Ein Twitter-Mitarbeiter im Unternehmenshauptsitz in San Francisco: Das Unternehmen hat mit IBM einen neuen Partner. © Robert Galbraith/Reuters

IBM und Twitter haben eine Kooperation bei der Auswertung der Daten des Kurznachrichtendienstes bekannt gegeben. IBM werde Twitter-Nachrichten künftig mit seiner Analyse-Software durchforsten, um Trends aufzuspüren, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. "Das ist ein wichtiger Meilenstein für Twitter", sagte Unternehmenschef Dick Costolo.

In einem Blogbeitrag kündigte IBM an, den täglichen "Tsunami" von etwa 500 Millionen Tweets anzuzapfen, um Firmenkunden wie Banken, Reiseanbietern oder Einzelhändlern einen schnellen Überblick über aktuelle öffentliche Debatten, Meinungen und Ideen liefern zu können. Eine wichtige Rolle soll dabei offenbar dem IBM-Supercomputer Watson zukommen, der mit seiner Rechenkraft enorm große Datenmengen auswerten kann.

Twitter teilte in seinem Blog mit, die Allianz solle Unternehmen dabei helfen, sich ein besseres Bild über ihren Ruf und ihre Tätigkeiten zu machen. Sie könnten zum Beispiel Fragen wie "Was mögen Kunden am meisten an unseren Produkten?" in die Analyse-Software von IBM eingeben und Auskunft erhalten.

IBM hat Probleme, sich vom klassischen IT-Unternehmen zum modernen Technologie-Konzern zu wandeln. Die Geschäfte liefen zuletzt enttäuschend. Mitte Juli hatte das Unternehmen bereits eine Kooperation mit Apple beschlossen. Gemeinsam sollen Apps zum Management von Geschäftsprozessen für iPhone und iPad entwickelt werden. IBM wird zudem speziell auf Apple-Geräte angepasste Cloud-Dienste anbieten und Firmenkunden iPhones und iPads verkaufen. Auch bei Twitter lief es zuletzt nicht rund. Das Unternehmen enttäuschte Aktionäre zu Wochenbeginn mit einem weiteren hohen Quartalsverlust und einem mäßigen Wachstum der Nutzerzahlen im dritten Quartal.