CybersexDer iDildo ist da

Digitale Sexspielzeuge sind so alt wie das Netz, trotzdem haben sie nie jemanden gereizt. Jetzt versucht es ein Hersteller mit einem Gerät im Apple-Design. Ob das genügt? von 

Ein Dildo für die Schrankwand, hier das Modell Hera für die Frau

Ein Dildo für die Schrankwand, hier das Modell Hera für die Frau  |  © Winzz Inc.

Seit es das Internet gibt, phantasieren Menschen, es müsste doch auch Sex über große Distanzen ermöglichen können. Cybersex lautet der Name dieses unerfüllten Traums. Der amerikanische Soziologe Howard Rheingold wagte Anfang der Neunziger in seinem Buch Virtual Reality gar die steile These: Spätestens 2020 werden wir alle mit mobilen Dildos ausgestattet sein.

Alle Jubeljahre erscheint tatsächlich mal eine digitale Sex-Maschine, die meist nach einem ordentlichen Verletzungsrisiko aussieht. Erfolgreich war bislang keine. Sex scheint mit echtem Partner doch mehr Spaß zu machen. Daran werden voraussichtlich auch die nächsten Träumer nichts ändern – die Macher der LovePalz von Winzz

Anzeige

LovePalz ist laut Hersteller-Video für Menschen in Fernbeziehungen gedacht, um "die Situation zu simulieren". Statt sich also im mobilen Zeitalter zu treffen, bleibt einfach jeder bei sich daheim und nutzt einen der beiden LovePalz. Es gibt zwei Versionen, Hera und Zeus. Im Grunde selbsterklärend: Göttervater Zeus ist hohler Zylinder, Hera ein Dildo.

Nimmt einer der Partner sein LovePalz in Betrieb, bekommt der andere eine Nachricht. Dann müssen beide Partner nur noch für eine Atmosphäre des Behagens sorgen. Leider kann LovePalz das noch nicht – das Licht muss also jeder selber dimmen. In der "Situation" werden die Bewegungen beider Partner jeweils in das andere Gerät übertragen.

Nun ja. Immerhin sind die Gerätschaften zum Cybersex inzwischen kleiner und handlicher geworden. Vor zwanzig Jahren brauchte es dazu noch unbequem aussehende Anzüge und Datenbrillen. Und sie wirken auch nicht ganz so absonderlich wie die Kussmaschine aus Japan oder der Kissenger. Von beiden Geräten hörte man zum Glück nie wieder.

Kickstarter wollte keine LovePalz

Für die Idee stand laut Winzz ein Klassiker unter den Partnerschafts-Gimmicks Pate: Das in zwei Teile zerbrochene Amulett. Die Geschichte ist ganz nett, scheint dem Unternehmen aber nicht sonderlich zu helfen. Die Plattform Kickstarter, bei der Gründer für ihre Projekte Geld sammeln können, schmiss LovePalz aus seinem Portfolio. Die Leute von Winzz haben trotzdem weitergemacht. Ende März sollen die ersten Geräte ausgeliefert werden, für 189 Dollar das Stück.

Jetzt hoffen sie auf Kunden, die experimentierfreudig genug sind für diese Dinger, die aussehen wie ein Bauhaus-Stabmixer. Denn das immerhin lässt sich nicht bestreiten: Das Design ist minmalistisch und wirkt wie ein Controller für die Nintendo Wii oder wie ein Fernrohr von Apple. Kurz: Der LovePalz würde jede Schrankwand schmücken.

Im Zeitalter der Immobilität ist der LovePalz zudem die Eier legende Wollmilchsau. Er ließe sich hervorragend mit der Facebook-App Bang Your Friends kombinieren. Dabei können Facebook-Nutzer angeben, mit wem sie Sex haben wollen. Das bleibt so lange geheim, bis der andere dies erwidert. Dating, Sex und Trennung: Es geht eben doch alles im Internet. Wer in den Neunzigern aufgewachsen ist, wusste das natürlich schon lange.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Geht es jetzt um digitale Sexspielzeuge oder um Sexspielzeuge. Meine Exen hatten alle eines gemeinsam. Sie alle hatten einen Dildo im Nachtschränkchen. Böse Zungen mögen behaupten, das lag an mir. Nur hatten sie die Dildos schon vor mir. Insofern scheint der Dildo selbst so unerfolgreich nicht zu sein. Ich behaupte, mehr Frauen haben einen, als Mann sich vorstellen mag. Ob nun die digitale Variante in der oben beschriebenen Form erfolgreicher sein wird, kann ich nicht beurteilen. Meine sexuellen Präferenzen sagen mir, nein. Aber Lack und Leder scheint auch recht erfolgreich zu sein, was ebenso nicht zu meinen Präferenzen gehört.

    Eine Leserempfehlung
  2. das Ding auch als App? Denn vibrieren kann das i Phone ja schon.
    Vorsicht: Ironie.

