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Sexuelle Identität ist keine binäre Angelegenheit. Bei Facebook war das bisher anders. Wer sich ein Profil einrichtete, konnte sich zu Mann oder Frau erklären, oder die Angabe ganz weglassen. Nun gibt es mehr als 50 zusätzliche Auswahlmöglichkeiten, angefangen bei A wie Androgyn, also der Kombination von weiblichen und männlichen Charakteristika.

Wer sein Profil entsprechend ändern will, muss zunächst die Spracheinstellungen auf English (US) setzen. In den Profileinstellungen erscheint dann unter den Basisinformationen ein kleines Drop-Down-Menü bei Gender. Angeboten werden Female, Male und Custom. Ein Klick auf Custom öffnet das zunächst freie Feld Gender. Um die neuen Optionen zu sehen, müssen Nutzer einfach anfangen zu tippen, dann erscheinen Vorschläge wie Cisgender Woman, Gender Fluid, Trans Person oder Neutrois. Es ist möglich, mehrere davon auszuwählen.

Zusätzlich können Nutzer auswählen, mit welchem Personalpronomen sie künftig angesprochen werden wollen. Als Beispiele nennt Facebook Wish her a happy birhtday, Wish him a happy birthday oder Wish them a happy birthday. Mit einem Klick auf Friends lässt sich zudem einstellen, wer diese Angaben sehen darf und wer nicht. Was allerdings fehlt, sind ähnliche Möglichkeiten im Feld "Interessiert an ..." – dort bleibt es vorerst bei der Wahl zwischen Frauen und Männern.

Wann die neuen Einstellungsoptionen auch in der deutschen Version angeboten werden, konnte eine Facebook-Sprecherin auf Anfrage nicht sagen. Nach der erneuten Änderungen der Spracheinstellungen auf Deutsch verschwinden die neuen Angaben, im Profil erscheint wieder, was zuvor eingestellt war.

Facebook ließ sich von Aktivisten beraten

Der bisherige Zwang zur Entscheidung zwischen Mann und Frau hatte Facebook-Nutzer seit Jahren beschäftigt. Es gab zum Beispiel eine Petition, in der Mark Zuckerberg aufgefordert wurde, mehr Auswahlmöglichkeiten anzubieten.

Facebook hat die neuen Optionen in Zusammenarbeit mit mehreren LGBT-Gruppen erstellt. "Wir wollen, dass du dich wohlfühlst mit deinem wahren, authentischen Selbst", schreibt Facebook.

Das Unternehmen verfolgt nicht nur eine Klarnamen-Politik, sondern möchte vollständig korrekte Angaben zur Person von seinen Mitgliedern. In den Nutzungsbedingungen heißt es: "Facebook-Nutzer geben ihre wahren Namen und Daten an" und "Du wirst keine falschen persönlichen Informationen auf Facebook bereitstellen".