3-D-Drucker : Software soll das Drucken von Waffen verhindern

Die Behörden sind beunruhigt: Mit einem 3-D-Drucker lassen sich Waffen herstellen, die zur Bedrohung werden können. Eine Filtersoftware soll das unterbinden.

3-D-Drucker werden derzeit vor allem darauf reduziert, dass sich mit ihnen Waffen oder Waffenteile herstellen lassen. Deshalb widmen sich auch Bundeskriminalamt und Bundespolizei "aktuell mit hoher Priorität der Thematik", heißt es in einer jüngst veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke.

Die Regierung nennt dabei erst "Gefahren, die von einer kriminell intendierten Nutzung dieser Technik" entstehen könnten – und dann Möglichkeiten. Wobei sich Letzteres auf die Nutzungsmöglichkeiten für polizeiliche Zwecke bezieht.

Zu den Gefahren gehören laut Bundesregierung selbst hergestellte Waffen, die mindestens als "Drohmittel" eingesetzt werden können, aber durchaus auch das "Potenzial für letale Verletzungen" mit sich bringen und deshalb zum Beispiel die Luftsicherheit gefährden könnten. Gemeint ist, dass die Sicherheitsbehörden fürchten, jemand könne zum Beispiel eine selbst gedruckte Plastikwaffe an Bord eines Flugzeugs schmuggeln.

Das BKA beschafft deshalb "derzeit einen 3-D-Drucker, um eigene Tests, insbesondere im Bereich 'Ausdruck von Waffen oder Waffenteilen' durchzuführen", heißt es in dem Dokument. Die Bundespolizei versuche herauszufinden, wie sie solche Teile etwa bei Sicherheitskontrollen am Flughafen erkennen kann.

Patrick Beuth

Patrick Beuth ist Redakteur im Ressort Digital bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Nicht nur die Behörden befassen sich mit selbstgedruckten Waffen. Auch ein Hersteller der Drucker macht sich Sorgen – wenn auch eher darum, haftbar gemacht zu werden, falls jemand ihre Produkte nutzt, um eine Schusswaffe herzustellen: Die dänische Firma Create It REAL hat kürzlich bekannt gegeben, eine Software für 3-D-Drucker entwickelt zu haben, die Bauteile von Waffen erkennt und deren Ausdruck unterbricht.

Jeremie Pierre Gay, der Chef der Firma, sagte in einem Interview, bei seiner Software handele es sich um eine Art Kontrollmöglichkeit für Eltern, damit ihre Kinder nicht versehentlich eine Waffe herstellten. Außerdem könne eine so gebastelte Waffe durchaus auch in der Hand explodieren, und der Nutzer könnte versuchen, den Hersteller des Druckers haftbar zu machen. Die Software von Create It REAL würde das von vornherein verhindern. 

Cody Wilson, der Erfinder der "Liberator" genannten Pistole aus dem 3-D-Drucker, hält die Argumentation für unsinnig. Niemand könne "versehentlich" eine Waffe drucken – schon allein, weil sie aus mehreren Einzelteilen bestehe, die zusammengesetzt werden müssten. Außerdem dauere so etwas mehrere Stunden, da falle nicht plötzlich eine Pistole aus dem Drucker.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

68 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Drucker ?

Schon ml versuchet einen € Sschein mal ebend einzuscannen und aus eine Glükwuntskarte zu drucken ?

Dann werdern sie fesstellen das solche Filter eigentlich rect gut funktionieren, allerdings sind Waffenteile ein bischen vielfältiger. Aber wenn die Leute sagen sie hätten einen algoritmus heraus der das kann, kann man ihn ja auch öffentlich testen.

Ansonsten ist es wohl jeden klar das solche Drucker ein bischen eingeschränkt werden müssen, da wenn man alles herstellen kann auch das herstellen kan was illegal ist oder moralisch faltsch.

Also hoff ich mal das sie eine Regelung finden wird wie man die Drucker benutzen kann in der Befölkerung ohne all zu viel Enschränkungen dabei beachten zu müssen.

Hallo Herr Grabowski,

nicht ganz. Die Masse der Patronen besteht zwar noch aus Metallhülsen, aber die Fa. Steyr hat schon 1990 funktionierende Plastikhülsen vorgestellt. Es geht also, war wohl nur zu teuer.

Ebenso Geschossteile aus Kunststoff.

Wegen der besseren Raumausnutzung hat es sogar den Anschein das sich die Plastikhülsen besser zur Füllung mit selbst laborierten Treibmitteln eignen als die konventionellen Messinghülsen.

Lieber Herr Grabowski,

na ja, wenn man ganz konventionell den "Arbeitserfolg" in den Vordergrund stellt sollte eine dieser so hochgefährlichen "Terrororganisationen" ja weniger Kosten scheuen.

Es sei denn dort wird ein frühzeitiges Scheitern bewußt einkalkuliert.

Schließlich versprechen die hochwertigen metallfreien Werkstoffe doch auch mehr als zuverlässige Kurzwaffen welche den Metallversionen praktisch nicht nachstehen?

Sicher besser als sich einen Fingerkiller auszudrucken?

Jedenfalls halte ich vom technischen Standpunkt dieses "Druckertheater" für völlig überzogen und inhaltlich um mindestens 20 Jahre zu spät, wenn man die Bedrohungseinschätzung auf metallfreie Werkstoffe an sich abstellt.

Kindergarten halt.

Peter