BundesnetzagenturInternetanschlüsse meist langsamer als versprochen

Viele Verbraucher haben es geahnt, nun hat die Bundesnetzagentur nachgemessen: Nur sehr selten bekommt ein Kunde so viel Internet-Bandbreite, wie im Vertrag steht.

Internetanschlüsse erreichen in der Regel nicht die Bandbreite, die von den Anbietern versprochen wurde. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesnetzagentur in einer Studie, an der mehr als 200.000 Freiwillige über die Seite initiative-netzqualität.de teilgenommen hatten.

Die Behörde hatte die Kapazitäten von DSL-, Kabel- und Mobilanschlüssen nachgemessen. Diese lagen meist deutlich unter den von den Anbietern versprochenen maximalen Bandbreiten. "Die Messstudie bestätigt die Vielzahl der Kundenbeschwerden über Abweichungen zwischen der vertraglich vereinbarten 'bis zu'-Bandbreite und der tatsächlichen Bandbreite", teilte die Bundesnetzagentur mit.

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Der prozentuale Unterschied zwischen versprochener und tatsächlicher Kapazität war laut Studie bei großen Bandbreiten, etwa bei einem 18 Mbit/s-DSL-Anschluss, besonders deutlich. Bei kleineren Bandbreiten lagen die Messwerte näher an den Zahlen im Vertrag.

Die Behörde kritisierte auch, dass die Internetanbieter in ihren Standardverträgen nur ungenaue Angaben über die Kapazität der Anschlüsse machten. "Der Kunde weiß so nur vage, mit welcher Leistung er konkret rechnen kann", sagte Jochen Homann, Chef der Netzagentur. "Auch nach Vertragsabschluss und erfolgter Schaltung besteht kein überschwängliches Bemühen, dem Endkunden aktiv einen transparenten Überblick über die Leistungsfähigkeit des konkreten Anschlusses zu bieten."

Behörde dringt auf mehr Transparenz

Nun will sich die Bundesnetzagentur dafür einsetzen, dass die Anbieter von Internetverträgen durchschaubarere Angaben machen. Die Behörde wolle in einem "konstruktiven Dialog" bei den Unternehmen auf mehr Transparenz dringen. "Ich hoffe sehr, dass sich die Anbieter bemühen werden, transparent zu machen, was der angebotene Internetzugang leisten kann – und was nicht", sagte Homann.

Die Netzagentur wies zudem darauf hin, dass die Unternehmen nach einem neuen Gesetz einen Anbieterwechsel ohne längere Leitungsunterbrechung ermöglichen müssten. Ein Kunde dürfe dabei nicht länger als einen Kalendertag ohne Internet auskommen müssen. Doch zahlreiche Beschwerden zeigten, dass es oft deutlich längere Ausfallzeiten gebe.

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Leserkommentare
  1. Die Bundesnetzagentur bekommt ständig Mitteilungen von Bürgern, weil das Internet nicht dem entspricht was verkauft wurde. Das Monopol hat doch die Telekom immer noch in jedem Winkel und wenn man sie dann darauf aufmerksam macht das Probleme in der Letzten Meile sind.. Argument Telekom das geht ans Vermessungsamt das wars aber auch dann schon.
    Ist ja egal ob die ganze Strasse davon betroffen ist.. obwohl keine 300 Meter zur Outdoorstation das Glasfasernetz liegt.

    Und von Service der Telekom will ich jetzt mal gar nicht reden, mit schlecht fängt es aber an.

    10 Leserempfehlungen
    • AtoY
    • 11. April 2013 17:39 Uhr

    werden die Anschlüsse "bis zu" 16.000 verkauft, ankommen tut hier mit Glück 2-3.000 an und wenn man Pech hat, dann nur DSL-Light und das schon seit Jahren!
    Die Beschwerden und Widersprüche etc. füllen sicher bei einigen Anbietern ganze Räume und die Regierung tut seit Jahren gar nichts dagegen und jetzt kommt sie an, machen eine Studie und stellen es fest. Für solche Studien werden Gelder verbrannt, das wäre besser in dem Ausbau aufgehoben!

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  2. Ist schon eine Freude mit dem Internet

    . Ich sitze direkt neben einer Universität und bekomme gerade einmal 128 kb/s. Weil der Verteilerkasten nicht mehr hergebe, wurde mir in einem ziemlich pampigen Ton auf Rückfrage mitgeteilt. Und Kabel Deutschland gibts hier auch nicht.....

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    Mit 128kb/s sind sie noch gut dran.
    Ich wohne grade mal 5 km ausserhalb von einer Universitätsstadt, und hier hat man grade so 49kb/s. Wie in einem Entwicklungsland kommt man sich hier vor ^^

  3. nach Möglichkeit zu einem Anbieter zu gehen, welche rate adaptive mode schaltet, anstatt den fixed rates der normalen Anbieter.

    Ich habe rund 14mbit/s netto durch RAM, anstelle der 6mbit/s fixed vorher.

    Die "bis zu" Praxis allerdings sollte mittlerweile bekannt sein..

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  4. Hier bei uns und das wohlgemerkt auf dem Dorf, haben wir seit letzten Jahres eine 50 k Leitung von der Gruppe Stadtwerke Ortsnetz und als wenn das nicht schon genügend würde, haben die ohne den Preis zu erhöhen auf 100k erhöht. Schönes Klempau :)

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  5. Mit einer Verpflichtung auf Angaben von "mindestens" anstelle von "bis zu" wäre im Sinne des Verbraucherschutzes schon eine ganze Menge gewonnen.

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    denn dann würde sowas dastehen

    aDSL16k* (*mindestens 1k), anstatt aDSL16k* (*bis zu 16k).

  6. denn dann würde sowas dastehen

    aDSL16k* (*mindestens 1k), anstatt aDSL16k* (*bis zu 16k).

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    ...dass der Kaufanreiz gleich mal viel niedriger wäre ;)

  7. ...dass der Kaufanreiz gleich mal viel niedriger wäre ;)

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    Antwort auf "Wohl kaum,"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, rav
  • Schlagworte Behörde | Bundesnetzagentur | Chef | DSL | Internet | Studie
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