Die Drohnen des Konzerns Amazon fliegen über die Golden Gate Bridge. Wie Roboterinsekten hängen sie im Himmel über San Francisco. Dabei verrichten sie nicht nur fleißig ihre Arbeit und bringen unermüdlich Pakete zu den Kunden. Die Drohnen sorgen auch dafür, dass Touristen wirklich spektakuläre Fotomotive bekommen.

So ist das zumindest auf einer Fotomontage zu bestaunen, das am Montag auf Twitter veröffentlicht wurde. Gepostet wurde das bedrohlich anmutende Bild über den Account amazondrone und hat es damit in nicht einmal 24 Stunden zu fast 5.000 Followern gebracht – nicht schlecht für ein computergesteuertes Fluggerät.

Hinter dem Scherzaccount steckt selbstredend kein echter Flugroboter, sondern ein Kritiker. Und der ist offensichtlich genauso fasziniert wie viele andere von dem, was Amazon-Chef Jeff Bezos in einem Interview in der bekannten US-Sendung 60 Minutes angekündigt hat: Schon in wenigen Jahren soll der Versandkonzern Pakete auf dem Luftweg zustellen, ausgeliefert von Drohnen, die selbstständig zu einer vorbestimmten Zieladresse finden.

Wie das aussehen soll, zeigt der Konzern in einem Video. Auf der Website von Amazon klickt der Kunde auf die Option Prime Air. Sofort wird das Produkt herausgesucht, in eine gelbe Kunststoffbox verpackt, über Förderbänder zu einem Flugroboter mit acht Rotoren transportiert und dort eingehängt. Ist alles gesichert, startet das Gerät und macht sich auf den Weg zum Kunden. Auf dessen Veranda wird keine 30 Minuten nach dem Kaufklick das Paket abgelegt. Ausliefern sollen die Drohnen Pakete mit bis zu 2,3 Kilogramm Gewicht im Umkreis von bis zu 16 Kilometern rund um das jeweilige Amazon-Logistikzentrum.

Das klingt so sehr nach Science Fiction, dass es die Fantasie vieler Internetnutzer auf Hochtouren bringt. Der Twitternutzer DeathstarPR liefert mit den Worten "Erster Blick auf die Amazon-Drohne" das Bild eines martialischen Droiden aus dem Star-Wars-Film Das Imperium schlägt zurück.


Der Nutzer Tim Siedell fragt sich, wie unheimlich es wohl ist, wenn die Drohne erwartungsvoll vor der Haustür schwebt und auf Trinkgeld wartet.


Auch Jeff Bezos weiß, dass die Drohnen als Paketzusteller noch ein ganzes Stück vom Alltag entfernt sind. Vier bis fünf Jahre werde es wohl dauern, bis die Fluggeräte im regulären Einsatz sein werden, sagte Bezos in dem Interview. "Der schwierige Teil ist, all die Redundanzen einzubauen, die die Sicherheit gewährleisten – damit wir uns darauf verlassen können, dass das Ding niemandem auf den Kopf fällt."