Smart-TV-Geräte von Panasonic auf der Berliner Internationalen Funkausstellung (IFA) © John MacDougall/Getty Images

Der Feind, der aus dem Internet kam: Nutzer von internetfähigen Fernsehgeräten, sogenannten Smart-TVs, müssen sich wohl bald darauf einstellen, dass auf ihrem Bildschirm Bannerwerbung angezeigt wird. Das zumindest legt eine US-Studie nahe, die am Dienstag veröffentlicht worden ist.

Wie das amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes berichtet, belegt die Studie, dass Fernsehwerbung mit solchen Bannerflächen, die einen Teil des Bildschirms einnehmen, tatsächlich wirksam ist. Damit dürfte das Interesse der Werbeindustrie an derartigen Maßnahmen steigen. Bisher ist Bannerwerbung vor allem aus dem Internet bekannt. Dort ranken sich die Werbeflächen um zahlreiche Webseiten. Weil sie oft blinken oder plötzlich aufpoppen, sodass der eigentliche Inhalt nicht mehr sichtbar ist, empfinden sie viele Nutzer als störend.

Wer auf seinem Fernsehbildschirm eine großformatige Bannerwerbung gesehen hat, kann sich laut Studie besser an die beworbene Marke erinnern. Werbebotschaften, die neben dem eigentlichen Inhalt eingeblendet werden, beeinflussten die Kaufentscheidung der Probanden sogar viel effektiver als herkömmliche Werbespots allein. Grund dafür sei, dass die Werbebotschaft so in unterschiedlichen Kontexten präsentiert werden könne.

Fernsehhersteller LG und die Werbefirma YuMe haben die Studie beim Marktforschungsunternehmen Nielsen in Auftrag gegeben. Damit stehen zwei Firmen hinter der Studie, die ein begründetes Interesse daran haben dürften, zu beweisen, dass neue Werbeformen auf Smart-TVs wirksam sind, schreibt auch Forbes.

Viele Smart-TV-Nutzer weiterhin offline

Nichtsdestotrotz: Die Studie zeigt, in welche Richtung es gehen könnte in Sachen Smart-TV und Werbung. Davon betroffen wären auch viele deutsche Zuschauer. Etwa elf Prozent der deutschen Haushalte haben schon einen solchen internetfähigen Fernseher und können damit nicht nur das ausgestrahlte Fernsehprogramm empfangen, sondern auch auf Onlinedienste wie zum Beispiel zeitversetztes Fernsehen per Mediathek oder soziale Netzwerke zugreifen. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) werden die Smart-TVs heftig beworben als multifunktionale Medienzentren.

Eine Voraussetzung müssten die deutschen Smart-TV-Besitzer dann aber noch erfüllen: Sie müssten ihren Fernseher tatsächlich mit dem Netz verknüpfen. Das haben aber bisher nur 58 Prozent von ihnen geschafft, hat eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) herausgefunden. Der Rest der Smart-TV-Nutzer ist weiterhin offline.