Die US-Regierung nimmt die virtuelle Währung Bitcoin zunehmend ernst: Die New Yorker Behörde für Finanzdienstleistungen hat rund zwei Dutzend Firmen, die mit dem Bitcoin-System in Verbindung gebracht werden, eine Anordnung (engl. subpoena) auf Herausgabe geschäftlicher Daten zugestellt.

Wie das Wall Street Journal berichtet, möchte die Behörde Einsicht bekommen in die Geschäftspraktiken der Unternehmen. Man interessiert sich dafür, wie sie Geldwäsche vorbeugen, ihre Kunden schützen und welche Investment-Strategien sie haben.

Damit greift eine wichtige bundesstaatliche Stelle der Bankenregulierung in die Bitcoin-Wirtschaft ein. Der Schritt verdeutlicht, dass die USA Geschäfte mit dem digitalen Zahlungsmittel nicht mehr länger unreguliert lassen wollen.

Die Finanzaufsicht wendet sich an große Namen der Branche, darunter Coinbase Inc., BitInstant und Coinsetter. Coinbase bewirbt sich selbst als "digitale Brieftasche", über die Kunden sicher Bitcoins kaufen und für Transaktionen verwenden können. Bitinstant ist eine Firma, die den schnellen Transfer der Digitalwährung ermöglichen will. Coinsetter ist eine Handelsplattform für Bitcoins. Auch die Winklevoss-Zwillinge, bekannt aus ihrem Rechtsstreit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, haben in Bitcoin-Firmen investiert und müssen jetzt Daten herausgeben. Die Aufforderung, dies zu tun, impliziert juristisch gesehen aber erst einmal keinerlei Fehlverhalten des Empfängers.

Bitcoins sind eine alternative Währung, die unabhängig von Banken und Politik entstanden ist. 2009 wurde sie von einem unbekannten Programmierer oder einem Team aus Programmierern unter dem Pseudonym "Satoshi Nakamoto" entwickelt. Für die Ausgabe ist dabei keine Zentralbank verantwortlich, welche die Menge des in Umlauf befindlichen Geldes reguliert und so Inflation oder Deflation beeinflusst. Computerbesitzer selbst können Bitcoins durch das sogenannte "Mining" erzeugen.

Richter nennt Bitcoin eine Währung

Wie viel ein Bitcoin wert ist, unterliegt extremen Schwankungen. Zuletzt ist der Kurs aber stark gestiegen. Wurden im Sommer 2012 noch fünf Dollar für eine Münze bezahlt, liegt dieser Wert am heutigen Tag laut Online-Handelsbörse Bitcoin.de bei 103,50 Dollar, umgerechnet rund 74 Euro. 

Die aktuelle Anordnung des New York Department of Financial Services zielt in die gleiche Stoßrichtung wie die Einschätzung eines texanischen Bezirksgerichts in der vergangenen Woche. Im Prozess gegen den Bitcoin-Hedgefonds BTCST (Bitcoin Savings and Trust) hatte der zuständige Richter Amos Mazzant in einem Memorandum festgestellt: "Es ist offensichtlich, dass Bitcoins als Geld verwendet werden können."