Cebit: Merkels Illusion von der wachsenden IT-Industrie
Die Kanzlerin eröffnet die Cebit mit einer Rede zur Förderung der IT-Wirtschaft. Und hat dabei Mühe, das Versagen ihrer Politik zu kaschieren, kommentiert Kai Biermann.
Angela Merkel hat die Computermesse Cebit eröffnet und dabei einige Worte zum Thema IT-Industrie und Deutschland gesagt. Wer sich die eher wirre Rede der Bundeskanzlerin anschaut, kann zu dem Eindruck gelangen, dass es hierzulande zwei parallele Welten gibt: Zum einen die Welt der politischen Reden, in denen die IT-Industrie immer als große Zukunft beschrieben wird, von der sich alle ganz viel erhoffen, spannende Erfindungen ebenso wie viele tolle Arbeitsplätze.
Und zum anderen die Welt der politischen Wirklichkeit, in der es – um nur ein Beispiel zu nennen – nicht einmal gelingt, in allen Regionen des Landes einen halbwegs schnellen Internetzugang zu installieren. Der, deswegen soll er hier exemplarisch betrachtet werden, nun einmal die Basis einer solchen IT-Industrie ist.
Merkel sagte: "Wir haben aber gute Chancen, durch die Verschmelzung von Realwirtschaft und IT wieder eine positive Position einzunehmen." Aber dafür müsse die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. "Das heißt: gute Ausbildung und gute Gründungsmöglichkeiten für IT-Firmen."
Kein Wachstum erkennbar
Das ist zuerst einmal ein indirektes Eingeständnis, dass die derzeitige Lage Deutschlands eher negativ ist, sagte Merkel doch, man müsse "wieder eine positive Position" einnehmen. Woher sie allerdings ihre Hoffnung bezog, es gebe "gute Chancen" das zu ändern, ist nicht ganz klar. Der Monitoring Report Digitale Wirtschaft 2012, der im Auftrag des Wirtschaftsministeriums untersucht, wie die deutsche IT-Branche im internationalen Vergleich aussieht, stützt diese Hoffnung nicht.
Nach ihrem Umsatz ist die deutsche IT-Wirtschaft demnach zwar die viertgrößte der Welt. Sie beschäftigt in Deutschland mehr Menschen als der Autobau. Gleichzeitig steht in dem Report aber auch, dass sie nach ihrer Leistungsfähigkeit international nur Platz sechs belegt und dass sie langsamer wächst als in anderen Ländern. In keinem der für das Ranking untersuchten Bereiche konnte Deutschlands IT-Wirtschaft führende Werte erreichen.
Für die Unternehmer ist daran vor allem der Fachkräftemangel schuld und der zu langsame Breitbandausbau. Investiert in Bildung und holt Menschen aus dem Ausland, fordern sie seit Jahren von der Politik. In beiden Bereichen hat sich die Bundesregierung nicht gerade mit Ruhm bedeckt, trotz hochtrabender "Bildungsgipfel" und "IT-Gipfel".
Zum Thema Fachkräfte gestattete sich Merkel immerhin ein klein wenig Selbstkritik. Zitat: "Wir in Deutschland haben alle Hände voll zu tun, damit wir hier nicht nur Menschen haben, die diese wunderbaren IT-Dinge nutzen, sondern auch Menschen, die Lust haben, an der Entwicklung dieser Dinge mitzuarbeiten. Denn Europa – das darf man wohl sagen – hat sich in diesem Bereich noch nicht als der dynamischste Kontinent herausgestellt."
Das Thema Breitband hingegen kam in ihrer Rede vorsichtshalber nicht vor. Warum nur? Vielleicht, weil die Bundesregierung von ihren selbst gesteckten Zielen in diesem Bereich weit entfernt ist. Zur Erinnerung: Bis 2010 sollte das ganze Land mit einem Internetzugang versorgt sein, der eine Downloadgeschwindigkeit von einem Megabit pro Sekunde zulässt. Das war erklärtes Ziel von Merkels Regierung.







Die Definition von ILLUSION ist die Mühe das Versagen der Merkelschen Politik zu kaschieren.
