So stellt sich Squadrone System ein Dronie vor.

Das Selfie ist tot, lang lebe das Dronie, hieß es bei Mashable kürzlich, als Twitter den Account @dronie freischaltete. Der zeigt Selbstporträts von Menschen, aufgenommen mithilfe kleiner Drohnen.

Der Dronie-Account auf Twitter ist möglicherweise eine Werbeaktion. Gezeigt werden nur Dronies, die während des Cannes Lions International Festival of Creativity entstanden sind, das ist so etwas wie die Oscar-Verleihung der Werbebranche.

Aber Dronies gab es schon vor der Twitteraktion, sie sind tatsächlich die nächste Evolutionsstufe der Selfies. Zwar sind Gerüchte über den Tod des Selfies reichlich übertrieben. Das hat zuletzt der Weltreisende Alex Chacón gezeigt, in einem fernweherregenden Video aus Selfies, die er mit seiner GoPro-Kamera an einigen der schönsten Orte der Welt aufgenommen hat. Knapp neun Millionen Menschen haben sich das Video bereits angesehen.

Selbst wenn die Umgebung mal nicht ganz so exotisch ist: Dronies sind spektakulärer. Das erste Dronie stammt von Amit Gupta, der sich selbst und zwei Freunde – darunter der New-York-Times-Reporter Nick Bilton – mit seiner Drohne filmte, als sie auf einem Hügel in San Francisco standen. Bernal Hill selfie nannte Gupta sein Video. Den Begriff Dronie prägte eine Vimeo-Mitarbeiterin, die sein Video kommentierte.

Zwei Monate ist das her. Guptas Video fiel ein paar Bloggern und Journalisten auf und begründete damit das neue Genre. Mittlerweile hat Vimeo einen eigenen Dronie-Kanal eingerichtet. Und das ist erst der Anfang.

Wie Dronies in naher Zukunft entstehen und aussehen können, zeigen Xavier de le Rue und seine Firma Squadrone System. Auf Kickstarter sammeln sie Geld für eine Drohne namens Hexo+, die ihren Besitzer selbstständig verfolgen und aus der Luft filmen und fotografieren soll.

Ihr Ziel ist es, eine Drohne marktreif zu machen, die einen Menschen selbst in den Bergen und im Schnee zuverlässig erkennt und schöne Bilder macht – ohne, dass jemand sie steuern muss. Auf einer iPhone-App sollen Nutzer der Hexo+ vorher festlegen, wie die Drohne die Aufnahmen gestalten soll. Anschließend verfolgt sie dieses iPhone, wohin auch immer es sich bewegt, mit bis zu 70 km/h. Die Aufnahmen macht sie mit einer angehängten GoPro, aus bis zu 50 Metern Entfernung.

Die Entwickler der Drohne haben vor allem Sportler im Sinn, die Fotos und Videos von sich beim Snowboarden, Motorradfahren oder auch Surfen machen wollen und dafür nicht noch einen Drohnenpiloten und einen Kameramann beschäftigen wollen. 

50.000 Dollar wollte Squadrone System einsammeln, um den bereits existierenden Prototypen serienreif zu machen und die Produktionsmöglichkeiten zu schaffen. Nach drei Tagen war aber schon das Zehnfache erreicht, und die Crowdfunding-Kampagne läuft noch weitere 27 Tage. Mit nun schon mehr als einer halben Million Dollar wollen die Entwickler ihrem Paket aus Drohne, Kamera und App weitere Funktionen spendieren. Im Mai 2015 soll die Hexo+ ausgeliefert werden.

Dann werden nicht nur Sportler ihr Leben aus der Vogelperspektive aufzeichnen wollen. Jeder kann sich selbst zum Star seines eigenen Films machen. Es ist – zumindest theoretisch – die perfekte Technik für den Selbstdarstellungsdrang der Selfie-Generation. Sofern die es sich leisten will: Für 300 Dollar gibt es für Kickstarter-Unterstützer den Bausatz für die Drohne, die fertige Hexo+ samt Kamera kostet 800 Dollar. Das entspricht dem Preis für ein Oberklasse-Smartphone.

Neben dem Gerät bekommen Unterstützer damit die Chance auf die berühmten 15 Minuten Ruhm, die Andy Warhol einst allen Menschen versprach. Dass die Hexo+ mit einer Batterieladung genauso lange in der Luft bleiben können soll, ist aber bestimmt Zufall.