Kim Schmitz alias Kim Dotcom hat seinen Musikdienst Baboom präsentiert. Es begann mit einer Blamage: Schmitz wollte das Ereignis wie gewohnt mit viel Trara feiern. In einem Stadion im neuseeländischen Auckland hatte er nicht weniger als 25.000 Gäste erwartet. Am Vorabend seines Geburtstags wollte er auch gleich noch seine neue Internet-Partei vorstellen. Drei Fliegen mit einer Klappe. Doch daraus wurde nichts. Der Grund waren am Ende die Häppchen. Denn das neuseeländische Recht verbietet den Wählerfang mittels Buffet.

Baboom wurde deshalb ganz unspektakulär ins Netz gestellt. Wer die Seite besucht, wird zunächst mit Explosionen und Stroboskopblitzen überschüttet. Der bisher einzige musikalische Inhalt der Seite besteht aus einem Werk von Schmitz selbst. Er blinzelt mit einer orangefarbenen Blume in der Hand vom Cover, dazu erklingen Dancebeats. Zeitweise war die Seite aber auch nicht erreichbar.

Das Layout erinnert etwas an den Google Play Store, abgesehen von den Explosionen. Viel mehr ist nicht zu sehen. Die vorgestellte Version von Baboom ist nur ein sogenannter Soft-Launch. Damit wollen Entwickler in der Regel ein Produkt direkt am Kunden testen. Das ist benutzerfreundlich und vor allem günstig.

Der Markt für Musik im Netz wächst

Baboom soll nach Schmitz' Plänen irgendwann zum Konkurrenten für Spotify und iTunes aufsteigen. Er wagt sich also in die Welt der Verlage und Rechteinhaber – deren Klagen er jahrelang ignoriert hat. Wäre es nach Schmitz gegangen, dann wäre Baboom viel früher erschienen. Er hatte bereits Ende 2012 einen ähnlichen Dienst namens Megabox angekündigt. Der Termin für den Start hatte sich aber immer wieder verschoben.

Baboom erscheint nun in einer Zeit, in der Musik-Streaming rasant zunimmt. Dienste wie Spotify, Simfy oder Juke haben bis zu 20 Millionen Songs im Angebot. Und obwohl Deutschland nicht zu den Vorreitern der digitalen Welt gehört, soll der Umsatz bis 2017 allein hierzulande auf 125 Millionen Euro ansteigen. Im Jahr 2011 waren es noch 26 Millionen Euro.

Wie sich Baboom von anderen Musik-Diensten unterscheiden wird, hat Schmitz bislang nur umrissen. Oberflächlich gleicht es anderen Angeboten und bietet kaum Neues. Schmitz sagt in einem Video, es gehe ihm darum, ein Alternativ-Modell zu den bisherigen Vertriebswegen der Musikindustrie zu schaffen. In einem früheren Beitrag auf der Seite von torrentfreak wird er konkreter: Bei Baboom solle der Nutzer entscheiden, ob er zahle oder nicht.

So weit, so bekannt. Auf Portalen wie Jamendo können Nutzer schon heute freie Musik herunterladen und dafür einen frei zu wählenden Betrag an den Künstler zahlen.