Warum nur habe ich bei Merkels Reden immer das Gefühl, dass sie zu Fünfjährigen spricht?
... das einzige Vokabular ist, welches Frau Merkel beherrscht.
...Merkels Wähler es anders nicht verstehen?!
Ob es das Gefühl ist wie ein 5-Jähriger angesprochen zu werden oder doch nur die sich wiederholende Floskeln sind (aktuelles Beispiel : Aber dafür müsse die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen) ... für dumm hält sie uns alle allemal ... .
Elite zum Pöbel spricht, muss sie sich einfacher Worte bedienen.
Sonst verstehen wir Dummerchen ja nichts...
... oder zu "Bekloppten".
Diese Kritik an Merkels Rede ist unangebracht und sachlich einfach nicht korrekt.
Sie schreibt "ihre" Rede ja nicht selbst und gibt nur den Inhalt wieder.
Man kann eine Tagesschau Moderatorien ja auch nicht für den Inhalt verantwortlich machen.
... das einzige Vokabular ist, welches Frau Merkel beherrscht.
...Merkels Wähler es anders nicht verstehen?!
Ob es das Gefühl ist wie ein 5-Jähriger angesprochen zu werden oder doch nur die sich wiederholende Floskeln sind (aktuelles Beispiel : Aber dafür müsse die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen) ... für dumm hält sie uns alle allemal ... .
Elite zum Pöbel spricht, muss sie sich einfacher Worte bedienen.
Sonst verstehen wir Dummerchen ja nichts...
... oder zu "Bekloppten".
Diese Kritik an Merkels Rede ist unangebracht und sachlich einfach nicht korrekt.
Sie schreibt "ihre" Rede ja nicht selbst und gibt nur den Inhalt wieder.
Man kann eine Tagesschau Moderatorien ja auch nicht für den Inhalt verantwortlich machen.
dass sie von der IT so viel verstehen, wie Silvio Berlusconi von rationaler Politik.
>> Warum habe ich bei den Reden von Politkern das Gefühl, dass sie von der IT so viel verstehen, wie Silvio Berlusconi von rationaler Politik. <<
... ist jetzt aber gemein.
Schäuble kann immerhin Sudoku auf dem iPad, Berlusconi traue ich höchstens Strip-Poker zu.
>> Warum habe ich bei den Reden von Politkern das Gefühl, dass sie von der IT so viel verstehen, wie Silvio Berlusconi von rationaler Politik. <<
... ist jetzt aber gemein.
Schäuble kann immerhin Sudoku auf dem iPad, Berlusconi traue ich höchstens Strip-Poker zu.
Machen Sie einfach mal den Test: Bewerben Sie sich als Freiberufler auf eine der vielen ausgeschriebenen Stellen, jedoch einen Tag nach der Ausschreibung. Sie bekommen dann immer wieder die exakt gleiche Antwort: Wegen der vielen eingegangenen Bewerbungen können wir Ihre leider nicht mehr berücksichtigen.
Fachkräftemangel???
Zweiter Test: Vergleichen Sie mal die REALEN Stundensätze die heutzutage angeboten werden. Haber gerade gelesen: SAP Projektmanager München oder Helsinki: 68 Euro!!!
Meine AUDI Werkstatt verlangt 100€ pro Stunde.
Also scheint es eher Fachkräftemangel bei KFZ-Mechanikern zu geben.
"SAP Projektmanager München oder Helsinki: 68 Euro!!!"
"Meine AUDI Werkstatt verlangt 100€ pro Stunde."
Ich denke, der Projektmanager wäscht sich dafür alleine und muss nicht repariert und instand gehalten werden.
Wer sich ganz real um eine Stelle im Bereich IT bewirbt (und schon das eine oder andere graue Haar hat), kann eigentlich nur zu dem Schluss gelangen: so drastisch wie vom Branchenverband dargestellt, kann der "Fachkräftemangel" denn doch nicht sein.
In solchen "Stellenangeboten" geht es offensichtlich nicht selten mehr darum, in irgend einer Form "Präsenz" zu zeigen - und nicht etwa jemanden auch tatsächlich einzustellen.
