Apple gegen Amazon : War Apple Preistreiber oder Wohltäter?

Apple steht in den USA vor Gericht, weil Steve Jobs mit Verlagen verabredet haben soll, E-Books teurer zu machen. Die Firma findet den Vorwurf der Kartellbildung absurd.
Steve Jobs stellte 2010 das erste iPad vor. Weil er dort auch E-Books anbieten wollte, verhandelte er mit Verlagen feste Preise. © REUTERS/Kimberly White

Apple-Chef Tim Cook muss vor Gericht erscheinen und über die Preispolitik des Unternehmens bei E-Books aussagen. Denn Apple ist vom amerikanischen Justizministerium verklagt worden. Die Firma soll Verbraucher und Konkurrenz geschädigt haben. Bei der Einführung seines iPads habe Apple auf Preisabsprachen gedrängt, um die Preise für E-Books in seinem Shop erhöhen zu können, so der Vorwurf. Apple hingegen findet, es habe geradezu Gutes getan und den damals von Amazon dominierten Markt für E-Books geöffnet.

Fünf der sechs großen amerikanischen Verlage machten bei der Absprache mit. Sie alle haben dafür inzwischen Vergleiche mit der Regierung akzeptiert und mehrere Millionen Strafe gezahlt. Apple jedoch bestreitet, ein Kartell gebildet und angeführt zu haben, daher wird der Fall seit Mittwoch vor einem New Yorker Gericht verhandelt.

Dazu soll auch Cook aussagen. Wie die Financial Times berichtet, schrieb er dem Gericht jedoch in einem Brief, dass er zu dem Fall nichts beitragen könne und dass er mit Firmengründer Steve Jobs nie darüber geredet habe. Andere Mitarbeiter seien da besser informiert.

Das Kartell habe die Verbraucher Hunderte Millionen Dollar gekostet, argumentierte der Anwalt der Regierung, wie Businessweek aus dem Verfahren zitiert. Apple hingegen ist sich keiner Schuld bewusst. Die Anklage sei bizarr, sagte der Anwalt des Unternehmens in seinem Statement. Man habe im Gegenteil den Verbrauchern geholfen und den von Amazon dominierten Markt für E-Books geöffnet.

Amazon verkaufte Bücher mit Verlust

Als Apple 2010 sein iPad erstmals anbot, beherrschte Amazon das Geschäft mit digitalen Büchern. Der Online-Einzelhändler verkaufte aktuelle Bestseller für seine Kindle-Lesegeräte zum Preis von 9,99 Dollar und damit sehr viel billiger als die Konkurrenz. Die Verlage profitierten durchaus von diesem Angebot, da Amazon ihnen mehr als diesen Preis dafür zahlte und den Verlust in Kauf nahm, um Marktanteile zu gewinnen. Ein Fakt, der nun erst durch den Prozess bekannt geworden ist.

Die Verlage waren trotzdem nicht glücklich über diesen Deal. Sie fürchteten, die Käufer würden sich schnell an diese niedrigeren Preise gewöhnen und höhere künftig nicht mehr akzeptieren. So waren sie schnell bereit, Apples Vorgaben zu akzeptieren  – die auf der gemeinsamen Übereinkunft basierten, dass keine der beiden Seiten einen Verlust machen solle.

Unter der Regie von Steve Jobs einigte sich der Konzern mit den Verlagen auf ein sogenanntes Agentur-Modell, von der Idee der deutschen Buchpreisbindung nicht unähnlich. Dabei bestimmen die Verlage den Preis, nicht die Buchhändler, wie sonst in den USA üblich. Apple sicherte sich außerdem seine Kommission von 30 Prozent.

Der Ton dabei war nicht unbedingt freundlich, beide Seiten bezeichneten sich in den Verhandlungen gegenseitig als dämlich und als Idioten, wie im Verfahren vorgelegte E-Mails zeigen.

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Kommentare

7 Kommentare Kommentieren

Es mag einigen Apple-Hassern nicht gefallen, das zu hören,...

... aber es gibt immer auch Parteien, die bei den Preisabsprachen von Kartellen profitieren.

Tatsächlich hat Jobs einen tollen Weg gefunden, dass Amazon die Bücher nicht billiger anbieten kann als im Apple-Shop. Er war eben nicht nur genial sondern auch ein sehr guter Geschäftsmann.

Und zu den Millionen, die die Buchkäufer mehr bezahlen mussten, kann man nur sagen: Hätten sie mal lieber ab und zu eine Apple-Aktie statt ein Buch gekauft, müssten sie jetzt nicht rumjammern.

netter versuch

aber es nützt nichts....denn es ist wie immer..sobald auch nur ansatzweiße kritik an apple dem gebahren dieser firma geäusert wird..holen die selbsternannte wahrheitshüter ..auch bekannt als apfel fan-boys und apfel fan-girls die APFEL-HASSER KEULE raus....die dann locker aus dem handgelenk heraus gezogen wird.....und den kritikern regelmäßig virtuell um die ohren gehauen wird..weil nicht sein kann was nicht sein darf......der apfel.und kartellabsprachen..niemals....der apfel sind menschfreundlich und wahrer der freiheit...deswegen arbeiten und leben ja die arbeiter ,die für apfel die geräte herstellen in abgeschlossen fabrikationshallen und wohnheimen..die sie nur mir begleitung verlassen dürfen..dies geschieht nur aus reinster menschenliebe..wie alles was der spfelmacht aus deisem grund geschieht..undalle die das kritisieren..sind eben ..wiegesagt..APFEL HASSER.... ist dochschön wenn man ein so einfaches weltbild hat...damit lebt es sich viel besser..man selber ist der gute..alle anderen sind die bösen