TorAngriff auf die Nutzer des Darkweb

Das Tor-Netzwerk galt als letzte Bastion des unkontrollierbaren Internets. Nun wurden Nutzer offenbar durch Malware deanonymisiert. Steckt das FBI dahinter? von 

Tor-Browser

Über den Tor-Browser bekommen Internetnutzer Zugang zu den sogenannten Hidden Services im Tor-Netzwerk.  |  © Patrick Beuth / ZEIT ONLINE

Was im Darknet, dem "dunklen Teil" des Internets, geschieht, dringt eher selten in den Bereich herüber, den seine Nutzer etwas abschätzig das clear net nennen, das normale Internet. Am Wochenende war das anders, da schwappte die Aufregung über: "In einer Razzia, die das FBI mit der Jagd nach Pädophilen begründet, wurde die Hälfte der Websites im Onion-Netzwerk kompromittiert", schrieb zum Beispiel der Hacker S.H.G._Nackt auf Twitter. Viele ähnlich lautende Meldungen machen die Runde. Der Tenor: US-Ermittler scheinen einen Schlag gegen Angebote im anonymen Tor-Netzwerk zu führen, auch Onion Net genannt.

Tor- oder Onion-Netzwerk, das meint die sogenannten Hidden Services, Websites mit kryptischen Adressen wie http://idnxcnkne4qt76tg.onion, die nur über den Anonymisierungsdienst Tor erreichbar sind und deren Betreiber im Normalfall ebenso anonym sind wie seine Besucher. Weil es oft Angebote wie The Silk Road sind, ein Handelsplatz für illegale Drogen, oder auch Kontaktseiten zu angeblichen Auftragskillern oder Seiten mit Bildern und Videos von Kindesmissbrauch, wird dieser Teil des Internets auch Darknet oder Darkweb genannt.

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Die Hidden Services werden allerdings auch von Medien wie dem Magazin New Yorker genutzt, um mit Informanten in Kontakt zu bleiben, oder von Dissidenten, die Material unbemerkt an der Zensur vorbei veröffentlichen wollen. Das Tor-Netzwerk galt als einer der letzten mehr oder weniger unkontrollierten Räume des Internets. Menschen wie S.H.G._Nackt fürchten, dass sich das gerade ändert.

Was ist geschehen? Sicher scheint bislang, dass der 28-jährige Eric Eoin Marques in Irland unter dem Vorwurf verhaftet wurde, er habe bei der Verbreitung von Kinderpornografie im Darknet eine wesentliche Rolle gespielt. Marques gilt als Gründer des Untergrund-Providers Freedom Hosting, der die Seiten sehr vieler Hidden Services hostet. Die USA bemühen sich um seine Auslieferung, Marques bleibt so lange in Haft.

Server erst kompromittiert, dann offline

Keine Fragen – so kann man die Geschäftspolitik von Freedom Hosting beschreiben. Zwar haben Provider in den meisten Staaten das Privileg, dass sie für illegale Angebote auf ihren Servern nicht selbst haften müssen. Werden sie jedoch auf solche Angebote aufmerksam gemacht, müssen sie mit den Ermittlungsbehörden kooperieren und alle Daten bereitstellen, die zur Ergreifung der Täter führen. Nicht so bei einem Darknet-Provider: Da er sogar verbirgt, wo sich seine Server befinden, können offizielle Beschwerden gar nicht erst gestellt werden. Wie The Daily Dot berichtet, ging Marques sogar einen Schritt weiter und bot seinen Kunden seit Kurzem auch noch anonymisierte Zahlungsdienste an – Geldwäsche gegen Gebühr. Dies könnte ihm zum Verhängnis geworden sein. 

Das aber war nicht alles. Fast gleichzeitig mit dem Bekanntwerden der Verhaftung entdeckten Kunden von Marques, dass auf ihren Angeboten, also ihren Hidden Services, plötzlich ein verdächtiges Programm installiert war. Zusätzlich zu den eigentlich vorhandenen Inhalten lieferten die kompromittierten Angebote nun ein zusätzliches JavaScript aus, das offenbar ein Schadprogramm herunterladen soll – die Datenspur führt ins Netz des US-Providers Verizon, wie wired.com berichtet.

