper. Denn die Einführung eines neuen Betriebssystems dauert. Bei einem Mittelständler mit mehr als 250 PCs veranschlagen die Experton-Berater dafür beispielsweise rund ein halbes Jahr. Microsoft geht von einer noch längeren Einführungsphase aus: "Generell sollten für eine Migration immer 18 bis 24 Monate von der Planung bis zur endgültigen Implementation eines neuen Betriebssystems eingeplant werden."

Denn zunächst überprüfen die IT-Experten, ob alle Programme sich mit dem neuen System vertragen, dann ob die Hardware im Haus geeignet ist oder neue angeschafft werden muss. Und schließlich dauert es, die neue Plattform überall einzurichten. "Anders als bei Verbrauchern ist das nicht trivial", sagt Oppermann.

Für Microsoft hat das große Umrüsten einen positiven Nebeneffekt: Ein Schub für das neue Betriebssystem Windows 8 könnte nicht schaden.

Erschienen im Handelsblatt

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Leserkommentare
  1. Vielleicht sollten sich die Leute von Microsoft mal fragen, wieso das so ist. Vielleicht, weil XP immer noch, nach 12 Jahren, abgesehen von Linux das Schnickschnack-freieste Betriebssystem ist, das einem als Nutzer nicht suggeriert, man wäre dem wahnwitzigen Smart-Technikhype hilflos ausgeliefert. Würde ich auch Windows 7 oder 8 umsteigen, dann hätte ich jeden Tag den Stress, dass mein Produkt morgen schon wieder totaler Mist ist, und dass ich von der ganzen Branche am Gängelband gehalten werde, mal davon abgesehen, dass heutige Innovationen mehr die Lust an überflüssigem Rotz befriedigen als funktionellen Fortschritt zu generieren, wenn er auch unbequem und unspektakulärer sein mag. Es würde sich auf lange Sicht auszahlen, wie man bei Windows XP deutlich sieht - irgendwann kommts halt raus, was sich wirklich bewährt.

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    Da haben Sie recht!

    XP ist mir von allen Windows-Systemen immer noch das liebste und ich habe seit Win 3.1 damals in der Steinzeit mit allen Win-Versionen gearbeitet und z.T. auch arbeiten müssen.

    XP ist für ein MS-Programm relativ übersichtlich, beinahe frei von überschüssigem Programmbalast und bei Büro-Anwendungen bis heute unschlagbar einfach und übersichtlich zu bedienen, wenn man es mal mit anderen MS-Betriebssytemen vergleicht.

    Wenn Microsoft den Support einstellt - nun, dann werden auch die letzten beiden Rechner auf Linux umgestellt.

  2. Die Kosten für einen Umstieg können es nicht sein. Microsoft hat schlicht versäumt einen einzigen vernünftigen Grund für einen Umstieg zu liefern. Es sind viele Versionen und auch Eigenschaften von Windows und Anwendungsprogrammen hinzugekommen, aber kein weiterer Nutzen - jedenfalls nicht für die Benutzer. Ob eine Tabelle oder ein Dokument auf einer Oberfläche mit bonbonfarbenem Stil erstellt wird oder ob Kacheln darauf ihr Unwesen treiben, interessiert niemanden und kann nicht wirklich verhüllen, das Windows im Kern technologischer Schnee von vorvorgestern ist.

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    Es könnte doch sein, das viele Benutzer Windows XP für ein hervorragendes Betriebssystem halten und, nach kurzem Ausprobieren, alle Nachfolgesysteme für Schrott.

    Dann allerdings wäre es eine Schweinerei, den Support für Windows XP einzustellen, denn Microsoft zwänge die Benutzer dadurch, auf neuere Versionen umzusteigen und diese zu bezahlen, obwohl sie es nicht wollten.

    Sollte Microsoft bei dieser Haltung bleiben, wäre dies der letzte Grund, bei Microsoft auszusteigen und sich nach einem anderen Betriebssystem umzusehen, das man nicht alle paar Jahre wechseln muss.

