OnlinewerbungFacebook kauft Werbeplattform zur noch genaueren Datenanalyse

Die Firma will noch mehr über Nutzer wissen und genauer messen, welchen Einfluss Werbung auf den eigenen Seiten hat. Dazu hat Facebook den Adserver Atlas gekauft. von 

Seit einigen Monaten spekulierten Insider über den Deal, nun wurde er bestätigt: Facebook hat die Atlas Advertiser Suite (Atlas) von Microsoft gekauft. Das gab Facebook am Donnerstag auf seiner Seite bekannt.

Atlas ist ein Werkzeugkasten für Werbemacher, in der Fachsprache Adserver genannt. Über diesen wird Werbung auf Seiten platziert und Facebook kann künftig genauer als bisher den Einfluss von Werbung auf der eigenen Plattform messen. Facebook will seine Werbekunden so vom Wert der Anzeigen überzeugen. Der wurde durchaus schon bezweifelt. Der große Werbekunde General Motors hatte seine Werbung dort kurz vor Facebooks Börsengang eingestellt, weil sie uneffektiv sei.

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Zunächst soll Atlas die gleichen Funktionen bieten wie bisher, denn eine Zusammenarbeit der beiden Firmen gab es schon. Langfristig aber plane Facebook, Atlas auszubauen und zu erweitern. Das schreibt Brian Boland, Head of Monetization Product Marketing bei Facebook, in einem Beitrag. Zusammen mit den Diensten Nielsen und Datalogix, die bereits heute bei Facebook im Einsatz sind, sollen Kunden den Erfolg ihrer Kampagnen bei Facebook genau messen und mit den Anzeigen bei anderen Anbietern vergleichen können.

Nur Erfolg wird auch bezahlt

Das ist im Markt für Onlinewerbung ein wichtiges Verkaufsargument. Im Gegensatz zu traditioneller Werbung unterscheidet sich Onlinewerbung unter anderem dadurch, dass die Reaktionen der Zielgruppe genau gemessen werden können. Der Erfolg von Werbung lässt sich so viel genauer bestimmen. Daher wird auch nur Erfolg bezahlt.

Für Firmen wie Google und Facebook ist es daher wichtig, Programme zu besitzen, die diese Daten erheben, aufbereiten und darstellen. Werbepartner können so genau erkennen, was funktioniert und was nicht. Facebook kann für diesen Service wiederum mehr Geld verlangen.

Lange hatte sich Facebook hauptsächlich auf die Dienste Nielsen und Datalogix verlassen. Die Ansprüche von Facebook an Adserver sind aber in letzter Zeit stark gestiegen. Mehr als eine Milliarde Nutzer produzieren Unmengen von Daten. Mit jeder neuen Funktion, die Facebook seiner Plattform mitgibt, wächst zudem die Vielfalt dieser Daten. Mit Atlas versucht Facebook diesen Datenschatz zu heben.

Google ist hier seit einigen Jahren weiter. Schon 2007 kaufte Google den Adserver DoubleClick. Mitbieter war damals auch Microsoft, die nur einen Monat später aQuantive kauften.

Leserkommentare
  1. Hier treffen zwei Fronten aufeinander: Der User, der freiwillig alles und jedes von sich Preis gibt, ohne eine Ahnung zu haben, was man im Laufe seines ganzen Lebens mit diesen Erkenntnissen wird anfangen können - und ein Unternehmen, dass aus den freiwillig abgetretenen Rechten an seinen Daten Millionen schöpft. Master or Servant, choose your destiny. So ist doch allen gedient, auf die eine oder andere Weise.

    5 Leserempfehlungen
  2. dass sich Facebook so sehr um die Interessen und Vorlieben seiner Nutzer kümmert! Ganz bestimmt werden die Daten auch nur für interne Zwecke genutzt.

