Ein Fan des chinesischen Xiaomi-Smartphones bei einer Veranstaltung der Firma im Januar in Peking © Ng Han Guan/dpa

China verschärft die Zensur des Internets. VPN-Tunneldienste, mit denen Nutzer die Blockaden teilweise umgehen können, werden offenbar mit verbesserten technischen Möglichkeiten seit Kurzem massiv gestört. Große Anbieter solcher VPN-Verbindungen wie Astrill und Golden Frog berichteten, ihre Server seien von China aus teilweise nicht mehr erreichbar.

Seine Übertragungsprotokolle bei dem mobilen Apple-Betriebssystem iOS seien "schwer geblockt", berichtete Astrill der Financial Times. Nutzer klagten, dass sie keine Tunnel-Verbindungen mehr mit iPhone oder iPad herstellen könnten, um gesperrte Websites aufzurufen. Der Zugriff sei Anfang des Jahres schwieriger geworden, seit wenigen Tagen seien die Protokolle komplett geblockt. Golden Frog berichtete, viele seiner Server seien von China aus gegenwärtig nicht mehr erreichbar. Auch andere VPN-Dienste seien betroffen.

China blockiert routinemäßig soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und YouTube. Zuletzt hatte Chinas Internetzensur auch den Zugriff auf Googlemail über E-Mail-Apps im Smartphone gesperrt. Google hatte sich 2010 aus China zurückgezogen, um sich nicht weiter selbst zensieren zu müssen. Seither gehen die Behörden gegen Google-Dienste vor.

Auch Websites von Menschenrechtsorganisationen und verschiedene ausländische Zeitungen wie die New York Times oder das Wall Street Journal sind gesperrt. Viele Chinesen und auch ausländische Journalisten nutzen deswegen die kostenpflichtigen Tunneldienste, um die Blockaden zu umgehen.