Screenshot von der Kampagnenseite der Initiative "The Day We Fight Back"

Eine Allianz aus Bürgerrechtsinitiativen, Firmen und Netzplattformen ruft heute zum weltweiten Protest gegen die Überwachung der NSA auf. Den 11. Februar 2014  haben sie zum "The Day We Fight Back" erklärt, also zum "Tag, an dem wir zurückschlagen". Zu den Unterstützern gehören unter anderem die Mozilla Stiftung, die Plattform Reddit, Amnesty International und Human Rights Watch. Insgesamt machen nach derzeitigem Stand rund 5.700 Organisationen mit, indem sie ein schwarzes Banner auf ihren Websites platzieren und Unterschriften sammeln.

Organisiert wird die Aktion von David Segal, einem ehemaligen Kongressabgeordneten, der heute Chef der Bürgerrechtsorganisation Demand Progress ist. Der 11. Februar soll zugleich ein Gedenken an Aaron Swartz sein. Der Aktivist hatte sich 2012 maßgeblich beim ersten Aktionstag gegen den Stop Online Piracy Act (Sopa) und den Protect IP Act (Pipa) engagiert. Im Februar vergangenen Jahres nahm er sich das Leben.

Vor eben zwei Jahren rief Swartz zum ersten "The Day We Fight Back" auf. Es ist bis heute der größte Protest in Netz gewesen. Unter den prominenten Unterstützern waren damals auch Google und Wikipedia, die wie die anderen Initiativen auf ihrer Startseite einen schwarzen Bildschirm zeigten.

Google und andere sind nur indirekt dabei

Die Aktion zeigte Wirkung: Weder Sopa noch Pipa konnten sich durchsetzen. Am 20. Januar 2012, kurz nach den Protesten, stoppte der US-Kongress beide Gesetzesvorschläge. Entsprechend groß war die Euphorie im Netz. Man gründete eine Organisation – die Internet Defense League – um derlei Aktionen in Zukunft noch globaler zu planen. Wer heute jedoch europäische Organisationen unter den prominenten Teilnehmern des Aktionstags sucht, wird kaum fündig werden.

Auch die Wikipedia fehlt auf der Liste der Teilnehmer. Auf der Seite der Initiatoren heißt es in einem offenen Brief, man bedauere, mit Wikipedia nicht übereingekommen zu sein; auch das Projekt Wikipedia sei in seiner Mission von der Massenüberwachung bedroht.

Das Netzwerk unterstützt den USA Freedom Act

Die Wikimedia Foundation hat sich auf Anfrage von ZEIT ONLINE nicht zu den Gründen geäußert. Michael Jahn vom Verein Wikimedia Deutschland sagte, eine Anfrage an Wikimedia Deutschland habe es nicht gegeben.

Google, Facebook, Microsoft, Yahoo und einige andere große Unternehmen haben offenbar in letzter Minute beschlossen, im Rahmen ihrer eigenen Aktion "Reform Government Surveillance" teilzunehmen. Auf deren Website ist das schwarze Protestbanner zu sehen, bei Google oder Facebook selbst dagegen nicht.