    Wer vermeintlich kostenlose Angebote dieser Art nutzt (von Open-Source mal abgesehen), der bezahlt zwar augenscheinlich kein Geld dafür. Er bezahlt aber mit Informationen über sich selbst, und dies sollten User trotz der Gratis-Euphorie mancher Dienstleister immer im Hinterkopf behalten. Um nur mal einige Beispiele zu nennen: Facebook, Ubuntu, gmx.de, web.de, ...

    Wer denkt kostenlos zu kaufen, der wird verkauft!

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    "Um nur mal einige Beispiele zu nennen: Facebook, Ubuntu, gmx.de, web.de, ..."
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    Warum steht Ubuntu in der Liste? Was genau wird bei Ubuntu von einem gespeichert / genutzt?

  3. "Um nur mal einige Beispiele zu nennen: Facebook, Ubuntu, gmx.de, web.de, ..."
    -------------------------------------
    Warum steht Ubuntu in der Liste? Was genau wird bei Ubuntu von einem gespeichert / genutzt?

    Antwort auf "Ich finde es toll..."
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    Wikipedia: " Richard Stallman bezeichnete die Ausgabe 12.10 als Spyware, da sie mit einer Suchfunktion versehen wurde, welche Informationen an den Einzelhändler Amazon weiterleitet."

    Diese Funktion kann zwar deaktiviert werden, ist aber dennoch von Haus aus mit an Bord: http://www.golem.de/news/...

  4. Wikipedia: " Richard Stallman bezeichnete die Ausgabe 12.10 als Spyware, da sie mit einer Suchfunktion versehen wurde, welche Informationen an den Einzelhändler Amazon weiterleitet."

    Diese Funktion kann zwar deaktiviert werden, ist aber dennoch von Haus aus mit an Bord: http://www.golem.de/news/...

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    Antwort auf "Ubuntu?"
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    ...der bestätigt, dass Communityversionen wie Mageia den Distributionen "ehrenamtlich" agierender Unternehmen eindeutig vor zu ziehen sind.

  5. ...der bestätigt, dass Communityversionen wie Mageia den Distributionen "ehrenamtlich" agierender Unternehmen eindeutig vor zu ziehen sind.

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  6. ...ist durchaus in der Lage "voreingestellte" Optionen zu ändern!*

    Zum Thema:
    Man kann es nur immer wiederholen: wer sich in die Fänge von "FB" begibt ist selbst schuld!
    Allerdings gehört schon etwas Selbstbewußtsein dazu, um dem "sozialen Druck" nicht nachzugeben.
    Für mich allerdings eine Leichtigkeit - ich bin keine 18 mehr ;-)

    Mageia? - die Auswahl ist noch wesentlich größer:

    http://distrowatch.com/

    *sagt ein zufriedenen Xubuntu-user ;-)

    Eine Leserempfehlung
  7. Meiner Meinung nach wäre *ineffektiv* treffender. Bis eben gerade wusste ich nicht einmal, dass das Wort *uneffektiv* überhaupt existiert. Bei der Zeit sollte ein höheres sprachliches Niveau herrschen.

    http://www.duden.de/recht...
    http://www.duden.de/recht...

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    • hairy
    • 02. März 2013 1:16 Uhr

    ...den muss man auch nicht als das non plus ultra ansehen. "Uneffektiv" finde ich akzeptabel.

    In einem *Qualitätsmedium* erwarte ich, dass die Journalisten die deutsche Sprache beherrschen. Und es heißt nun einmal *ineffektiv*.

    Sry, wegen Off-Topic

    Entfernt. Bitte kehren Sie zur Diskussion des konkreten Artikelinhalts zurück. Danke, die Redaktion/jp

    • hairy
    • 02. März 2013 1:14 Uhr

    kann man sich dennoch: es gibt für so ziemlich jeden Browser das leicht und sicher und kostenlos zu installierende ADBLOCKPLUS...

    Auf Seiten von Wert, so für mich zB. die ZEIT, manchmal, kann man es es sukzessive deaktivieren.

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  • Schlagworte Google | Microsoft | General Motors | Anzeige | Bing | Börsengang
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