3-D-Drucker werden derzeit vor allem darauf reduziert, dass sich mit ihnen Waffen oder Waffenteile herstellen lassen. Deshalb widmen sich auch Bundeskriminalamt und Bundespolizei "aktuell mit hoher Priorität der Thematik", heißt es in einer jüngst veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke.

Die Regierung nennt dabei erst "Gefahren, die von einer kriminell intendierten Nutzung dieser Technik" entstehen könnten – und dann Möglichkeiten. Wobei sich Letzteres auf die Nutzungsmöglichkeiten für polizeiliche Zwecke bezieht.

Zu den Gefahren gehören laut Bundesregierung selbst hergestellte Waffen, die mindestens als "Drohmittel" eingesetzt werden können, aber durchaus auch das "Potenzial für letale Verletzungen" mit sich bringen und deshalb zum Beispiel die Luftsicherheit gefährden könnten. Gemeint ist, dass die Sicherheitsbehörden fürchten, jemand könne zum Beispiel eine selbst gedruckte Plastikwaffe an Bord eines Flugzeugs schmuggeln.

Das BKA beschafft deshalb "derzeit einen 3-D-Drucker, um eigene Tests, insbesondere im Bereich 'Ausdruck von Waffen oder Waffenteilen' durchzuführen", heißt es in dem Dokument. Die Bundespolizei versuche herauszufinden, wie sie solche Teile etwa bei Sicherheitskontrollen am Flughafen erkennen kann.

Nicht nur die Behörden befassen sich mit selbstgedruckten Waffen. Auch ein Hersteller der Drucker macht sich Sorgen – wenn auch eher darum, haftbar gemacht zu werden, falls jemand ihre Produkte nutzt, um eine Schusswaffe herzustellen: Die dänische Firma Create It REAL hat kürzlich bekannt gegeben, eine Software für 3-D-Drucker entwickelt zu haben, die Bauteile von Waffen erkennt und deren Ausdruck unterbricht.

Jeremie Pierre Gay, der Chef der Firma, sagte in einem Interview, bei seiner Software handele es sich um eine Art Kontrollmöglichkeit für Eltern, damit ihre Kinder nicht versehentlich eine Waffe herstellten. Außerdem könne eine so gebastelte Waffe durchaus auch in der Hand explodieren, und der Nutzer könnte versuchen, den Hersteller des Druckers haftbar zu machen. Die Software von Create It REAL würde das von vornherein verhindern. 

Cody Wilson, der Erfinder der "Liberator" genannten Pistole aus dem 3-D-Drucker, hält die Argumentation für unsinnig. Niemand könne "versehentlich" eine Waffe drucken – schon allein, weil sie aus mehreren Einzelteilen bestehe, die zusammengesetzt werden müssten. Außerdem dauere so etwas mehrere Stunden, da falle nicht plötzlich eine Pistole aus dem Drucker.