Wer ins Internet geht und etwas sucht, steuert meist Google an. Dabei verstehen viele Nutzer nicht, wie die Suchmaschine funktioniert. Das hat eine Studie der Universität Mainz ergeben. 

92 Prozent der deutschen Internetnutzer verwenden zumeist Googles Suchmaschine. Damit hat Google eine Monopolstellung auf dem deutschen Markt. Dennoch wissen nur wenige, dass Google die Suchergebnisse auf die Nutzer zuschneidet, indem es die Ergebnisse einer neuen Suche den bisherigen Suchvorgängen anpasst.

Dieser Wissenslücke steht die Selbsteinschätzung der Benutzer gegenüber: Beim Umgang mit Google hielten sich die Befragten für kompetenter, als sie es tatsächlich waren. 48 Prozent der Befragten schätzten ihre eigenen Fähigkeiten in Bezug auf Google als gut ein, 18 Prozent sogar als sehr gut. Bei einem formalen Wissenstest über das Zustandekommen der Trefferlisten und Tricks bei der Suche schnitten allerdings nur 31 Prozent mit gut ab, und nur 2 Prozent mit sehr gut.  

Dass viele das Prinzip der Personalisierung von Suchergebnissen nicht verstehen, belegen auch ihre widersprüchlichen Angaben: Sie lehnen die Speicherung ihrer Daten explizit ab, finden es aber gleichzeitig begrüßenswert, das die Suchergebnisse auf sie zugeschnitten werden. Dabei kann Letzteres ohne die Datenspeicherung kaum funktionieren.

Mangelndes Problembewusstsein bei jungen Nutzern

"Die Studienergebnisse belegen ein mangelndes Problembewusstsein und einen weitgehend unkritischen Umgang mit Google, insbesondere bei Nutzern unter 30 Jahren", teilt die Universität Mainz mit.

Für die interdisziplinäre Studie wurden Ende Mai Internetnutzer zwischen 16 und 82 Jahren mittels eines Onlinefragebogens befragt. Die Studie mit 1.012 Befragten ist repräsentativ für Nutzer in Deutschland. Aus ihren Ergebnissen leiten die Mainzer Forscher die Forderung ab, Suchmaschinen stärker als bisher medienrechtlich zu regulieren.