Wobei ein Indikator für einen realen Fachkräftemangel wäre es wohl, wenn auf Seiten der Arbeitgeber auch die Bereitschaft existieren würde, sich in der Tugend der Personalentwicklung zu üben - also eine(n) Bewerber/-in gezielt (und mit einem gewissen Aufwand) auf eine neue Aufgabe einzuarbeiten.
Nun der Fachkräftemangel bezieht sich eben nicht auf "Freiberufler". Die Unternehmen wollen keine unabhängigen, selbstständigen freien Mitarbeiter haben, sondern ganz traditionell 40-45 wochenstunden Festmitarbeiter die regelmäßig auf den Knien um die Verlängerung ihres Arbeitsvertrages betteln.
"SAP Projektmanager München oder Helsinki: 68 Euro!!!"
"Meine AUDI Werkstatt verlangt 100€ pro Stunde."
Ich denke, der Projektmanager wäscht sich dafür alleine und muss nicht repariert und instand gehalten werden.
Wer sich ganz real um eine Stelle im Bereich IT bewirbt (und schon das eine oder andere graue Haar hat), kann eigentlich nur zu dem Schluss gelangen: so drastisch wie vom Branchenverband dargestellt, kann der "Fachkräftemangel" denn doch nicht sein.
In solchen "Stellenangeboten" geht es offensichtlich nicht selten mehr darum, in irgend einer Form "Präsenz" zu zeigen - und nicht etwa jemanden auch tatsächlich einzustellen.
Wobei ein Indikator für einen realen Fachkräftemangel wäre es wohl, wenn auf Seiten der Arbeitgeber auch die Bereitschaft existieren würde, sich in der Tugend der Personalentwicklung zu üben - also eine(n) Bewerber/-in gezielt (und mit einem gewissen Aufwand) auf eine neue Aufgabe einzuarbeiten.
Nun der Fachkräftemangel bezieht sich eben nicht auf "Freiberufler". Die Unternehmen wollen keine unabhängigen, selbstständigen freien Mitarbeiter haben, sondern ganz traditionell 40-45 wochenstunden Festmitarbeiter die regelmäßig auf den Knien um die Verlängerung ihres Arbeitsvertrages betteln.
Der erste Link weist ins Nirwana.
Der Link klappt, wenn man die Session-ID löscht:
http://www.bundeskanzleri...
... wenn das Bundeskanzleramt die wirre Rede vom Server nimmt?
Der Link klappt, wenn man die Session-ID löscht:
http://www.bundeskanzleri...
... wenn das Bundeskanzleramt die wirre Rede vom Server nimmt?
>>Wer sich die eher wirre Rede der Bundeskanzlerin anschaut, kann zu dem Eindruck gelangen, dass es hierzulande zwei parallele Welten gibt<<
In der Tat, nämlich jene Welt im Raumschiff Berlin, wo nur noch Partikularinteressen der Wirtschaft vertreten werden und jene "Außenwelt", die mit den Folgen dieser aus reinem Machtwillen und Opportunismus geborenen völligen Unfähigkeit, Gemeinwohlinteressen zu vertreten, leben muss. Da Frau Merkel und ihre Regierung immer nur auf jene Züge springt, die sie ganz kurzfristig zum Machterhalt bringen, verpasst sie zunehmend die Fernzüge zu den eigentlichen Entwicklungen in der Welt und hängt Europa damit immer stärker ab.
Wer keinen Plan hat bzw. nichts verstanden hat, redet immer wirr. Das sagt mir jedenfalls meine langjährige Erfahrung mit unzähligen mündlichen Prüfungen.
... das einzige Vokabular ist, welches Frau Merkel beherrscht.
Da ist NICHTS! Schöne Stecke und Vorführungen sind für die Kanzlerin schon das Optimale! [...]
Als Unternehmer würde ich mein Geld nicht in so einem Land mit solchen politischen Führern verschwenden. Man schließt unwillkürlich von der Regierung auf die Bevölkerung.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/sam
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