Microsoft : Windows 8.1 ist eine kleine Rolle rückwärts

Microsoft hat Neuerungen an seinem Betriebssystem Windows 8 vorgestellt. Wird das die verärgerten Fans des alten Designs besänftigen? Experten sind skeptisch.
Oberfläche des neuen Microsoft Betriebssystems Windows 8.1 © Microsoft/dpa

Es war ein Eingeständnis, für das Microsoft viel Häme einstecken musste. Anfang Mai hatte der Softwarekonzern eingeräumt, dass das Prestigeprojekt Windows 8 bei vielen Kunden durchgefallen war. Sie kamen mit der völlig neu gestalteten Kachel-Oberfläche des Betriebssystems nicht klar – und Microsoft versprach, noch einmal nachzuarbeiten.

Am Donnerstag nun hat Microsoft-Manager Antoine Leblond im Firmenblog beschrieben, wie die überarbeitete Version von Windows 8 – nun Windows 8.1 genannt – bald aussehen wird. Eine der wichtigsten Neuerungen: Der Start-Knopf links unten am Bildschirmrand, 18 Jahre lang ein kaum wegzudenkendes Element, wird zurückkehren.

Es soll zwar kein Knopf mehr sein, sondern nur noch ein Windows-Logo. Dennoch liefert er dem Nutzer die gewohnte Orientierung: Hier komme ich überall hin und finde mich wieder zurecht. Künftig kann man über die Start-Funktion die gesamte Kachel-Optik abschalten und zum gewohnten Windows-Desktop zurückkehren.

Weitere Neuerungen: Windows 8.1, das bislang unter dem Codenamen "Blue" lief, soll viel stärker als bisher personalisierbar sein. Mit dem Betriebssystem wird der Internet Explorer 11 geliefert, Dateien sollen direkt in der SkyDrive-Cloud – einem Datenspeicher im Internet – abgelegt werden können und jederzeit auf verschiedenen Geräten verfügbar sein. Zudem wurden die Suche über Bing und die Darstellung der Suchergebnisse optimiert. "Es ist ein noch besseres Windows 8", schreibt Leblond. Windows 8.1 werde die "nächste Generation von PCs, Tablets und einer ganzen Reihe von Geräten bedienen".

Viele Nutzer sind überfordert

Mit dem Update versucht Microsoft, die Begeisterung für seinen Software-Klassiker neu zu wecken. Der Konzern hatte seinen Kunden beim Start von Windows 8 im Oktober 2012 eine Menge zugemutet: Die neueste Generation des Betriebssystems hatte mit den Vorgängern kaum noch etwas gemein – die Optik mit den vielen bunten Kacheln war die Antwort auf die neue Nutzer-Logik von Smartphones und Tablets.

Die Verantwortlichen am Firmensitz in Redmond hatten den Aufstieg der Mobilgeräte lange verschlafen und mussten eine Software liefern, die sowohl in der mobilen Welt funktioniert als auch bei den guten alten PCs mit Tastatur und Maus. Das Windows-8-Design sollte diese Brücke sein.

Allerdings waren offenbar viele Nutzer damit überfordert, die Beschwerden häuften sich. "Wir haben erkannt, dass es heute noch viele Geräte ohne Touch-Display gibt – vor allem im kommerziellen Bereich", schrieb nun Leblond. Kunden, die das alte System gewohnt sind, wolle man nun mit dem Update die Navigation auf dem neuen System erleichtern.

Es ist allerdings nicht so, dass die Verkaufszahlen von Windows nach der Einführung der neuesten Version eingebrochen wären: Mehr als 100 Millionen Lizenzen hat Microsoft nach eigenen Angaben seit Oktober verkauft – etwa so viel wie vor drei Jahren bei Windows 7.

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Kommentare

44 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Ganz genau

Win8 ist ein super Betriebsystem für Tablets und der gleichen oder für leute die ein Toughscreen ihr eigenen nennen können

in dem bereich ist die benutzerführung auch sehr vorbildlich

jedoch die reinen desktop anwender und davon gibt es nachweislich noch eine ganze menge die wurden vor den kopfgestoßen und fühlen sich wie kunden zweiter klasse den der desktop war nurnoch eine app

der große kritikpunkt weswegen viele firmen win8 ablehnen wird übrigens nicht in diesem sinne verbessert

der appstore den der ist vielen firmen unteranderem valve ein dorn im auge

letztlich muss ich sagen danke für win8 den win8 hat das geschafft was kein system vorher geschafft hat es hat firmen zum umdenken gebracht und wenn valve erfolg hat gibt es vieleicht endlich mal konkurrenz auf dem markt der betriebsysteme den im moment ist es recht eintönig

für home anwender die auch mal spielen wollen die kommen im schnitt nicht an windows umher es wurde zwar durchaus für mac os einiges portiert aber mac os ist fast auschließlich auf mac systemen zu finden

vieleicht wird so endlich die linux sparte aktraktiver und endlich auch mal massentauglich

den linux ist schon lange nicht mehr nerds vorbehalten

Nutzer sind zu doof

Microsoft hat einen Fehler gemacht. Nämlich den, ein Betriebssystem zu schaffen, das eine Neuerung ist und an die Zukunft angepasst. Dass viele Nutzer da von benutzerunfreundlich reden kann ich überhaupt nicht verstehen. Das kann nur daran liegen, dass die neue Benutzeroberfläche einfach nicht mehr das ist, was der Benutzer in langer Arbeit erlernen musste.
Was die Vollbildanwendungen betrifft, so ist das bei Tablets sehr praktisch. Aber auch an die PCs hat MS da gedacht: man kann die Apps auf großen Monitoren kleiner machen und mehrere Dinge gleichzeitig nebeneinander öffnen. Zum Beispiel kann man am Desktop arbeiten und nebenbei seine Mailapp ansehen.
Meiner Meinung nach ist Windows 8 das beste Windows, nur dass die Leute nichts neues wollen.

Selbst die MS Promoter meckern.

Ich habe bei einer Vorführung von Windows 8, den jungen Mann gebeten mein Arbeitsalltag zu simulieren. Öffne MS Outlook, 3-4 Mails, 2 Exceltabellen, eine Präsentation und einige Worddokumente, SAP-Fenster war logischerweise nicht möglich. Lasse das Telefon klingeln und wechsele während des Gespräches zwischen den Anwendungen um die nötigen Infos abzurufen. Ohne Touchscreen nur mit Maus und Tastatur. Was ich sah war ein wildes geklicke von einem geschulten Promoter von MS. Man sollte nicht die Bedürfnisse bestimmter Anwendergruppen vergessen. Meinen Neffen kommen gänzlich ohne Tastatur aus. Ich schreibe noch richtige Sätze auf dem Desktop.