Der US-Student Cody Wilson musste die Baupläne für eine funktionsfähige Pistole aus einem 3-D-Drucker von seiner Homepage entfernen. Die Dateien seien auf Bitten der Behörden dem öffentlichen Zugriff entzogen worden, teilte Defense Distributed mit, die Firma des 25-jährigen Jurastudenten aus Texas.

Die Abteilung für Waffenexportkontrolle des Außenministeriums hatte Wilson einen Brief geschrieben, in dem sie ihm erklärte, die Druckpläne zunächst auf Vereinbarkeit  mit den Regelungen des internationalen Waffenhandels (ITAR) prüfen zu wollen. Möglicherweise verstießen Wilson und Defense Distributed also mit der Veröffentlichung der Pläne gegen Waffenexportkontrollen.

"Bis auf Weiteres beansprucht die Regierung der Vereinigten Staaten die Kontrolle über die Informationen für sich", hieß es auf der Website Defcad.org. Allerdings waren die Blaupausen an anderer Stelle im Netz auch am Freitag noch verfügbar, etwa auf den Seiten von Pirate Bay oder Mega. Wer die Dateien in den vergangenen Tagen herunterladen wollte, wurde von Defcad.org ohnehin auf den Cloudspeicherdienst von Kit Dotcom weitergeleitet. 

Insgesamt sollen die Pläne schon in den ersten zwei Tagen nach Veröffentlichung rund 100.000 Mal heruntergeladen worden seien, berichtet das Magazin Forbes. Wilson kennt das Phänomen auch schon: Als er die Druckpläne für den Rahmen eines Sturmgewehrs in Umlauf brachte, wurden diese immer wieder von den Betreibern der einschlägigen Foren entfernt, nur um kurz darauf anderswo wieder aufzutauchen. "Das ist genau die Diskussion, die ich will", sagte Wilson nun dem Magazin Forbes. "Kann so ein Regulierungsmodell funktionieren? Gibt es Waffenexportkontrollen im Zeitalter von Internet und 3-D-Druckern?"

Mit den aktuellen Dateien ist es möglich, eine scharfe Pistole mit einem handelsüblichen 3-D-Drucker nahezu komplett aus Kunststoff herzustellen. Lediglich für den Schlagbolzen wird ein einfacher Nagel aus dem Baumarkt benötigt. Die Waffe ist daher auch kaum bei Sicherheitskontrollen durch Metalldetektoren aufzuspüren.

Wilson hatte die Pistole mit dem Namen Liberator, die er mit einem bei eBay erworbenen gebrauchten 3-D-Drucker hergestellt hatte, in der vergangenen Woche zumindest ein Mal erfolgreich abgefeuert.