Einziges Ziel der Attacke war es offenbar, Tor-Nutzer zu deanonymisieren: Informationen über ihre Computer sollten an Tor vorbei ins clear net gesandt werden. Neben klar illegalen Angeboten wie einem Tauschnetzwerk für dokumentierten Kindermissbrauch soll auch Tormail von der Attacke betroffen sein, ein anonymisierter E-Mail-Dienst, der auf den Servern von Freedom Hosting lief. Später hieß es, fast die Hälfte aller Angebote im Tor-Netzwerk seien gar nicht mehr erreichbar – das FBI hat möglicherweise die Server von Marques abgeschaltet.

Leserkommentare
  1. Dass alle, die in die Überwachungssuppe spucken zu Staatsfeinden erklärt
    werden, wissen wir, seitdem Phil Zimmermann seine Software Pretty Good Privacy, einem Softwarepaket zur e-Mail-Verschlüsselung, veröffentlichte.

    Zimmermann kam glimpflich davon, es wurde damals drei Jahre lang ermittelt. Hätte Bradley Manning die Kriegsverbrechen die er bekannt macht selbst begangen wäre er heute ein freier Mann. So aber wird er die Sonne nier wieder sehen. Julian Assange, den Wikileaksgründer den wir für paranoid hielten, wird die Botschaft Ecuadors wohl nie wieder verlassen können. Wer hierzulande öffentlich zu Spaziergängen zu US-Geheimdienstzentralen einlädt bekommt Besuch von der Polizei - und muss am nächsten Tag auf dem Revier vorsprechen.

    Jetzt geht es also dem Ton-Netzwerk an den Kragen. Da es nicht fassbar ist wurde andere Möglichkeiten gefunden das Vertrauen zu beschädigen. Bei der NSA wird man sich die Hände reiben, wenn nun wieder mehr Nutzer offen und abhörbar ihre Webseiten aufrufen.

    Die USA senden derzeit eine einzige Botschaft aus: "Wehr euch nicht, ihr macht es nur schlimmer für euch". Diese Botschaft scheint anzukommen. In Deutschland fühlen sich nicht wenige von der Abhöraktion "behütet" statt "ausgeforscht"

    Ich will's wissen und wähle am 22. September Piraten in den Bundestag. Sonst spricht man in einigen Monaten von "längst widerlegen Vorwürfen".

    58 Leserempfehlungen
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    Nur wähle ich die Linke. Da gibt den Datenschutz zur sozialen Marktwirtschaft oben 'drauf

    ...und das mit hoher Wahrscheinlichkeit im Parlament.

    • jago84
    • 05. August 2013 16:53 Uhr

    Ich habe mich nun auch dazu entschlossen die Piraten zu wählen (naja, Anfang Juni..).Ich habe sie schon bei der letzten Wahl in Berlin gewählt, aber bald danach beschlossen, sie nicht weiter zu unterstützen. Zuviel Chaos usw., die Einwände hat man ja jetzt schon über und über gelesen.

    Allerdings wird mir immer klarer, dass ich die Frage nach Privatheit, Demokratie und Freiheit als einzig richtig relavante Themen bei der nächsten Wahl sehen kann. Vielleicht das erste Mal, das ich überhaupt denke, das ich unter allen Umständen wählen muss.
    Und so wie sich der Rest der Parteien aufführt, bleibt für mich schlussendlich keine andere Möglichkeit, als die Piraten zu wählen.

    Ich habe wirklich das Gefühl, das es darum geht die Demokratie zu verteigen. Und wenn immer ich das Wort in den letzten zwei Monaten aus irgendeinem Politiker- und manchmal auch Journalistenmund habe kommen hören, ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen.
    Also, vielleicht ist Wählen gehen nicht die grösste Aktion, aber immerhin vielleicht ein kleines Stückchen Bewegung.

    Ich will's wissen und wähle am 22. September Piraten in den Bundestag.

    Wählen sie lieber die Linke. Die hat ähnliche Forderungen bezüglich Netzpolitik und will sogar die Geheimdienste reformieren. Da ist es auch sicher, dass sie in den Bundestag kommt. Ich traue den Piraten nicht mehr, seitdem sie sich mit Personen wie Kissinger getroffen haben.

    http://www.heise.de/tp/bl...

