Andrew Auernheimer alias "Weev" im Juli 2012

Gitterstäbe können einen wahren Troll nicht aufhalten: Der Hacker und bekennende Internet-Troll Andrew Auernheimer alias "Weev", wurde zu 41 Monaten Haft verurteilt, weil er Kundendaten der Telefonfirma AT&T aus dem Netz gefischt und diese einem Journalisten gegeben hatte. Was er als Zugriff auf nicht geschützte Daten ansah, wurde ihm als bösartiger Hack ausgelegt. Seit dem 31. März sitzt er als Häftling 10378-010 im Brooklyn Metropolitan Detention Center – und tut weiterhin, was er am besten kann: Er trollt, lästert und beleidigt.

Sein Twitterkonto ist aktiv. Jeden Tag tauchen neue Tweets auf: Auernheimer beschwert sich über das Essen im Gefängnis, er bezeichnet Staatsbedienstete als Kriminelle und vor allem verteidigt er sein vermeintliches Vergehen und seinen Kampf gegen das umstrittene Gesetz Computer Fraud and Abuse Act (CFAA), das ihm die Haftstrafe eingebracht hat.

Dabei hat Auernheimer im Gefängnis gar keinen Zugang zum Internet. Stattdessen nutzt er das Trust Fund Limited Internet Computer System (TRULINCS)

Das funktioniert so: Der Insasse kann Freunde oder Familienangehörige einladen, mit ihm zu kommunizieren. Sie können dann mit ihm über eine Plattform namens CorrLinks Nachrichten austauschen. CorrLinks ist geschlossen, der Häftling kommt darüber nicht ins Internet.

Außerdem werden alle ein- und ausgehenden Nachrichten überwacht. Botschaften, die gefährlich für die Öffentlichkeit oder die Haftanstalt sein könnten, sind untersagt.

Finanziert wird TRULINCS über eine Nutzungsgebühr, die der Häftling entrichten muss, sowie über die Einnahmen aus im Gefängnis verkauften Waren und Dienstleistungen, etwa Telefongespräche.

Auernheimer aber will nicht nur mit einzelnen Personen kommunizieren. Deshalb schickt er seine Kurzbotschaften über TRULINCS beziehungsweise CorrLinks an eine Freundin, die Schriftstellerin, Journalistin und Software-Entwicklerin Meredith L. Patterson, die in Brüssel lebt. Sie hat die Zugangsdaten zu Auernheimers Twitterkonto und veröffentlicht seine Tweets.

"Ich kenne Weev seit Januar 2012", sagt Patterson im Gespräch mit ZEIT ONLINE. "Wir haben uns in der Wohnung eines gemeinsamen Freundes kennengelernt und haben angefangen, uns über obskure Programmiersprachen zu unterhalten. Seitdem sind wir Freunde."