Bundestagswahl : Sascha Lobo startet Twitter-Barometer zur Bundestagswahl

Im Wahljahr will der Blogger Sascha Lobo über Twitter verfolgen, welche Parteien dort am besten ankommen. Er hofft auf unmittelbare statt repräsentative Ergebnisse.
Der Blogger und Autor Sascha Lobo © Sean Gallup/GettyImages

Der Autor und Blogger Sascha Lobo will mit einer neuen Webseite vor der Bundestagswahl die politische Stimmungslage unter Twitter-Nutzern messen. Das  von ihm mitentwickelte Twitterbarometer erfasst Äußerungen, die Nutzer mit den Parteikürzeln als Schlagwort versehen haben, sagte Lobo. 

Mit einem "+" oder "-" hinter dem Parteinamen können die Twitterer ihre Zustimmung oder Ablehnung ausdrücken. So entstehen Kombinationen wie "#FDP+", wenn jemand etwas Positives über die Liberalen schreiben will. Die jeweils aktuelle Stimmung wird auf der Seite des Barometers in einer Grafik dargestellt.

"Das funktioniert nur, wenn viele Tausend Twitter-Nutzer da auch mitmachen", sagte Lobo. Er sei aber zuversichtlich, dass viele Nutzer künftig ihre Nachrichten mit den Meinungs-Hashtags versehen würden. Im Twitterbarometer werden nur Nachrichten mit entsprechenden Hashtags einbezogen.

Die Webseite habe er gemeinsam mit dem Unternehmen Buzzrank entwickelt, das die Aktivität in sozialen Netzwerken analysiert. Bereits im Wahljahr 2009 hatte Lobo ein ähnliches Projekt gestartet, damals hatte Twitter allerdings deutlich weniger Nutzer.

Stimmungsbild in Echtzeit erhofft

Inzwischen verschicken die weltweit 200 Millionen Twitter-Nutzer nach Angaben des Unternehmens mehr als 400 Millionen Nachrichten pro Tag. Zur US-Wahl erstellte Twitter selbst aufwendige Meinungsanalysen. Der "Political Index" des Netzwerks sollte mithilfe eines speziell dafür entwickelten Algorithmus messen, ob Twitter-Nutzer sich positiv oder negativ über Präsident Barack Obama oder seinen Herausforderer Mitt Romney äußerten.

Repräsentativ für die Gesamtbevölkerung werde sein Projekt jedoch nicht sein, schränkt Lobo ein. Das deckt sich mit den Erfahrungen in den USA: Dort wich die Stimmung unter den Twitter-Nutzern rund um politische Ereignisse oft deutlich von Ergebnissen in Meinungsumfragen ab.

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Kommentare

16 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Kleinwalstertal

Puh, muss mich leider outen, aber was bedeutet die Abkürzung k.w.T.? Kleinwalsertal, Kälte-Wärme-Technik, Kuweit?

Aber abgesehen davon, ich hasse Krieg, Diskriminierung, Verbrechen....ok, Sascha Lobo nicht. Zu unwichtig. "Hass" kann auch als Position verstanden werden und Sascha Lobo polarisiert sicherlich. Also lasst die Leute ihn doch Scheiße finden. Man kann ja nicht immer nur alle abnicken. Meinungen und Geschmäcker sind halt unterschiedlich. Ok, ist jetzt wirklich 'ne Binsenweisheit ;-)

Auch wenn sich manche für den Nabel der Welt halten...

...muss das nicht stimmen.

Zum einen wird im Artikel selbst darauf hingewiesen, dass diese Visualisierung nicht repräsentativ ist und außerdem ist nicht die Beteiligung aller Menschen notwendig um repräsentative Daten zu bekommen. Wegen ersterem Punkt geht Ihre Kritik allerdings sowieso ins Leere.

Das Projekt passt zu dem, was Lobo auf der re.publica sagte: Die Netzgemeinde muss erkennen, dass Netzpolitik vor allem Politik ist und von ihren Maximalforderungen weg kommen. Außerdem muss sie machen (und sich nicht auf Shitstorms beschränken). Dieses Projekt wird sicher gut zeigen was im Netz wichtig ist und worüber diskutiert wird.

Ciao Krisse - auch ohne Twitter und dennoch interessiert