    5 Leserempfehlungen
  3. Die grosse Frage ist doch:

    Wie genau unterscheiden sich diese Geräte denn nun von einem ganz einfachen Vibrator oder einer Gummi-Muschi? Was können die Geräte, welche Informationen werden beim vermeintlichen partnerschaftlichen Cyber-Sex ausgetauscht? Was macht diese Geräte zu einem Gadget?

    Das wurde im Artikel in keinster Weise auch nur angesprochen, weshalb im Artikel imho das Wichtigste komplett fehlt.

    Aufklärung brachte erst das Trailer-Video:
    Der Mann bestimmt mit seinen Bewegungen die Geschwindigkeit, mit der sich der "Finger" beim Modell für die Frau bewegt.
    Und der Druck, den die Frau auf eben diesen "Finger" ausübt, bestimmt dann seinerseits die Enge des Modells für den Mann.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    dass sie shcon immer grünliberal war, sieht man spätestens an den Wahlbannern der Grünen auf der STartseite.
    Aber ,dass jetzt sogar der E-Dildo als Kernthema der bourgeoisen, Speckgürtelmittelschichtkinder thematisiert wird , ist einfach zum Kreischen.
    Warum trifft man sich nicht einfach und wirft den Edildo aus dem Fenster? Dass jede Frau unter 29 heute einen Dildo hat , gilt als wohl bekannt.
    Dass sie den Trieb einfach als Aufbruch der sexuellen Selbstbestimmung sieht, ist dann wieder bildungsbürgerlich überhöhter Unsinn.

  4. 4. [...]

    Entfernt, bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke. Die Redaktion/kvk

  5. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Polemik. Danke, die Redaktion/se

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    hat das Ding nichts mit Apple zu tun.

    Ist nicht von Apple.
    Wird man von Apple niemals sehen.

    Und zum Thema technikfremd:
    Ich persönlich habe für die Unternehmenskultur von Apple wie auch für viele Produkte nicht mehr viel übrig.
    Wenn Sie allerdings Angeben als einzigen Grund für den Erwerb und Betreib eines Gerätes von Apple sehen, dann sind Sie der technikfremde.

  6. hat das Ding nichts mit Apple zu tun.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "folgendes Problem: "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    >> Wenn ich richtig las, hat das Ding nichts mit Apple zu tun.<<

    Stimmt, hat es nicht. Dann hätte es vielleicht sogar das Potential, zum neuen Lifestyleobjekt zu werden, trotz seines minimalistischen Designs, weil Apple Jünger dazu neigen, alles aus diesem Hause zu kaufen, und sei es noch so unnütz.

    Aber so, ohne diesen Nimbus "Äppel", wird das wohl nichts werden. Und mal ehrlich gesagt, wer fühlt sich schon animiert von Geräten, die "aussehen wie ein Bauhaus-Stabmixer"?

  7. 7. Lesen

    Ist nicht von Apple.
    Wird man von Apple niemals sehen.

    Und zum Thema technikfremd:
    Ich persönlich habe für die Unternehmenskultur von Apple wie auch für viele Produkte nicht mehr viel übrig.
    Wenn Sie allerdings Angeben als einzigen Grund für den Erwerb und Betreib eines Gerätes von Apple sehen, dann sind Sie der technikfremde.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "folgendes Problem: "
  8. dass sie shcon immer grünliberal war, sieht man spätestens an den Wahlbannern der Grünen auf der STartseite.
    Aber ,dass jetzt sogar der E-Dildo als Kernthema der bourgeoisen, Speckgürtelmittelschichtkinder thematisiert wird , ist einfach zum Kreischen.
    Warum trifft man sich nicht einfach und wirft den Edildo aus dem Fenster? Dass jede Frau unter 29 heute einen Dildo hat , gilt als wohl bekannt.
    Dass sie den Trieb einfach als Aufbruch der sexuellen Selbstbestimmung sieht, ist dann wieder bildungsbürgerlich überhöhter Unsinn.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • siar1
    • 11. März 2013 19:32 Uhr

    an den Kopf gehalten, um Sie zum Lesen zu zwingen? Oder wollen Sie uns einfach mitteilen, dass Ihre Intellektuellen Ansprüche hier nicht befriedigt werden?

    Wenn Ihnen die Artikel nicht gefallen, warum quälen Sie sich damit? Ist das eine leichte Form des Masochismus?

    Mich nervt diese Rummotzerei über Artikel, die einen nicht interessieren. Was machen Sie eigentlich, wenn Sie eine Zeitung gekauft haben? Schneiden Sie die nicht genehmen Passagen aus und fordern Ihr Geld zurück?

    Fragen über Fragen und ich könnte noch einige hinzufügen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Apple | Amulett | Nintendo | Wii | Design | Internet
Service