Die Hacker von Anonymous seien nicht mehr als ein Haufen Möchtegerne. Und Hasenfüße obendrein. Das hatte der Ku-Klux-Klan (KKK) noch diesen Sonntag über sein Konto @KuKluxKlanUSA getwittert. Zwölf Stunden später hatte die Hacker-Gruppe Anonymous den Twitter-Account des KKK sowie das Konto @YourKKKCentral unter ihrer Kontrolle.

Seitdem tweeten die Hacker unter dem Hashtag #OpKKK nicht nur im Namen des KKK. Sie veröffentlichen auch Bilder von Mitgliedern der Gruppe. Anonymous hat angekündigt, die ergatterten Daten des KKK in den nächsten 24 Stunden umfassend zu veröffentlichen. In der Nacht von Montag auf Dienstag soll es eine Pressekonferenz geben.

Hintergrund des Hacks gegen den KKK sind die Vorfälle von Ferguson. Dort hatte ein Polizist Anfang August 2014 den Afroamerikaner Michael Brown erschossen. Das führte mehrere Wochen lang zu Protesten gegen Polizeigewalt. In den folgenden Tagen gab es viele Verletzte und einen weiteren Toten. Das Vorgehen der Polizei war vor allem deshalb umstritten, weil Polizisten paramilitärisch vorgingen und ehemalige Waffen des US-Militärs einsetzten.

Der Ku-Klux-Klan, vor allem die Gruppe in Missouri, hatte von Anfang an versucht, die Proteste in Ferguson zu instrumentalisieren. Laut Southern Poverty Law Center, einer renommierten Nichtregierungsorganisation, gehört der KKK zu den US-amerikanischen hate groups und hat heute etwa 4.000 bis 6.000 Mitglieder in etwa 163 Gruppen.

Die Organisation rief wenige Tage nach dem Tod von Michael Brown zu Spenden auf, um den mutmaßlichen Todesschützen von Michael Brown zu unterstützen. Der Polizist Darren Wilson habe schließlich nur seinen Job gegen die Schwarzen-Kriminalität gemacht, postete der Ku-Klux-Klan damals in einem Blogeintrag.

Anonymous will Daten veröffentlichen

Während der Proteste kündigte die KKK-GruppeTraditionalist Knightsan, die Polizisten in Ferguson mit Waffengewalt gegen die "als friedliche Demonstranten getarnten Terroristen" zu unterstützen. Die KKK-Gruppe verteilte Flyer in der Nachbarschaft von Ferguson und versprach der Bevölkerung, sie mit Waffen zu beschützen. Der Hack des KKK fällt in eine Zeit, in der die Proteste von Ferguson erneut aufleben könnten. In wenigen Tagen werden die Geschworenen im Fall des Todes von Michael Brown ihre Entscheidung bekannt geben.

Nach Angaben von Anonymous ist der Hack nun die Rache für dieses Vorgehen. Am 14. November 2014 veröffentlichte die Gruppe ein Video auf YouTube, in dem es den KKK vorwarnte: Die Server des KKK seien bereits mit Viren befallen und man werde die Seiten und Facebook-Profile allesamt löschen. In dem Video waren bereits Fotos einiger Facebook-Profile zu sehen. Klarnamen zeigte Anonymous ebenfalls.

Die Aktivisten von Anonymous haben nun neben den Twitterprofilen des KKK auch deren Seiten angegriffen. Die Seiten kkk.com, unskkkk.com und traditionalistamericanknights.com sind seit Montag nicht mehr erreichbar. Grund sind sogenannte DDoS-Attacken, bei denen die Server der Seiten in kurzer Zeit mit Tausenden Anfragen überhäuft werden. Das geht solange, bis sie schließlich zusammenbrechen. DDoS-Attacken entfalten allerdings meist nur über wenige Tage ihre Wirkung.

Bislang gibt es nur Spekulationen über die Reichweite des Hacks. Wie viele Daten Anonymous am Ende veröffentlichen kann, ist keineswegs klar. Die Fotos von Facebook-Profilen zeigen jedoch, dass die Hacker nicht davor zurückschrecken, die Mitglieder des KKK an den Netz-Pranger zu stellen.