Der Axel-Springer-Verlag hat sich die Mehrheit am Smartphone-App-Hersteller Runtastic gesichert. Springer habe 50,1 Prozent der Anteile des österreichischen Startups übernommen, teilte der Verlag mit. Das Unternehmen entwickelt mobile Apps zur Messung von Sport- und Fitnessdaten. Dazu gehört auch ein Internetportal, mit dem sich die Daten verwalten und individuelle Trainingspläne erstellen lassen.

Runtastic hat den Angaben zufolge weltweit mehr als 19 Millionen Nutzer und insgesamt 90 Mitarbeiter. Die Gründer sollen als Gesellschafter und Geschäftsführer im Unternehmen verbleiben. Durch die Beteiligung an dem Unternehmen wolle sich Springer eine "strategisch gute Position" auf dem wachsenden Markt für Smartphone-Apps sichern, teilte der zuständige Manager Jens Müffelmann mit. Zum Kaufpreis wollte sich Springer nicht äußern.

Entscheidend für die Übernahme dürften zwei Gründe sein: Zum einen Springers Digital-Strategie. Dabei setzt das Unternehmen nicht nur auf digitale Produkte seiner klassischen Medien. Der Verlag hatte sich im Sommer von den meisten Zeitungen und Zeitschriften getrennt. Zu Springer gehören Anzeigen-Portale wie Immonet, Seloger, buecher.de und Stepstone genauso wie der Online-Vermarktungsdienst Zanox und die Zeitungen Bild und Welt. Mit Runtastic will Springer auch neue Nutzer für sein digitales Sportportfolio werben, dessen Aushängeschild derzeit das kostenpflichtige Bundesliga-Angebot ist.

Zum zweiten ist Springer nach wie vor ein Medienkonzern, der Geld mit Werbung verdient. Deshalb ist das Interesse des Verlags an den Daten der mehr als 19 Millionen Nutzer von Runtastic, die sich gut vermarkten lassen, groß.