Noch am Vortag hatten die Yes Men in der Eröffnungsveranstaltung der re:publica dazu aufgerufen, mit genau solchen Aktionen den Onlineaktivismus voranzubringen. Das Peng! Collective hatte sich große Mühe gegeben. Die Aktivisten hatten die Veranstalter der re:publica, die Politiker Albrecht und Wawzyniak, die Digitale Gesellschaft, Jan-Josef Liefers und noch einige andere Menschen eingeweiht und gebeten, mitzuspielen. Für den Fall, dass ein echter Google-Vertreter im Saal aufgestanden wäre, um alles auffliegen zu lassen, hatten sie einen weiteren falschen Google-Mitarbeiter im Publikum platziert, der seinen vermeintlichen Kollegen über den Mund fahren sollte.

Doch Google hatte früh mitbekommen, dass alles nur Show war. Das Unternehmen beließ es bei einem Hinweis auf Twitter und gab sich ansonsten gelassen.

Mit ihrer Google-Nest-Aktion verfolgt das Peng! Collective zwei Ziele, sagt Peters: "Es ist zum einen Protestforschung. Wir fragen uns, wie man Medienhacks weiterführen kann. Was kann man in dieser schwachen Zivilgesellschaft machen? Zum anderen sind wir gegen Datenmonopole. Google ist dabei für uns nicht das große Böse, sondern einfach ein Beispiel, das jeder kennt. Und Google könnte viel mehr für Datenschutz tun." Die empörten Reaktionen des Unternehmens auf die NSA-Enthüllungen hält Peters für heuchlerisch. 

Im Video vom Auftritt ist die Auflösung nicht zu sehen

Faith Bosworth ergänzt: "Unsere Daten sind wertvoll und wir sollten dafür kämpfen, die Kontrolle über sie zu behalten. Wir sollten uns genau überlegen, wem wir sie anvertrauen. Es liegt an der Politik, aber auch der Zivilgesellschaft, die Regulierung von Firmen wie Google voranzutreiben."

Wenn später das Video ihres Auftritts durchs Netz gehen wird, ist die Auflösung darin nicht zu sehen. Aber das Gelächter des Publikums dürfte jedem Zuschauer klarmachen, dass es sich um eine gelungene re:publica-Komödie handelte.