Seit 29. Mai ist das illegale Streamingportal Movie2k nicht mehr erreichbar. Damit ist eine der wohl größten Seiten dieser Art verschwunden, nur um kurz danach an neuer Stelle wieder aufzutauchen. Denn seit dem 2. Juni ist Movie4k online. Es sieht genauso aus wie sein Vorgänger und bietet illegale Kopien von Filmen und Serien.

Der Hintergrund? Unklar. Möglicherweise sind die Betreiber umgezogen, um nicht von Ermittlern erwischt zu werden. Zumindest hat das Blog Torrentfreak recherchiert, dass der oder die Betreiber Movie2k selbst abgeschaltet haben. Einen Grund konnte das Blog nicht in Erfahrung bringen.

Es gibt aber einen zumindest zeitlichen Zusammenhang zu einem anderen Fall. Vor Kurzem wurde ein Mann verhaftet, der Tausende Filme kopiert und im Internet hochgeladen hat. Hologramm, wie er sich nannte, soll die vor längerer Zeit geschlossene Plattform kino.to ebenso mit Material versorgt haben wie die bis eben aktive Seite Movie2k.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden, die den Fall bearbeitet, hat nach eigenen Angaben weitere Ermittlungsverfahren gegen Uploader eingeleitet. Hologramm habe nicht nur gestanden, er kooperiere auch, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Möglicherweise ist sein Geständnis der Grund dafür, dass Movie2k mit seinen Servern nun von Rumänien auf die Jungferninseln umgezogen ist.

Auf der Seite haben der oder die Betreiber ein Statement für Fans und Gegner hinterlassen. Der Text ist etwas kryptisch. Es gebe ein "kollektives Bedürfnis nach kostenfreien Medien", heißt es dort, und die Verletzung von Urheberrechten werde härter bestraft als Kindesmissbrauch. Es folgt die Aufforderung, die Filmindustrie solle ihr Geschäftsmodell ändern und im Übrigen mögen bitte alle die Piratenpartei wählen. In dem Text wird schließlich gefordert: "Lasst uns den Kampf für ein freies Internet nicht aufgeben!" 

Profit ist das Motiv, nicht Netzfreiheit

Das klingt irgendwie nachvollziehbar, ist aber wohl vor allem eine Rechtfertigung des eigenen Tuns. Geht es solchen Portalen doch ganz offensichtlich vor allem um Geld. 

Ein sicheres Indiz dafür ist, dass sie ihre Kunden mit zweifelhafter und gefährlicher Werbung traktieren. Wer solche Streamingseiten besucht, hat eine gute Chance, sich Schadprogramme einzufangen oder auf sogenannte Abofallen hereinzufallen. Den Betreibern ist das offensichtlich egal.

Dass solche Portale lukrativ sind, zeigen Prozesse gegen die Verantwortlichen. Im April erst wurde der Betreiber von torrent.to zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Er habe damit in Spitzenzeiten monatliche Einnahmen im hohen fünfstelligen Bereich erzielt, zitieren Medien den Richter.

Der Gründer der wohl bekanntesten Plattform dieser Art, kino.to, soll 6,7 Millionen Euro damit verdient haben

Werbung für Piratenpartei

Dass hinter diesen Portalen kriminelle Organisationen stecken, bezweifelt niemand. Die Piratenpartei wird die Wahlwerbung bei Movie4k daher vermutlich nicht gern sehen. Führende Mitglieder der Partei haben solche Streaming-Angebote schon mehrfach verurteilt.

Nachtrag: Die Betreiber der Streamingseite haben die ursprüngliche URL Movie2k.to auf Server der deutschen Piratenpartei umgeleiten. Die URL verweist nun auf eine Seite, die die Piraten dort eingestellt haben und auf der sie Werbung für ihr Wahlprogramm machen.

Sie wüssten auch nicht, warum diese Umleitung zu ihnen geschaltet wurde, heißt es dort. Zitat: "Wir wissen nicht genau warum, aber wir gehen davon aus, dass die Verantwortlichen uns ermöglichen wollten, die Besucher auf die Probleme im aktuellen Urheberrecht hinzuweisen. Deswegen zeigen wir jetzt hier diese Infoseite."