    Und solche Betriebssysteme gibst es ja bekanntlich.

  3. 3. Win XP

    Da haben Sie recht!

    XP ist mir von allen Windows-Systemen immer noch das liebste und ich habe seit Win 3.1 damals in der Steinzeit mit allen Win-Versionen gearbeitet und z.T. auch arbeiten müssen.

    XP ist für ein MS-Programm relativ übersichtlich, beinahe frei von überschüssigem Programmbalast und bei Büro-Anwendungen bis heute unschlagbar einfach und übersichtlich zu bedienen, wenn man es mal mit anderen MS-Betriebssytemen vergleicht.

    Wenn Microsoft den Support einstellt - nun, dann werden auch die letzten beiden Rechner auf Linux umgestellt.

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    ... schön wär's, wenn es eine Alternative wäre. Wenn aber der betreffende Rechner, was viele betreffen dürfte, ähnlich alt ist wie xp selbst, ist ein aktuelles Linux nicht brauchbar, es läuft so langsam daß vernünftiges Arbeiten unmöglich ist, Menüs öffnen sich erst nach mehreren Sekunden, man kann dabei zuschauen wie Fenster sich schrittweise aufbauen etc.
    Und ein älteres Linux nehmen? Dafür gibt es dann wieder nur veraltete Programm-Versionen.
    Man muss sich das klar machen: Auf dem uralten xp kann man bis heute mit wenigen Klicks aktuelle Software installieren. Aber auf einem 10 Monate alten Ubuntu gibt es schon wieder nicht mehr die aktuellen Programmversionen von z.B. Gimp, LibreOffice usw.
    Klar kriegt man das alles hin - mit Zeit, Basteln, vielen Fragen an die Community oder einem Freak im Bekanntenkreis, der in zwei Stunden installiert, was auf Windows zwei Klicks sind.
    Oder man nimmt eins der Spezial-Linuxe, die angeblich auf alter Hardware laufen sollen. Viel Spaß beim Basteln.

    (ein genervter Ex-Linuxfan)

    • hairy
    • 11. Februar 2013 10:57 Uhr

    Wer noch XP hat, sollte das behalten, solange es geht (freilich bei üblichen Sicherheitsvorkehrungen). Die Virenlast für XP wird kaum mehr steigen, da WIN 8 und RT und die anderen Tablett-Systeme mehr Hackeraufmerksamkeit abziehen dürften. In ein paar Jahren kann man dann schauen, welche Systeme dann genehm erscheinen. Es wird ja zB jetzt schon mehr und mehr nach Linux portiert, was früher die Domäne der kommerziellen Betriebssysteme war...

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    • Derdriu
    • 11. Februar 2013 13:12 Uhr

    Das Problem sind nicht die neuen Viren, sondern die alten, die noch so rumkurven! Auf einmal wird man von einem 6 Jahre alten Virus angegriffen und merkt es nicht einmal.

    Ob man will oder nicht, Unternehmen müssen umsteigen. Alles andere wäre ein Sicherheitsrisiko, dass sich keine Firma leisten kann.

  4. Habe mehrere Rechner mit Windows 7, Windows 8 und Windows XP Prof. Die Produktivsten davon sind nach wie vor meine beiden XP Prof. Rechner und mit denen werde ich solange es geht weiterarbeiten selbst dann, wenn ich sie dann vom Web abhängen müsste. Warum? Weil dort sehr teure Softwareinvestitionen problemlos laufen, was bei Windows 7 und 8 nicht der Fall ist. Dort müsste ich teure Upgrades kaufen, nur um den Status Quo zu erhalten.