    Tja, eigentlich müsste man bei den aktuellen Enthüllungen sofort die Piraten wählen. Eigentlich ... aaber:

    Was hört mein eigentlich von der Piratenpartei zu dem Thema? Gibt es die noch? Womit ist sie gerade beschäftigt? Sind die so darauf konzentriert, den Wahlkampf zu organisieren, dass sie völlig vergessen sich bei ihrem Kernthema zu Wort zu melden?

    Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, warum ich eine Partei wählen soll, die dermaßen in der Versenkung bleibt, wenn ihr Paradethema in sämtlichen Medien höchste Aufmerksamkeit geniesst. Das ist einfach nur noch ein Trauerspiel.

  2. Die Angst zerstört unsere Freiheit und macht Demokratie zur Hülle. Im Namen der Angst entwickeln die Geheimdienste ein nicht mehr zu kontrollierendes Eigenleben, während die Regierungen ahnungs- und machtlos sind und die Parlamente nicht wissen, welche Lügen man ihnen heute wieder erzählt.

    Dabei schwingt immer der Grundton mit: Das Internet ist ein rechtsfreier Raum, nicht zu kontrollieren, hier machen Menschen was sie wollen. Alles, was der Staat und die Geheimdienste nicht unmittelbar in der Hand haben, erscheint ihnen böse, bedrohlich, wird zum Werkzeug unserer vermeintlichen Feinde erklärt. Es fing an mit facebook, geht über verschlüsselte E-Mails und Onelinebanking, und nun muss natürlich die letzte Bastion des Anonymen fallen. Denn Anonymität ist grundsätzlich böse. Nicht verdächtig, sondern erwiesenermaßen böse. Nur wer anonym ist, will sich dem Zugriff entziehen.

    Die Angst vor dem Staat nimmt paranoide Zustände an (Otto Schily). Die Angst vor dem Bürger auch.

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  3. Nur wähle ich die Linke. Da gibt den Datenschutz zur sozialen Marktwirtschaft oben 'drauf

    ...und das mit hoher Wahrscheinlichkeit im Parlament.

    13 Leserempfehlungen
  4. Ich bin gegen rechtsfreie Räume , das betrifft auch das Internet. Bei Straftaten, und die gibt es im Internet zu tausenden, muss die Staatsanwaltschaft auch im Internet ermitteln dürfen. Ein völlig anonymes Internet steht rechtsstaatlichen Ermittlungen im Wege.

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    Wenn die Antwort von Seiten der Regierung oder ihrer Dienste ein Generalverdacht der Nutzer ist, dann ist mir ein anonymes Internet bei weitem lieber. Und auf der einen Seite Hackernagriffe auf die Internetpraesenz von Unternehmen oder Staat zu verurteilen und mit jahrelangen Haftstrafen zu belegen, auf der anderen Seite aber selbst Schadsoftware auf wer weiss wie viele Rechner zu laden, um doch noch irgendwie an Verbindungsdaten oder sonstiges zu kommen, ist Heuchelei vom Feinsten, bei der mir mal wieder der Hut hochgeht.

    sieh haben anscheinen etwas vollkommen missverstanden,
    das Internet ist kein rechtsfreier Raum, jedoch gelten in jedem Rechtsraum Rechtsstaatliche Prinzipien, wie eine Unschuldsvermutung und das Recht auf Privatsphäre, wie sie es in ihren eigenen vier Wänden haben.

    Oder im Umkehrschluss, sind sie damit einverstanden das die Polizei sämtliche Straßen in ihrer Umgebung absperrt, ein Ausgehverbot verhängt, jedem Bewohner das Haus durchsucht, uns sie fortan dazu zwingt permanent ein Ortungsgerät samt Wanze bei sich zu tragen damit man ihre Privatgespräche Aufzeichnen kann (was die meisten von uns freiwillig tun), um Pädophile zu fangen ?

