Haustiere, Selfies, Urlaubsschnappschüsse und Foodporn: 55 Millionen Bilder teilen die Nutzer durchschnittlich pro Tag auf Facebooks Instagram. Doch wie auf Facebook, verstecken sich zwischen den meist banalen Bildern auch auf Instagram problematische Inhalte. Zum Beispiel Waffen, die es zum Verkauf gibt. Dagegen will Facebook nun stärker vorgehen. Doch das Unternehmen ist in einer schwierigen Position. Es möchte legale Geschäfte ermöglichen und gleichzeitig mehr Verantwortung übernehmen.  

 

Das Unternehmen teilte mit,  es wolle künftig Beiträge auf Facebook moderieren, in denen es um den Verkauf von Waffen und anderen gesetzlich regulierten Gütern geht. Zum einen weist Facebook die Urheber dieser Beiträge in einer Nachricht auf die Gesetzeslage hin. So ist es ab sofort nicht mehr gestattet, Waffen ohne Zuverlässigkeitsprüfung – den sogenannten background check – anzubieten. Zum anderen bekommen Nutzer unter 18 Jahren die Beiträge nicht mehr angezeigt. Die Facebook-Tochter Instagram soll künftig Warnhinweise direkt in der App einblenden, wenn Nutzer nach bestimmten Begriffen suchen.

Instagram als Flohmarkt

Facebook und Instagram sind inzwischen auch ein Marktplatz für Produkte aller Art, ein alternatives Schwarzes Brett. Eine Suche nach dem Hashtag #forsale liefert auf Instagram mehrere Millionen Ergebnisse: Vorwiegend Klamotten, Schmuck, Kunst, gelegentlich ein Auto. Oder eben Waffen. Zwar gibt es unter dem Hashtag #gunforsale nur mehrere hundert Angebote und die meisten davon sind mehrere Wochen alt. Viele Anbieter meiden aber die offensichtlichen Hashtags. Stattdessen geben sie bei ihrem Angebot lediglich #rifle und ihren Bundesstaat an. Auf Facebook haben Gruppen und Profilseiten wie Guns for Sale über 200.000 Fans.

Der Verkauf von Waffen zwischen zwei Privatpersonen – etwa auf einer Waffenausstellung oder eben im Netz – ist in den USA landesweit erlaubt. Es ist lediglich untersagt, Waffen an ehemalige Straftäter oder Minderjährige zu verkaufen. Doch viele Bundesstaaten verlangen von privaten Verkäufern keine Zuverlässigkeitsprüfung. Diese Gesetzeslücke ist in den USA als Gun Show Loophole bekannt.

Waffenkauf in 15 Minuten

Auch im Internet findet die Überprüfung der Personalien nicht immer statt. Kommerzielle Marktplätze wie Craigslist oder eBay haben deshalb den Verkauf von Waffen vor Jahren verboten. Facebook dagegen hat zwar eine Klausel, die bezahlte Werbung für Waffen, Tabak oder Arzneimittel untersagt. Doch die Plattform erlaubt es Nutzern, sich über diese Themen untereinander austauschen. Auf Facebook selbst findet keine Transaktion statt, betont das Unternehmen immer wieder. Kauf und Bezahlung werden jenseits des Dienstes abgewickelt.

Eine aktuelle Recherche des Onlinemagazins VentureBeat zeigt, wie einfach das geht. Nur 15 Minuten benötigten die Reporter, um per Chatfunktion den Kontakt zu einem Verkäufer aufzunehmen. Der Deal wurde schließlich über SMS konkretisiert. Die Frage des Interessenten, ob er einen Personalausweis vorlegen müsse, verneinte der Verkäufer.

Vergangenen Oktober wurde in US-Bundesstaat Kentucky ein 15-Jähriger mit einer Pistole auf einem Schulhof einer High School festgenommen. Die Waffe hatte er sich zuvor über eine Facebook-Annonce besorgt. Eine New Yorker Studie aus dem Jahr 2011 kam zu dem Schluss, dass 62 Prozent aller Waffenverkäufer im Netz auf die Hintergrundprüfung verzichten, wenn ein potenzieller Käufer sagt, dass er sie nicht bestehen würde.