Die Einzelteile des Pi-Top-Bausatzes © Pi-Top

Mit einem Bausatz namens Pi-Top soll künftig jeder sein eigenes Notebook zusammenschrauben können. Auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammeln die Macher des Projekts gerade Geld für die Produktion. Erreichen sie ihr Ziel von 80.000 US-Dollar, bekommen die Käufer für knapp 200 Euro offene Hardware und einen Bauplan an die Hand. Bisher sind die Entwickler auf einem guten Weg: Rund 44.000 Dollar haben sie innerhalb von 24 Stunden eingesammelt, für den Rest haben sie noch 30 Tage Zeit.

Das Pi-Top basiert auf dem Mini-Rechner Raspberry Pi B+. Das Gerät ist so breit wie eine Scheckkarte und kostet im Handel knapp 35 Euro. In der Vergangenheit vergnügten sich vor allem Tüftler damit: Sie verwandelten den Raspberry Pi in Mediencenter und Router, in sprachgesteuerte Kaffeemaschinen oder den Spinnenroboter Charlotte.

Beim Pi-Top ist der Raspberry Pi der Kern eines ganzen Notebooks. Zusätzlich ist im Bausatz ein Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 13,3 Zoll enthalten, ein Gehäuse, eine Tastatur mit Trackpad sowie Kabel und ein Wifi-Controller. Wer möchte, kann sich das Gehäuse auch selbst am 3-D-Drucker herstellen, die entsprechende Datei liegt dem Bausatz ebenfalls bei.

Der Pi-Top arbeitet mit einem auf 700 Megahertz getakteten Prozessor und 512 Megabyte Arbeitsspeicher. Außerdem hat er vier USB-Anschlüsse, einen HDMI- und einen Audioausgang. Eine Festplatte im herkömmlichen Sinne gibt es nicht. Beim Raspberry Pi wird das Betriebssystem auf eine SD-Karte installiert, der übrige Speicherplatz ist dann für Dateien und Anwendungen gedacht. Auf dem Pi-Top wird das freie Betriebssystem Raspbian OS laufen.

Entwickler mit Bildungsauftrag

Die Leistung des Rapsberry Pi B+ reicht laut Testberichten für Schreiben, Surfen, Musikhören und Videoschauen in HD. Für aufwändige Games, Fotobearbeitung oder Videoschnitt ist der Minirechner hingegen zu schwach. Das Notebook ist daher vor allem für den Bildungsbereich und einfache Anwendungsbereiche interessant.

Den Entwicklern ging es aber auch nicht darum, ein Gerät für aufwändige Bildbearbeitung oder Spiele zu schaffen. Im Vordergrund stehe das Ziel, Menschen beizubringen, wie sie Hardware herstellen können, schreibt Jesse Lozano, einer der Mitgründer des Pi-Top-Projektes, in einer E-Mail an ZEIT ONLINE. Die Leute sollen am Ende mehr über die eingesetzte Hardware, zum Beispiel die Controller für Trackpads oder den Displayschaltkreis wissen. Mit diesem Wissen werde es ihnen wiederum möglich sein, die Hardware auch für andere Zwecke zu nutzen, schreibt Lozano.

Auf Basis des Notebooks einen Roboter programmieren

Das Zusammenschrauben des Pi-Top soll also nur der erste Schritt sein. Mithilfe von Bildschirm-Lektionen können Nutzer lernen, wie sie weitere Hardware herstellen können. Die Basis dafür ist der Pi-Top. Anschaulich wird das an dem Konzept der HATs: So nennen die Entwickler Module, die Nutzer zusätzlich kaufen können. Die Module kommen in Form einer Platine und werden im Pi-Top auf den Raspberry Pi geschraubt. Dort können sie dann so programmiert und modifiziert werden, dass sie anschließend zur Heimautomatisierung oder für als Steuerungseinheit für kleine Roboter verwendet werden können.