Zugegeben, sonderlich appetitlich ist es nicht, was aus dem 3-D-Drucker der US-Firma Systems & Materials Research Corporation (SMRC) herauskommt. Es ist eine Pizza, jedenfalls dem Prinzip nach. Aber in Zeiten, in denen die Geräte vor allem wahrgenommen werden, weil man damit mehr oder weniger gut Waffen herstellen kann, sollte man nicht zu kritisch sein. Die Hauptsache ist doch, dass mal wieder jemand zeigt: Mit 3-D-Druckern lassen sich auch erstrebenswertere Dinge herstellen als Pistolen.

SMRC hat 125.000 Dollar von der US-Weltraumbehörde Nasa bekommen, um einen Drucker für Nahrungsmittel aller Art zu entwickeln. Der soll eines Tages Astronauten auf Langzeitmissionen versorgen können. Dazu braucht es erstens einen Drucker, der verschiedene Materialien verarbeiten kann und zweitens extrem haltbare Nahrungsmittel, am besten in Pulverform. Beides will die Firma bereitstellen.

Bei einer Konferenz in Austin, Texas, hat das Unternehmen in dieser Woche einen Prototyp präsentiert. Das Gerät basiert auf einem 3-D-Drucker von RepRap. Dass es Pizza herstellt, hat einen einfachen Grund: Sie lässt sich in Schichten drucken. Erst kommt der Teig, der während des Drucks auf einer Wärmeplatte gebacken wird, danach die Tomatensoße und dann der Käse. Der Prototyp arbeitet allerdings noch mit Ketchup und Frischkäse statt klassischen Pizzazutaten.

Später soll die Soße aus Pulver, Öl und Wasser zusammengesetzt werden. Die oberste Schicht soll dann nicht unbedingt aus Käse bestehen, sondern aus verschiedenen proteinreichen Mixturen. Die können auf Milch basieren, müssen aber nicht. Insekten wären eine Alternative. So jedenfalls schwebt es Anjan Contractor vor, dem Chefingenieur von SMRC. Insektenpizza mag derzeit nicht besonders reizvoll klingen. Aber die Firma denkt schon an eine Zeit, in der es zu teuer und zu klimaschädlich wird, die Welt oder Astronauten im All mit Rindfleischprodukten zu ernähren.

Im Gespräch mit dem Onlinemagazin Quartz sagte Contractor, dass die Software für den Drucker jedem zugänglich sein, also open source  bleiben soll, damit er eigene Rezepte erstellen kann. Die müssten immer auch die Anweisungen an den Drucker beinhalten, wann welche Zutaten gemischt und "ausgedruckt" werden sollen.

Auch andere Unternehmen arbeiten längst an Nahrungsmitteln aus dem 3-D-Drucker. Modern Meadow zum Beispiel möchte Fleisch im sogenannten Bioprinting-Verfahren herstellen. Dabei soll eine "Biotinte" aus verschiedenen Zelltypen durch den Drucker in eine feste Form gebracht werden und dann in einem Bioreaktor reifen. Klingt genau so lecker, wie die Pizza von SMRC aussieht.