Der US-Internetkonzern Yahoo will die Suchmaschinen-Partnerschaft mit Microsoft auflösen und einen Pakt mit Google schließen. Das Unternehmen versuche, den im Jahr 2009 abgeschlossenen und auf zehn Jahre angelegten Vertrag zu beenden, berichten das Wall Street Journal und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Yahoo greift derzeit auf die Infrastruktur der Microsoft-Suchmaschine Bing zurück. Die eigenen Anstrengungen zur Entwicklung einer Suchmaschine wurden aufgrund des Deals mit Microsoft aufgegeben. Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer sei jedoch unzufrieden mit den Ergebnissen der Microsoft-Partnerschaft, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Unter anderem seien die Werbeeinnahmen zu niedrig.

Der Windows-Konzern sperrt sich jedoch gegen ein vorfristiges Ende, heißt es weiter. Dem Vertrag zufolge könne ein Partner erst ab 2015 aussteigen. Es gebe zwar Klauseln, die eine vorfristige Auflösung ermöglichten – etwa wenn Microsoft Bing verkaufe oder schließe. Auch könne Yahoo die Partnerschaft aufkündigen, sollten die Werbeeinnahmen pro Suchanfrage weniger als 40 Prozent des Google-Durchschnitts betragen. Allerdings sei unwahrscheinlich, dass sie so tief sinken.

Im Jahr 2008 wehrte Yahoo eine Übernahme durch Microsoft ab, 2009 schloss das Unternehmen aber das Suchmaschinenbündnis mit dem Softwarekonzern. Die Einnahmen aus dieser Kooperation fielen aber noch geringer aus, als bei der zuvor eingesetzten und bereits wenig erfolgreichen eigenen Suchmaschine. 

Angebot von Google schon eingeholt

Im Februar forderte die von Google zu Yahoo gewechselte Konzernchefin Marissa Mayer mit klaren Worten, Microsoft müsse den Marktanteil von Bing deutlich steigern, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Mayer habe bereits eine mündliche Zusage für eine Kooperation mit ihrem früheren Arbeitgeber Google eingeholt, schrieb Bloomberg. Sie hatte bei Google zeitweise selbst das branchenführende Suchmaschinen-Geschäft verantwortet. Google erwirtschaftet den größten Anteil seiner Erlöse aus dem Werbegeschäft.