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    Ja, der Artikel sagt ja auch nicht, das die Performance von XP schlecht ist, oder dass die neuen angenehmer zu bedienen sind, oder dass die neuen Anwendungsprogramme extrem vorteilhaft wären. Was der Artikel sagt, ist dass XP große Sicherheitslücken hat und da im moment viel über Cyberkriminalität berichtet wird, sollte jedem klar sein, dass das evtl. für Unternehmen ein wichtiger Punkt sein könnte. Das rechner die nicht am Netz sind, weiter gut mit XP laufen können/sollten wird ja nicht gesagt.

    Alle kommentare drehten sich bisher nur um das "never change a running system". Aber naja wenn Sicherheitslücken vorhanden sind läuft das System natürlich immernoch super, und der Trojaner im hintergrund freut sich auch.

    Gruß Philipp

  5. Warum auch sollte man auf ein neueres Windows umsteigen, wenn XP so zuverlässig funktioniert?
    Man kann nur hoffen, dass Microsoft bei seinem nächsten Betriebssystem daran denkt, dass manche Leute tatsächlich mehr als einen funkelnden Desktophintergrund im Sinn haben.

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    ...dann bringt es als nächstes eine Linux Distribution heraus ;)

    *SCNR*

  6. Habe privat zwei PC mit XP und einen mit WINDOWS 8. Über letzteres kann ich nur schmunzeln. Die Bedienung ist sehr umständlich. Außerdem kommt es mir vor, wie ein trojanisches Pferd, mit dem man sich nervige Werbung ins Haus holt, die einem zum Kauf von Apps animieren soll. MS versucht offenbar die Kundenbindung trickreich zu erhöhen. Mir ist das lästig! Solange XP weiterhin gut funktioniert, bleibt es. Danach: Tschau Microsoft! Gibt ja auch noch Linux für Leute, die den PC als produktives Werkzeug sehen. Bisher war ich zu bequem mich damit zu befassen, aber wenn Microsoft mich dazu zwingt... ;-)

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    ... ist zumindest für die Ubuntu-Distributionen kein großer Akt. Ich habe Ubuntu vor fünf Jahren erstmals installiert, als ein neuer Laptop Vista vorinstalliert hatte, den man nicht für Geld und gute Worte auf XP umstellen konnte: Platte geputzt, Ubuntu installiert und ... – es läuft heute noch. Seitdem ist das kleine Redaktionsnetzwerk komplett auf Linux umgestellt. Für schwierige Fälle gibt's in erwähntem Uralt-Laptop eine VM mit XP ...

    Meinen nagelneuen Windows 8 Rechner haben mittlerweile meine Kinder, als Spielkiste und zum Skypen. Und selbst die regen sich auf, wenn Hamachi (Minecraft) alle Tage wieder neu installiert werden muss, was unter XP problemlos lief. Aber die bessere Grafik-Hardware hält sie bei der Stange :). Was Virenbefall usw. anbelangt, sehe ich dort allerdings keinen Fortschritt - gut, zugegeben, die Nutzung (Spiele, Spielserver usw.) ist auch alles andere als professionell.

    • zappp
    • 11. Februar 2013 11:09 Uhr

    Nach dem Umstieg auf 7 nerven vor allem die ständigen pop-ups mit Warnhinweisen. Es gibt derartig viele Programme, die um Intnernetzugang bitten, aus den ursprünglichen Windows- bzw. Office-Paketen, den "kostenlos" vorinstallierten Hilfsprogrammen des Geräteherstellers, den von der Firmen-IT installierten Virenschschutzprogrammen und was-weiss-ich-was, dass man als Anwender ohnehin nicht alle kennt oder gar zwischen gut- und bösartig unterscheiden könnte. Die erinneren eher an bewusst unleserliches und unlesbar formuliertes Kleingedrucktes zwecks Haftungsvermeidung von Firmenanwälten aufgesetzt.

    Ob 7 tatsächlich stabiler, sicherer oder gar effizienter ist, kann ich mangels Langzeiterfahrung und Fachkenntnis nicht beurteilen. Zumindest Vista war ein Grund, als Privatnutzer eine Zeitlang auf den Kauf von Computern in Elektronikmärkten zu verzichten.

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