Fernseher Samsung S9 Ultra-HD auf einer Messe in Südkorea © JUNG YEON-JE/AFP/Getty Images

Ja, DAS sei doch mal ein Fernseher, sagt der Kollege und strahlt das Gerät an, das die gesamte Stirnseite des Raumes einnimmt: Es ist der Samsung S9 Timeless, 85 Zoll Bildschirmdiagonale, ein Bildschirm also, der 216 Zentimeter misst und selbst ausgeschaltet spontane Begeisterung auslöst. Dabei geht es vorrangig gar nicht um seine Größe, der S9 beherrscht das neue Format Ultra-HD, auch 4K genannt.

Allerdings wirft das Angebot, einen S9 zu testen, schnell die existenzielle Frage auf: Wohin mit dem Ding? Als die freundliche Dame von der PR-Agentur anrief und wissen wollte, wie groß denn das private Treppenhaus sei und ob da ein Doppelbett durchpasse, hätte man vorgewarnt sein sollen.

Käufern lässt Samsung den S9 von einem vierköpfigen Team liefern. Die vier Leute sind auch nötig, der Fernseher wiegt inklusive Transportkiste 120 Kilogramm. Und die Platzverhältnisse, in die sich so ein Giganten-Apparat harmonisch einfügen würde, sind wohl nur bei wenigen Zeitgenossen gegeben. Zum Glück findet sich dann doch noch ein ebenerdiger Konferenzraum als Asyl für das Trumm.

Seine Maße sind aber nicht die einzige Eigenschaft, die vermuten lässt, dass es sich bei dem S9 eher nicht um ein Modell für den Massenmarkt handelt: 35.000 Euro soll er kosten.

Es kann also nur darum gehen, den neuen Standard für Bildschirmauflösungen zu demonstrieren. Immerhin ist 4K auf der kommenden Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin eines der großen Themen, und der S9 ist der größte 4K-Fernseher auf dem Markt, einen Zoll größer immerhin als die Flagschiffe von Sony und von LG

Warten auf den nächsten HDMI-Standard

4K, auch als Ultra High Definiton (UHD) bezeichnet, steht für eine Bildschirmauflösung von 3.840 mal 2.160 Pixeln, was dem Vierfachen von Full HD entspricht. Das klingt beeindruckend, doch ist es gar nicht so leicht, sich das auch anzusehen.

Der S9 wird mit einer länglichen Box geliefert, in der sämtliche Eingänge untergebracht sind. Der darin verbaute Kabelanschluss fällt gleich aus, denn das Fernsehsignal ist schließlich noch meilenweit von 4K-Qualität entfernt.

Entsprechendes Material dem S9 über einen USB-Stick zuzuführen, erweist sich als Sackgasse: Zwar werden einige 16-Megapixel-Fotos angezeigt, 4K-Videos aber nicht. 

Über ein HDMI-Kabel lässt sich problemlos ein Laptop mit dem TV-Gerät verbinden. Für 4K-Filme muss der Zuspieler allerdings über HDMI 1.4a verfügen, selbst dann können diese Filme allerdings nur mit 30 Bildern pro Sekunde abgespielt werden. Der nächste HDMI-Standard wird erst im Herbst verfügbar sein. Als erstes Gerät wird wohl der neue Mac Pro von Apple damit auf den Markt kommen.