    • dyx
    • 05. August 2013 17:15 Uhr

    ... zu sein ist ja eine sehr niedliche Meinung, wenn man in Deutschland gemütlich vor dem PC sitzt - zeigt aber auch einen eklatanten Mangel an Auseinandersetzung mit der Lage anderer Menschen. Gibt nämlich viele, die in den vielen nicht-Rechtsstaaten dieser Welt auf Anonymität absolut angewiesen sind. Sei es um ihres Überlebens willen, ihrer körperlichen Unversehrtheit, oder ihrer Freiheit.
    Sind nicht alles Junkies, Kinderschänder, Killer oder Al Qaida.

    Das Grundgesetzt legt Grenzen fest, die "der Staat" im Umgang und im Miteinander zu den Bürgern nicht überschreiten darf. Die Annahme dazu lautet: Ein Staat hat nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, während der Bürger bei der Wahrnnehmung seiner Rechte deutlich eingeschränkt ist.

    So erlegte sich die Verfassungsgebene Versammlung 1948 selbst Grenzen auf um den Einwohner und Bürger zu schützen. Dass diese Schranken notwendig waren ging aus der Herrschaft der NSDAP hervor, die den Staat und seine Bürger über die Einzelinteressen stellte.

    Betrachten wir das Buget des BND (oder gar das Buget der NSA), und die Möglichkeiten, die der 08/15 Windowsanwender heute hat sein System gegen Einbrüche abzusichern, entdecken wir eine deutliche Schieflage der Verhältnisse. Diese ist durch "keine rechtsfreien Räume" nicht mehr zu rechtfertigen!

    ...wenn der Abmahnanwalt am, unterstellt, ungenügenden Impressum ihrer Webseite seinen Reibach macht, dann zweifeln Sie an Vielem aber nicht an der Rechtsfreiheit. Das Internet war nie ein rechtsfreier Raum.

    Umgekehrt gilt das auch.
    Wer Böses tut, und Gutes will, ist trotzdem böse.
    Wer Kinder missbraucht, ist jedenfalls böse, auch wenn er vorgibt, diese zu lieben, Ihnen zu helfen, oder was auch immer.
    Wer Computer mit Schadsoftware infiziert ist jedenfalls böse, egal was er damit vorgibt erreichen zu wollen. Ob er damit gegen Böse kämpft oder damit Gute schützen will.
    Wer Unschuldige Menschen ausspioniert, ihre Kommunikation belauscht ist böse, egal was er vorgibt damit zu wollen.

    Wenn Staaten dies tun, die ja ein Gewaltmonopol haben, ist dies doppelt böse.

    Der Nährboden für diese staatlichen Exzesse ist die Angst, die vor allem in den USA schon immer treibende Kraft der Politik war.

    Die Angst vor dem Kommunismus, die Angst vor Verbrechen, die Angst vor dem Terror.

    Mit dieser Angst wird Alles und Jedes gerechtfertigt. "Trust us!" "Wir sind die Guten!" ist die Rechtfertigung für viele schlimme Verbrechen.

    Geheime Gesetze, geheime Gerichte und geheime Urteile derselben sind Merkmale einer Diktatur und nicht einer Demokratie.
    Diese zeichnet sich durch Transparenz und eine Achtung der MENSCHENrechte aus.
    Selbst die gibt es in den USA nicht, dort sind es nur "BÜRGERrechte" und die werden immer weniger.
    Und wir hier in Europa spilen mit, liefern zu und freuen uns, wenn sich die Amis die Finger schmutzig machen. Denn auch in unserer Politik ist das freie Netz ein Gespenst, das den Herrschenden Angst macht, weil sie es nicht verstehen.
    Sie wollen das Informatuionsmonopol zurück.

    Das Internet ist kein "Rechtsfreier Raum", es ist gar kein Raum, weil es nicht dinglich exestiert. Sondern nur in Bits und Bytes, also elektrischer Ladung. Würde man also alle Server dieser Welt vom Netz trennen, gäbe es gar kein Internet, also keinen "Raum" mehr.
    Genau so kann auch der Briefverkehr, das Telefonsystem oder Fernsehen und Radio kein "Raum" sein. Es ist (elektronische) Datenübertragung. Im Falle des Internets bzw. von Computern etwas komplizierter und auf vielen verschieden Dateiformaten und -Protokollen aufbauend, aber immer noch nur eine Art der Kommunikation.
    Und sicher kann man auch bei der Kommunikation miteinander Verbrechen begehen, z.B. illegale Dateien austauschen oder einen Hitman bestellen.

