Screenshot der Produktseite zu Amazons sprachgesteuertem Assistenten Echo © Amazon

Amazons neues Gadget ist ein knapp 24 Zentimeter hoher Zylinder mit Lautsprechern und Mikrofonen, der auf Sprachkommandos reagiert. Echo heißt es, ist per WLAN mit dem Internet verbunden und kann auf Wunsch unter anderem aus der Wikipedia vorlesen, Maßeinheiten umrechnen, Musik abspielen und Witze erzählen. So weit, so charmant. Aber Amazon hat natürlich noch ein ganz anderes Ziel: Auf Zuruf erstellt Echo eine Einkaufsliste – das Gerät soll also letztlich dafür sorgen, dass seine Besitzer mehr bei dem Versandhändler kaufen.

Technisch ist Echo nichts anderes als eine Art Siri in der Dose. Wie auch Apples virtuelle Assistentin reagiert die Röhre nur auf Zuruf, die Ansprechpartnerin trägt in diesem Fall den Namen Alexa. Die Mikrofone des Geräts sollen das Weckwort jederzeit und überall im Raum verstehen können. Sagt jemand beispielsweise "Alexa, spiel Rockmusik", startet das Gerät die Musikwiedergabe aus der Amazon-Musikbibliothek, Prime Music oder verschiedenen Onlineradios. Auch wenn die Musik läuft, soll Echo weitere Kommandos verstehen können. Alternativ lässt sich die Dose über eine App vom Smartphone oder Tablet aus steuern.

Die Einkaufslistenfunktion ist derzeit nicht sonderlich spektakulär. "Alexa, setz den Film XY auf meine Einkaufsliste" bewirkt genau das. Aber weder landen die Produkte sofort im persönlichen Amazon-Einkaufswagen, noch können Echo-Nutzer sie per Spracheingabe bestellen und nach Hause liefern lassen. Für Greg Kumparak von TechCrunch ist es nur eine Frage der Zeit, bis Amazon diese Funktion hinzufügt – also bis "aus der One-Click-Bestellung eine Zero-Click-Bestellung" wird.

Amazon wolle allgegenwärtig sein, schreibt er, und er findet das sogar gut: "Ich mag die Vorstellung, dass ich meine dummen Bedürfnisse einfach in mein Haus rufen kann und dann erscheinen sie auf magische Weise vor meiner Haustür." Allerdings werde das eigene Heim damit zum Süßigkeitenregal, wie es an jeder Supermarktkasse steht, um Impulskäufer zu verleiten, noch eine Kleinigkeit mitzunehmen.

Echo ist ein cloudbasierter Dienst. Der Weckruf "Alexa" dürfte zwar nur vom Gerät selbst registriert werden. Die folgenden Sprachbefehle aber werden allesamt an Amazon übertragen. Auf den Servern des Unternehmens werden die Eingaben verarbeitet und dann zurück zum Echo geschickt. Dabei soll das Gerät lernen, die persönlichen Präferenzen und sein bevorzugtes Vokabular zu erkennen und darauf zu reagieren. Das Unternehmen schreibt auf der Produktseite unmissverständlich, dass alle Eingaben auf seinen Servern landen. Spezielle Datenschutzbestimmungen gibt es bisher nicht. 

Es mag gruselig anmuten, dass Amazon sich so sehr in den Alltag der Menschen einklinken will – zumal sich das Gerät automatisch updated und neue Funktionen bekommt. Allerdings ist niemand gezwungen, Echo zu kaufen.

Bisher können Interessenten in den USA nur eine Einladung beantragen, frei verkäuflich ist das Gerät noch nicht. Wer dann eine Einladung per E-Mail bekommt – offenbar sind sie zunächst begrenzt – muss 199 US-Dollar für sein Echo zahlen, Amazon-Prime-Mitglieder die Hälfte. Ob Echo auch auf den deutschen Markt kommt, steht laut Amazons PR-Agentur in Deutschland noch nicht fest. Zuvor müssten die Server des Unternehmens sowieso lernen, deutsche Spracheingaben zu verstehen und zu beantworten.