    Generation Web 2.0 hat gesprochen.
    Oder wie wir, die Jugend, immer genannt werden.

  5. wir nutzen alle Mittel um das Volk zu beherrschen, oder nach Druckkochtöpfen suchen könnte töricht sein.
    [...]

    Der nächste Schritt Wird Die Einführung Von INDECT Darstellen, über Rfid Chips reden wir lieber noch nicht [...].

    Maximale In­trans­pa­renz für die obere Klasse samt ausführender Organe, absolute Abschaffung der Privatsphäre für den Bürger ist das Motto der Stunde.

    Es ist schon erschreckend das ich mich verdächtig mache nur wenn ich no Script benutze, weil ich nicht mit Werbung und malware bombardiert werden möchte.
    Auf links verzichte ich diesmal weil alles anhand simpler Google Recherche nachweisbar ist.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie beim konkreten Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

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    bräuche ich. Online sind die am billigsten - aber ich will mich nicht verdächtig machen - man weiss ja mittlerweile, was man damit anstellen kann.
    Ich koche halt ohne Druck, das Gemüse kommt auch so gut.

    Das ist sicher nur der Anfang. Aber mein "wehret den Anfängen" kann ich noch so oft sagen....es wird verhallen

  6. Wird immer alles mögliche tun, um seine Bürger zu kontrollieren. Und das völlig unabhängig von der politischen Couleur. Um die ersehnte Freiheit zu haben, müssen wir mehr Unsicherheit d.h. Weniger Staat, Gesetze und Regulierungen in Kauf nehmen. Politische Parteien (ob links oder rechts), die einen noch stärkeren Staat verlangen, dürfen nicht gewählt werden.

    via ZEIT ONLINE plus App

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    • BonBonn
    • 06. August 2013 16:13 Uhr

    Dass alle Bürger in einem kontrollierten Gefängnis sitzen, sehen Sie als Freiheit? Freiheit bedeutet, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt. Jetzt beginnt schon eine Jagd auf die, die sich der Kontrolle entziehen wollen - und man nennt sie Pädophile. Unglaublich. Die Zustände entwickeln sich zu denen in der USA, in der McCarthy-Ära. Nur dieses Mal weltweit.

  7. Wenn die Antwort von Seiten der Regierung oder ihrer Dienste ein Generalverdacht der Nutzer ist, dann ist mir ein anonymes Internet bei weitem lieber. Und auf der einen Seite Hackernagriffe auf die Internetpraesenz von Unternehmen oder Staat zu verurteilen und mit jahrelangen Haftstrafen zu belegen, auf der anderen Seite aber selbst Schadsoftware auf wer weiss wie viele Rechner zu laden, um doch noch irgendwie an Verbindungsdaten oder sonstiges zu kommen, ist Heuchelei vom Feinsten, bei der mir mal wieder der Hut hochgeht.

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    • jago84
    • 05. August 2013 16:53 Uhr

    Ich habe mich nun auch dazu entschlossen die Piraten zu wählen (naja, Anfang Juni..).Ich habe sie schon bei der letzten Wahl in Berlin gewählt, aber bald danach beschlossen, sie nicht weiter zu unterstützen. Zuviel Chaos usw., die Einwände hat man ja jetzt schon über und über gelesen.

    Allerdings wird mir immer klarer, dass ich die Frage nach Privatheit, Demokratie und Freiheit als einzig richtig relavante Themen bei der nächsten Wahl sehen kann. Vielleicht das erste Mal, das ich überhaupt denke, das ich unter allen Umständen wählen muss.
    Und so wie sich der Rest der Parteien aufführt, bleibt für mich schlussendlich keine andere Möglichkeit, als die Piraten zu wählen.

    Ich habe wirklich das Gefühl, das es darum geht die Demokratie zu verteigen. Und wenn immer ich das Wort in den letzten zwei Monaten aus irgendeinem Politiker- und manchmal auch Journalistenmund habe kommen hören, ist es mir kalt den Rücken runtergelaufen.
    Also, vielleicht ist Wählen gehen nicht die grösste Aktion, aber immerhin vielleicht ein kleines Stückchen Bewegung.

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